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Prädiktoren von Aggression

Eine Untersuchung der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen, Ambiguitätstoleranz, Selbstwertschätzung und Selbstwertdiskrepanz bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie

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Christian Fischer

Aggression ist ein Phänomen, mit dem sich bereits zahlreiche Disziplinen der Psychologie beschäftigt haben. Auch wenn in der aktuellen Berichterstattung der Medien der Eindruck entstehen mag, dass aggressives Verhalten ein Merkmal der aktuellen Gesellschaft ist und fortwährend zunimmt, so nimmt Aggression keine Sonderrolle im menschlichen Verhaltensspektrum ein. Ebenso wenig handelt es sich um ein Phänomen der aktuellen Zeit. Dennoch stellt sich die Frage, warum einige Personen vermehrt zur Aggression neigen. Nach einer Übersicht zu psychologischen Theorien zur Erklärung von Aggression und Methoden zur Aggressionsmessung, wird mit den Ergebnissen einer Untersuchung bei Patienten aus der Forensischen und der Allgemeinen Psychiatrie das komplexe Zusammenspiel einzelner Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstwertschätzung, Impulsivität, Ambiguitätstoleranz sowie der Faktoren Wahrnehmung und Regulation von Emotionen aufgezeigt. Neben dieser wechselseitigen Beeinflussung der einzelnen Prädiktoren, die von der oftmals trivialen Betrachtung von 1:1-Beziehungen einzelner Prädiktoren von Aggression abrät, ergaben sich weitere Ergebnisse. Diese gehen teilweise über die gängige Literatur hinaus und geben sowohl Anstöße für weitere Untersuchungen von Aggression als auch für die Praxis bei Diagnostik und Therapie (z. B. die Unterscheidung zwischen funktionaler und dysfunktionaler Impulsivität, Einfluss der Ambiguitätstoleranz).
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6 Zusammenfassung der theoretischen Vorüberlegungen, Zielsetzung der Arbeit und Hypothesen

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6.1 Zusammenfassung und Zielsetzung

Entsprechend den lerntheoretischen Annahmen von Selg (1976) und Bandura (1974) wird Aggression als erlerntes Verhalten gesehen, das prinzipiell auch wieder verlernt werden kann.

Eine Ursache für die Entwicklung eines aggressiven Verhaltensstils wird in der Sozialisation gesehen, was der Annahme von Tedeschi und Felson (1994) entspricht, welcher nach bei Personen, die aus einem sozialen Mangelmilieu entstammen, das aggressive Verhalten besonders ausgeprägt ist. Auch in den Überlegungen von Crick und Dodge (1994), Bründel und Hurrelmann (1994) sowie von Schneewind (1999) wird der Einfluss der Sozialisation auf die Aggression postuliert. Dabei wird sowohl von einem Einfluss der Herkunftsfamilie als Umwelteinfluss als auch von einem Einfluss des erworbenen Wissens über die Wirksamkeit von Handlungen sowie von einem Einfluss des Wissens auf die Verarbeitung sozialer Informationen ausgegangen. Zusätzlich wird postuliert, dass die Informationsverarbeitung nicht ausschließlich durch bewusste und somit durch der Selbstbeschreibung zugängliche Prozesse, sondern auch durch unbewusste, der Selbstbeschreibung unzugängliche Prozesse erfolgt (Crick & Dodge, 1994; Lindsay & Anderson, 2000). Die so gespeicherten Kognitionen verfügen über eine unterschiedliche Zugänglichkeit – die als effektiv erlebten Verhaltensweisen sind leichter zugänglich. Gemäß der Annahme von Crick und Dodge (1994) wird auch davon ausgegangen, dass es auf der Grundlage der individuellen Wissensbasis zu fehlerhaften Wahrnehmungen und Interpretationen kommen kann, insbesondere bei mehrdeutigen sozialen Situationen, so dass diese eher und fälschlicher Weise als feindselig wahrgenommen werden.

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