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Prädiktoren von Aggression

Eine Untersuchung der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen, Ambiguitätstoleranz, Selbstwertschätzung und Selbstwertdiskrepanz bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie

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Christian Fischer

Aggression ist ein Phänomen, mit dem sich bereits zahlreiche Disziplinen der Psychologie beschäftigt haben. Auch wenn in der aktuellen Berichterstattung der Medien der Eindruck entstehen mag, dass aggressives Verhalten ein Merkmal der aktuellen Gesellschaft ist und fortwährend zunimmt, so nimmt Aggression keine Sonderrolle im menschlichen Verhaltensspektrum ein. Ebenso wenig handelt es sich um ein Phänomen der aktuellen Zeit. Dennoch stellt sich die Frage, warum einige Personen vermehrt zur Aggression neigen. Nach einer Übersicht zu psychologischen Theorien zur Erklärung von Aggression und Methoden zur Aggressionsmessung, wird mit den Ergebnissen einer Untersuchung bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie das komplexe Zusammenspiel einzelner Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstwertschätzung, Impulsivität, Ambiguitätstoleranz sowie der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen aufgezeigt. Neben dieser wechselseitigen Beeinflussung der einzelnen Prädiktoren, die von der oftmals trivialen Betrachtung von 1:1-Beziehungen einzelner Prädiktoren von Aggression abrät, ergaben sich weitere Ergebnisse. Diese gehen teilweise über die gängige Literatur hinaus und geben sowohl Anstöße für weitere Untersuchungen von Aggression als auch für die Praxis bei Diagnostik und Therapie (z. B. die Unterscheidung zwischen funktionaler und dysfunktionaler Impulsivität, Einfluss der Ambiguitätstoleranz).
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5 Messung von Persönlichkeitsmerkmalen

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Üblicherweise erfolgt die Messung von Aggression und Persönlichkeitsvariablen mit den klassischen Selbstberichtsmaßen in Form von Fragebögen, mit denen bewusste (explizite) Einstellungen erfasst werden. Als Beispiel für die Aggressionsmessung seien der „Fragebogen zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren“ (FAF; Hampel & Selg, 1975) und der „Aggressionsfragebogen“ (AQ; Buss & Perry, 1992) genannt. Der AQ von Buss und Perry (1992) misst die faktorenanalytisch ermittelten Dimensionen der Aggression (physische Aggression, verbale Aggression, Ärger und Misstrauen) mit insgesamt 29 Items. Die Beantwortung der Items erfolgt mittels einer fünfstufigen Likert-Skala (1 = „Trifft gar nicht zu“ bis 5 = „Trifft vollkommen zu“). Der FAF von Hampel und Selg (1975) misst mit 77 Items fünf Faktoren der Aggression (spontane Aggression, reaktive Aggression, Erregbarkeit, Selbstaggression und Aggressionshemmung). Aus den Skalen der spontanen Aggression, der reaktiven Aggression und der Erregbarkeit wird ein Summenwert gebildet, der die nach außen gerichtete Aggression angibt. Zusätzlich wird mit der Skala der Offenheit eine Kontrollskala erhoben, um das Antwortverhalten einschätzen zu können. Die Beantwortung der Items im FAF erfolgt durch Ankreuzen von „Ja“ oder „Nein“. Die erhaltenen Rohwerte werden in Stanine-Werte umgewandelt, für die geschlechts- und altersspezifische Normwerte vorliegen.

Für die Erfassung des Selbstwertes mittels Fragebogen seien die revidierte Form der Rosenberg-Skala (RSES; von Collani & Herzberg, 2003) und die Multidimensionale Selbstwertskala (MSWS; Schütz & Sellin, 2005) als Beispiele genannt. Die Rosenberg-Skala in ihrer Form von Collani und Herzberg (2003) umfasst 10 Items, mit denen der globale Selbstwert einer...

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