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Englischunterricht auf der Primarstufe

Neue Forschungen – weitere Entwicklungen

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Edited By Markus Kötter and Jutta Rymarczyk

Nach zehn Jahren Fremdsprachenlernen in der Grundschule hat sich das Feld wie kaum ein anderes entwickelt. Ein Grund dafür ist die rege und vielfältige empirische Forschung, die in diesem Band durch zehn Beiträge vorgestellt wird. Die Diskussion widmet sich Aspekten wie dem Beginn des Fremdsprachenunterrichts, der Wertigkeit des Fremdsprachenlernens, der Ausbildung von Sprachbewusstheit, der Vermittlung der Schriftform, Wortschatz- und interkulturellem Lernen, neurowissenschaftlichen Einblicken in Emotionen und Bewegung, bilingualen und immersiven Ansätzen, mehrsprachigen Lernumgebungen sowie den Leistungen von Kindern mit Migrationshintergrund. Damit vermittelt das Buch einen vielfältigen Überblick über die aktuelle Forschungslage, stellt aber auch Anregungen für die Schulpraxis vor.
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Ein kollokationsbasierter Grundwortschatz für die Primarstufe: Martina Bredenbröcker

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Ein kollokationsbasierter Grundwortschatz für die Primarstufe

Martina Bredenbröcker

1. Einleitung

„Grundschulenglisch abschaffen?“ Diese provokative Frage stellt Dieter Mindt (2013) in seinem aktuellen Artikel für die Zeitschrift Schulverwaltung NRW. Damit reiht er sich ein in eine Phalanx von Kritikern des Grundschulenglischunterrichts.1 Wenn nun aber diese kritischen Anmerkungen von einem Fachdidaktiker von Rang kommen, sollte man sie etwas näher betrachten. Mindt (2013) möchte durch seinen offensiven Artikel auf Missstände im derzeitigen Englischunterricht an der Grundschule aufmerksam machen. Er beklagt zum einen die Qualität der Grundschullehrwerke mit ihrem teilweise zweifelhaften, nicht authentischen Englisch und zum anderen, dass weitgehend Einzelwörter vermittelt werden. Im normalen, täglichen Sprachgebrauch tauchen Wörter nun aber nicht in Einwortsätzen (z.B. „Bike.“), sondern meist in einen Kontext eingebettet auf. Erst im weiteren Verlauf wird den Schülern passendes Wortmaterial zur Verfügung gestellt, um das Wort in eine sinnvolle Aussage einzubetten („It’s a bike.“ – „I ride my bike.“). Dabei – so Mindt (2013) – beschränkten sich die Lernverfahren auf reine Nachahmung, einsichtsfördernde Verfahren würden vernachlässigt.

Die Ergebnisse der EVENING-Studie (vgl. Engel, Groot-Wilken & Thürmann 2009) geben ihm recht. Sie hat ergeben, dass Kinder nach zwei Jahren Englischunterricht an der Grundschule zwar im rezeptiven Bereich Hörverstehen gute bis sehr gute Ergebnisse vorweisen können. Allerdings sieht es bei der produktiven Fertigkeit Sprechen ziemlich problematisch aus. Engel et al. (2009: 199) stellen fest, dass der aktive Wortschatz „überwiegend aus Nomen...

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