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Die Unschuld

Der Mensch im Zwielicht der Willensfreiheit

Hellmuth Kiowsky

Ist der Mensch für seinen Willen verantwortlich? Diese im philosophischen Diskurs so zentrale Frage konnte bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet werden, obwohl es an Ansätzen und Behauptungen nicht mangelt. Die Standpunkte zur Frage nach dem freien Willen sind jedoch so unterschiedlich, dass eine Antwort ausgeschlossen scheint. Das Ziel dieses Buches ist es, die Thematik kritisch zu beleuchten und Schwierigkeiten aufzuzeigen. So widmet sich der Autor unter anderem der Frage nach Verantwortung und Schuldfähigkeit: um für eine Entscheidung zur Verantwortung gezogen werden zu können, bedarf es der Freiheit, Entscheidungen aus freiem Willen treffen zu können.
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Vorwort

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Die Kardinalfrage: ist das Individuum für sein Wollen verantwortlich?

Die eindeutige Antwort, ob unser Wille frei, ist in der philosophischen Literatur nicht erfolgt. Vermeintliche Feststellungen und Behauptungen zu diesem Thema durchziehen lange Zeiten das philosophische Denken, jedoch sind die Standpunkte so verschieden, dass der Wissensbegierige verwirrt innehält.

Wir fühlen uns nicht befugt, im Vorliegenden darüber eine Entscheidung zu treffen, aber wohl die Thematik mit kritischem Blick zu betrachten. Hierfür schienen exponierte Ansichten geeignet, um die Schwierigkeit hervorzuheben.

Am einfachsten machten es sich solche Interpreten der Willensfreiheit, die das Problem in „schwer zugängliche Gefilde“ verlagerten. Das sind die Welten des Intelligiblen, welche das Denken in zwei Dimensionen entführen, die sich aber der Anschauung völlig entziehen. Wenn auch die Grundpfeiler der Gedankenreihe, empirische und intelligible Sphären, die Phantasie beflügeln, hat der Betrachter Mühe, deren Verbindung zu begreifen.

Wenn auch das Ding an sich nicht im Wolkenkuckucksheim, wie sich Schopenhauer ausdrückt, zu suchen ist, sondern wie der Stuhl unter dem Wertesten, kann zwar die Idee als Abstraktion nachvollzogen werden, aber sie liefert keine Beweise.

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