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Umwelt-engagierte Literatur aus Island und Norwegen

Ein interdisziplinärer Beitrag zu den «environmental humanities»

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Reinhard Hennig

Umweltverschmutzung, Artensterben, globale Erwärmung – oft beeinflussen literarische Texte die Diskussion von Umweltfragen. Die erste umfassende Studie umwelt-engagierter Literatur aus Island und Norwegen verfolgt einen innovativen Ansatz, der mit ecocriticism, Umweltgeschichte, Umweltethik und Kulturökologie mehrere Bereiche der environmental humanities verbindet. Die untersuchten Texte reichen zeitlich von Halldór Laxness’ provokantem Essay Der Krieg gegen das Land (1970) bis zu Jostein Gaarders Klimawandelroman Anna (2013). Allen Werken gemeinsam ist eine ökologisch motivierte Kulturkritik. Doch der Vergleich zwischen Island und Norwegen zeigt: Gegensätzliche nationale Selbstbilder führen zu erstaunlichen Unterschieden in der literarischen wie außerliterarischen Umweltdiskussion.
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7 Gert Nygårdshaug:Mengele Zoo (1989) und Chimera (2011)

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7 Gert Nygårdshaug: Mengele Zoo (1989) und Chimera (2011)

Gert Nygårdshaug (geb. 1946) debütierte 1966 mit der Gedichtsammlung Impulser („Impulse“), auf die mehrere weitere Gedichtbände und ab den 1980er Jahren eine Kurzgeschichtensammlung sowie zahlreiche Romane folgten – viele davon Kriminalromane.419 Die meisten von Nygårdshaugs Texten enthalten politisch motivierte Kritik an den USA, Israel und Europa sowie an der Ausbeutung von Ländern der Dritten Welt und deren Naturressourcen. Nygårdshaug war Mitglied der Partei Arbeidernes Kommunistparti („Kommunistische Arbeiterpartei“) und ist in deren sozialistischer Nachfolgepartei Rødt („Rot“) aktiv. Er sagt über sich selbst, er sei „mehr ein politischer als ein literarischer Verfasser“.420 Ein besonderes Interesse Nygårdshaugs gilt dem Erhalt der tropischen Regenwälder. Er hat mehrere seiner Romane diesem Thema gewidmet, beginnend mit dem 1989 veröffentlichten Mengele Zoo.421

7.1 Mengele Zoo (1989)

Mino Portoguesa, zu Beginn der Handlung sechs Jahre alt, wächst in einem im Regenwald gelegenen Dorf in einem nicht näher bezeichneten südamerikanischen Land auf. Für seinen Vater fängt Mino im Dschungel Schmetterlinge, die dieser präpariert und verkauft. Als sich die Dorfbewohner den Bestrebungen eines US-amerikanischen Unternehmers, auf ihrem Gebiet nach Erdöl zu bohren, widersetzen, werden sie von Regierungssoldaten brutal getötet. Mino, der sich gerade im Wald aufgehalten hatte, ist der einzige Überlebende. Bei seiner Flucht vom Ort des Geschehens lernt er den vagabundierenden Zauberer Isidor kennen, der ihm zahlreiche Fertigkeiten und Kunststücke beibringt. Die beiden treten...

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