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Die Erwartungen der Eltern an die weiterführende Schule beim Schulübertritt ihres Kindes von der Grundschule in die Sekundarstufe I

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Andrea Vogl

Das Projekt NOESIS (Niederösterreichisches Schulmodell im Schulversuch) dient zur Evaluierung des seit dem Schuljahr 2009/2010 bestehenden Schultyps Neue Niederösterreichische Mittelschule. In der Annahme, dass Erwartungen Schulwahlentscheidungen beeinflussen (Eccles 2007), wurde im Rahmen dieses Projekts erhoben, welche Erwartungen Eltern in Niederösterreich an die weiterführenden Schulformen der Sekundarstufe I haben. Über die Ergebnisse gibt das Buch Aufschluss.
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3. Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule der Sekundarstufe I in einem dreigliedrigen Schulsystem

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3. Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule der Sekundarstufe I in einem dreigliedrigen Schulsystem

In einer großen Zahl an Publikationen ist zu finden, dass die Schulwahlentscheidung und der Übertritt von der Grundschule in die Sekundarstufe I eine der schwerwiegendsten Entscheidungssituation darstellt, die Eltern für ihr Kind in der Bildungslaufbahn treffen müssen (Jonkmann et al. 2010, 253; Ditton et al. 2009, 75; Becker 2008, 166; Ditton 2008, 250; Koch 2008, 578). Bei jenen Veröffentlichungen, die aus Deutschland stammen, sind die länderspezifischen Übertrittsregelungen mit deren teils weitreichenden Konsequenzen zu beachten.

Diese Bildungsentscheidung erfolgt laut Boudon (1974, zit. nach Becker 2008, 167) durch das Abwägen von Vor- und Nachteilen der angestrebten Schulabschlusshöhe. Eltern entscheiden sich unter diesem Aspekt für jene Schullaufbahn, die für ihr Verständnis den höchsten Ertrag und den größten Vorteil gegenüber anderen Bildungswegen aufweist. Angesichts dieser individuellen Abwägung, die in enger Verbindung mit der sozialen Herkunft steht, ergibt sich die soziale Ungleichheit von Bildungschancen bei Schulwahlentscheidungen.

Das bedeutet, das bei jedem Schulübertritt die Möglichkeit zur Entstehung von Bildungsungleichheiten gegeben ist (Maaz et al. 2009, 154). Lauterbach et al. (2008, 423) spricht davon, dass ein dreigliedriges Schulsystem ohnehin zur Entstehung sozialer Ungleichheit beiträgt. Zu beachten ist, dass, solange die Neue Mittelschule parallel zu den Schultypen Hauptschule und Allgemeinbildende Höhere Schule läuft, im weiteren Sinne auch in Österreich ein dreigliedriges Schulsystem besteht.

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