Show Less
Restricted access

Fünfzig deutsche Gedichte des 20. Jahrhunderts, textnah interpretiert

Von Stefan George bis Ulla Hahn

Series:

Christoff Neumeister

An fünfzig lyrischen Gedichten deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts wird eine Methode textnaher Interpretation vorgeführt. Grundlage ist dabei immer eine genaue sprachliche Analyse des betreffenden Textes, wobei auch die von ihm suggerierte Kommunikationssituation, sein Aussage-, Ausdrucks- und Appellcharakter sowie sein durch bestimmte Hervorhebungsmittel erzeugtes Wichtigkeitsrelief berücksichtigt werden. In der Regel wird auch die Lebenssituation des Autors, aus der das Gedicht hervorgegangen ist, in die Betrachtung mit einbezogen. Das Ergebnis erhebt nicht den Anspruch, die allein richtige Interpretation zu sein, wohl aber den, sich konsequent innerhalb des durch den Textbefund gesetzten Verständnisrahmens zu halten und insofern einen diesem angemessenen Deutungsvorschlag zu machen.
Show Summary Details
Restricted access

17 Brecht: Die Rückkehr

Extract

Die Rückkehr

Die Vaterstadt, wie find ich sie doch?Folgend den BomberschwärmenKomm ich nach Haus.Wo denn liegt sie? Wo die ungeheuerenGebirge von Rauch stehn.Das in den Feuern dortIst sie.

Die Vaterstadt, wie empfängt sie mich wohl?Vor mir kommen die Bomber. Tödliche SchwärmeMelden euch meine Rückkehr. FeuersbrünsteGehen dem Sohn voraus.

Schlußgedicht einer Gedichtsammlung mit dem Titel „Gedichte im Exil“, deren Herausgabe Brecht 1944 in Kalifornien geplant hatte. Sie kam jedoch nicht zustande. Es existiert nur noch, aus dem Besitz Heinrich Manns, ein Exemplar des hektographierten Typoskripts.

Elf reimlose Verse mit unregelmäßigem Rhythmus und von ungleicher Länge (der längste 7 Wörter/12 Silben, der kürzeste 2 Wörter/2 Silben), zu zwei Versgruppen ungleicher Größe (7 Verse bzw. 4 Verse) zusammengefaßt. Ihre Anfangsverse sind weitgehend parallel formuliert. Mehrfach schneiden Versgrenzen in enge syntaktische Einheiten ein, trennen ein Attribut von dem Substantiv, dem es zugehört („ungeheueren| Gebirge“), eine Prädikatsgruppe (Kopula und Prädikatsnomen) von der zugehörigen Subjektsgruppe („Das …| Ist sie“), und zweimal folgt einem am Satzanfang stehenden Subjekt der Rest des Satzes erst im nächsten Vers („Tödliche Schwärme| Melden… Feuersbrünste| Gehen …“), so daß es als Contre-Rejet zwischen Satzgrenze und Versgrenze zu stehen kommt.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.