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Religiöse Früherziehung in Judentum, Islam und Christentum

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Edited By Kathrin Klausing and Erna Zonne

Wie und wo findet religiöse Früherziehung statt? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen hier unter den abrahamischen Religionen? Der Band bietet einen Einblick in Theorie und Praxis des breiten und heterogenen Feldes religiöser Früherziehung, vermittelt Hintergrundwissen und Grundlagen, schaut in die Familien, in die Kindertagesstätten und in die Gemeinden und zeigt erstes interreligiöses Lernen auf. Schwerpunkte bilden auf diesem Weg die Anthropologie, die Glaubenserziehung zu Hause, die Unterstützung der Glaubenserziehung in den Glaubensgemeinschaften und in den Kindertagesstätten. Den Herausgeberinnen ist gelungen, was sich auf dem Feld der Interreligiosität als angestrebtes Ziel darstellt, nämlich im Nebeneinander das Miteinander erkennbar und nutzbar zu machen.
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Menschenbild, Kindesbild und Elternbild im Judentum

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Mosche Baumel

Die Frage nach Menschenbildern in ihren verschiedenen Lebensphasen und Lebensaufgaben aus der Sicht des Judentums ist eine sehr komplexe und kann deshalb im Rahmen eines solchen Beitrages nur in ihrem Kern besprochen werden.

Ein elementarer Gedanke im Verständnis des Menschenbildes aus der Perspektive aller monotheistischen Religionen ist die Tatsache, dass der Mensch ein integraler Teil einer sehr großen Schöpfung ist, die per Definition selbstverständlich einen Schöpfer voraussetzt, den die Religion als Gott bezeichnet. Trotz der gewaltigen Größe und Komplexität dieser Schöpfung bildet der Mensch mit all seinen Eigenschaften den Höhepunkt dieser Schöpfung, da er nach der Thora im Gegensatz zu allen anderen Geschöpfen als einziger „im Ebenbilde Gottes“1 geschaffen worden ist. Dieses Ebenbild ist aus jüdischer Sicht ausschlaggebend für das Menschenbild. So heißt es in einer rabbinische Quelle: „Rabbi Akiwa pflegte zu sagen: Bevorzugt ist der Mensch, dass er im Ebenbilde Gottes erschaffen wurde. Besonders bevorzugt ist er, da ihm dies mitgeteilt wurde, dass er im Ebenbild Gottes erschaffen ist, wie es heißt: Denn im Ebenbild Gottes hat Er den Menschen geschaffen.“2

Der Gelehrte Akiva betont in seiner Aussage nicht nur die Tatsache, dass der Mensch sich durch sein göttliches Ebenbild auszeichnet, sondern vor allem, dass „es ihm mitgeteilt wurde im Ebenbilde“ geschaffen zu sein. Dadurch, dass der Mensch dieses Wissen besitzt, trägt er aus rabbinischer Sicht die Verantwortung, seinem Ebenbilde Gottes gerecht...

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