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Rechnungslegungsinformationen zu Verbriefungen im Umfeld der Finanzmarktkrise

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Sebastian Erb

Diese Arbeit wurde mit dem Münchener Forschungspreis für Wirtschaftsprüfung 2014 ausgezeichnet.

In Folge der Finanzmarktkrise wurde häufig die mangelnde Transparenz von Angaben zu Verbriefungen kritisiert. Diese Kritik bildet den Ausgangspunkt der Analyse. Der Autor untersucht, welchen Angabepflichten Unternehmen im Zeitraum vor, während und nach der Finanzmarktkrise unterlagen und welche Anreize bestanden, freiwillig Informationen zu Verbriefungen bereitzustellen. Anknüpfend an eine kritische Bestandsaufnahme bisheriger empirischer Befunde erfolgt eine tiefgehende Inhaltsanalyse der Geschäftsberichte der größten Banken der EU. Die Ergebnisse zeigen detailliert, wie Banken über Verbriefungen berichtet haben, und erlauben eine Einschätzung der geäußerten Kritik an der Transparenz der Angaben.
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1. Problemstellung

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Verbriefungen stellen seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise ein kontrovers diskutiertes Themenfeld dar.1 Wurden zuvor insbesondere die Vorteile von Verbriefungen gesehen,2 werden sie seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise vor allem mit Risiken in Verbindung gebracht. Zu einem großen Teil war es auf die Verbriefung US-amerikanischer Hypothekenforderungen zurückzuführen, dass sich die Krise, die als Immobilienkrise in den USA begann, zu einer weltweiten Finanzmarktkrise entwickelt hat.

Die Verbriefung von Hypothekenforderungen stellt seit den 80er Jahren in den USA ein übliches Instrument zur Refinanzierung der Darlehen dar. Gleichzeitig ermöglicht es den Kredit gebenden Banken, Hypothekenforderungen einschließlich der damit verbundenen Risiken aus ihrer Bilanz auszulagern und in Form von strukturierten Wertpapieren an die Kapitalmärkte weiterzureichen.3 Problematisch war, dass insbesondere nach dem Zusammenbruch der New Economy im Jahr 2002 und der damit verbundenen Reduktion des Zinsniveaus Darlehen auch an bonitätsschwache Personen, die teilweise weder ein Einkommen noch eine Arbeit oder ein Vermögen aufwiesen, vergeben wurden. Derartige Hypothekenforderungen wurden als „Subprime Mortgages“ oder „Alt-A-Mortgages“4 bezeichnet, wobei Erstgenannte das schlechteste Marktsegment bildeten.5

In Zeiten geringer Zinsen und steigender Immobilienpreise schien dieses System nur Gewinner zu kennen. Umso dramatischer waren die Auswirkungen, als die Zinsen wieder stiegen und die Immobilienpreise Anfang 2007 zu sinken begannen, wodurch es insbesondere bei „Subprime Mortgages“ zu Zahlungsausfällen kam.6 ← 1 | 2 → Da die Hypothekenforderungen üblicherweise verbrieft und an internationale Investoren, insbesondere Banken, weitergereicht wurden, kam es infolgedessen nicht nur zu massiven Wertberichtigungen bei US-amerikanischen Banken, sondern bei Banken weltweit....

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