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Bildungsurlaub – Planung, Programm und Partizipation

Eine Studie in Perspektivverschränkung

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Steffi Robak, Horst Rippien, Lena Heidemann and Claudia Pohlmann

In einem perspektivverschränkenden Ansatz untersuchen die Autorinnen und der Autor die polyvalenten Wirkungen von Bildungsurlaub. Außerdem befassen sie sich mit den durch die Gesetzesänderung evozierten Steuerungseffekten auf der Ebene der Anbieter und Angebote. Es werden darüber hinaus die professionellen Handlungsmodi der Programmplanung untersucht und die Interessens- und Verwertungszusammenhänge der Teilnehmenden. Hintergrund ist die Tatsache, dass es in Deutschland nur wenige gesetzliche Regelungen gibt, die ein Recht des Einzelnen auf Weiterbildung sichern. Ein besonderes Beispiel sind die Landesgesetze zum Bildungsurlaub (auch Bildungsfreistellungsgesetze). Das Bundesland Bremen hat sein Bildungsurlaubsgesetz im Jahre 2010 novelliert und versucht die Teilnahmequote zu erhöhen, indem es das Spektrum an Bildungsurlaubsanbietern und Veranstaltungsformaten ausdifferenziert und erweitert.
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Einleitung

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Bildungsurlaub ermöglicht Teilhabe am Weiterbildungssystem. Die Inanspruchnahme von Bildungsurlaub (BU) hat sich jedoch nicht, wie erhofft, im Laufe der Jahre deutlich erhöht. Die Einführung der verschiedenen Formen der Bildungsfreistellung sind auch – und gerade – aus heutiger Sicht als Erfolg zu interpretieren, sie waren und bleiben umkämpft (cf. Schmidt-Lauff 2013; Faulstich 2006). Die letzten grundständigen Forschungen liegen Jahre zurück (Kejcz u. a. 1979; Bremer 1999; Siebert 1995). Dabei ist BU die einzige Form der Weiterbildung, die es dem Einzelnen ermöglicht außerhalb der Arbeit, jedoch nicht in der Freizeit, sondern freigestellt und mit Lohnfortzahlung, Lern- und Bildungsangebote selbst auszuwählen und wahrzunehmen. Wie ist die Relevanz von BU heute einzuordnen und wie sind Themen-, Planungs- und Partizipationsstrukturen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen (neu) zu interpretieren?

Zur Einordnung des heutigen Stellenwerts von BU erscheint es uns wichtig, Strukturen der Bildungsurlaubspartizipation, Konstellationen der Bildungsteilhabe und Entscheidungen zu verstehen und im Horizont des Weiterbildungssystems zu verorten. Diese Aspekte sind in einen umfassenden Kontext der Erkenntnisse über Weiterbildungsteilhabe zu stellen: Unter anderem liegen Kenntnisse zu Faktoren wie Herkunft und Bildungsstand, Geschlecht, Alter und Kohorteneffekten vor. Während beispielsweise die Quote der Bildungsbeteiligung der Frauen in 2012 von 51 % auf 47 % sank (cf. Bilger et al. 2013), stieg sie in 2014 auf 50 % an (BMBF 2015, S. 36). Auch für die 45- bis 54-Jährigen und älter erhöht sie sich (ibid., S. 37). Eckert/Schmidt (2007, S. 31ff.) und Tippelt et al....

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