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Produktnamen der Lebensmittelindustrie

Eine empirisch-strukturelle Untersuchung

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Marion Ernst

Für die Positionierung neuer Produkte spielen Produktnamen eine wesentliche, nicht zuletzt marktwirtschaftlich relevante Rolle. Oft künstlich geschaffen, müssen Produktnamen sprachlich ein umfassendes Anforderungspaket erfüllen, um unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgreich zu sein. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die spezifischen Wortbildungsverfahren für Produktnamen der Lebensmittelindustrie. Untersucht wird anhand eines statistisch auswertenden Verfahrens, durch welche phonologischen und morphologischen Eigenschaften die Produktnamen gekennzeichnet sind. Grundlage für die Untersuchung sind Produktnamen, die mit Hilfe italienischer Diminutivsuffixe gebildet wurden, die durch Wortkürzung entstanden und die rein künstlich geprägt sind. Die Autorin geht der Frage nach, inwieweit sich die Produktnamenkreation von standardsprachlichen Wortbildungsprozessen unterscheidet: Untersucht wird der Einsatz und die Funktion fremdsprachlicher Elemente wie auch die Möglichkeit, Derivationen mit Hilfe nicht-nativer Suffixe vorzunehmen. Erläutert wird, wie innovativ die Produktnamenbildung ist, inwieweit sie einerseits standardsprachliche Regeln verletzt und wie sie andererseits sprachliche Optimierungen vornehmen kann.
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7. Wortkürzung

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7.1 Definition - Abgrenzung zu Abkürzungen - Divergenzen zwischen Kurzwort und Vollform

Unter Kurzwortbildung wird eine „nicht nur graphisch, sondern auch phonisch realisierbare, gekürzte Form [einer Vollform] verstanden“ (Kobler-Trill 1994:13), so formuliert in Anlehnung an Bellmann (1980). Kurzwörter stellen eine lexikalische Variation von Langformen dar, bei gleichbleibender Inhalts- und Reduktion der Ausdrucksseite.

Kurzwortbildung kommt dadurch zustande, dass ohne Rücksicht auf morphologische Grenzen oder die Schreibweise eines Basislexems dieses so gekürzt wird, dass ein neues Wort als Variante der zugrunde liegenden Vollform entsteht. Ein wesentliches Kriterium der Kurzwörter, das sie zugleich von Abkürzungen unterscheidet, ist das Kriterium der eigenen Aussprache. So unterliegt die Abkürzung Dr. oder z.B. der gleichen Aussprache wie die ausgeschriebene Vollform; die Kürzung vollzieht sich hier lediglich auf der graphischen Ebene.

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