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Schnittstellen zwischen Organ- und Gewebespende

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Nina Gott

Die Arbeit befasst sich mit dem rechtlichen Fundament der postmortalen Organ- und Gewebespende. Untersucht werden die relevanten Rechtsquellen auf europäischer und nationaler Ebene, die Rechtsposition der Spender, der Spendenempfänger und die Organisationsstrukturen in der Transplantationsmedizin. Der deutsche Gesetzgeber hat sich für eine rechtliche Trennung zwischen der Organ- und Gewebespende entschieden. Untersucht wird in diesem Zusammenhang, ob trotz der Vielzahl medizinischer Überschneidungen zwischen Organ- und Gewebespende eine praktikable und rechtsgemäße Transplantationsmedizin gewährleistet werden kann. Hierbei wird der Frage nachgegangen, ob die Regelungssituation der Transplantationsmedizin das Spendenaufkommen fördert und welche rechtlichen Lösungen in Betracht kommen.
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D. Rechtsposition des Spenderkreises

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D.  Rechtsposition des Spenderkreises

Die postmortale Organ- und Gewebespende betrifft aus der Sicht des Spenders eine Phase beginnend mit seinem Tod.615 Gleichwohl wird auch dann der Rechtskreis des Spenders berührt. Einleuchtend erscheint es auf den ersten Eindruck, dass nicht ohne Weiteres, also ohne zwingend vorliegende Voraussetzungen, ein Arm oder ein Herz entnommen werden darf. Wie aber sieht es mit der Notwendigkeit einer Gesetzesvorgabe hinsichtlich eines scheinbar bedeutungslosen Zellhaufens aus? Dieser erste Blick erfährt möglicherweise bei der Betrachtung der Tragweite hinsichtlich des Umgangs mit menschlichem Gewebematerial eine Korrektur.

Die „Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks“ lautet der Titel eines Buches, das sich mit dem Schicksal einer verstorbenen Patientin und den ihr entnommenen Gewebezellen auseinandersetzt.616 Die Autorin Rebecca Skloot rekonstruiert zum einen die medizinisch relevanten Ergebnisse, die mit der Entdeckung der Krebszellen von Henrietta Lacks, den sogenannten HeLa- Zellen617 einhergingen, zum anderen wird die Lebensgeschichte einer aus einfachen Verhältnissen stammenden Frau geschildert. Es sind die Krebszellen, die der Patientin das Leben kosten. Aufgrund der Überlebensfähigkeit und Widerstandskraft eben dieser Zellen wird die medizinische Forschung einen Meilenstein in der Zellforschung und Bekämpfung von Krankheiten erreichen. Die Zusammenschau von persönlichem Schicksal und medizinischer Forschung zeigt die Notwendigkeit regulatorischer Voraussetzungen hinsichtlich des Umgangs mit Organen und Geweben. Skloot erzählt die Geschichte von Henrietta Lacks, oder vielmehr die medizinische Bedeutsamkeit ihrer Geschichte, die ihren Anfang im Jahr 1951 findet. Unterstellt, dass die Aufarbeitung von Skloot wahrheitsgetreu recherchiert und wiedergegeben worden ist, ereignete sich demnach folgende...

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