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Religiöse Früherziehung in Judentum, Islam und Christentum

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Kathrin Klausing and Erna Zonne

Wie und wo findet religiöse Früherziehung statt? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen hier unter den abrahamischen Religionen? Der Band bietet einen Einblick in Theorie und Praxis des breiten und heterogenen Feldes religiöser Früherziehung, vermittelt Hintergrundwissen und Grundlagen, schaut in die Familien, in die Kindertagesstätten und in die Gemeinden und zeigt erstes interreligiöses Lernen auf. Schwerpunkte bilden auf diesem Weg die Anthropologie, die Glaubenserziehung zu Hause, die Unterstützung der Glaubenserziehung in den Glaubensgemeinschaften und in den Kindertagesstätten. Den Herausgeberinnen ist gelungen, was sich auf dem Feld der Interreligiosität als angestrebtes Ziel darstellt, nämlich im Nebeneinander das Miteinander erkennbar und nutzbar zu machen.
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Religiöse Bildung zwischen Taufe und Konfirmation

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Elisabeth Naurath

Kann ein kleines Kind von drei oder vier Jahren schon glauben? Gibt es in den ersten Lebensjahren schon einen Bezugspunkt zur Religion, der im Blick auf intendierte religiöse Bildungsziele schon relevant wäre – ohne dass wir das Kind schon in enge Grenzen binden, bevor es seinen eigenen Raum überhaupt erkunden und entdecken konnte? Oder: Wie kann man den individuellen religiösen Bildungsprozess eines Menschen von Anfang an konstruktiv und mit dem Anspruch der Wertschätzung des Subjekts und seiner Freiheit begleiten? Im Folgenden sollen diese Fragen in besonderer Perspektive zur christlichen – konkret protestantischen – Tradition bedacht werden.1

Ein Kind – vielleicht fünf Jahre alt – klettert auf einen Stuhl, um an das Glas mit Kakaocreme zum Naschen heranzukommen. Dabei stürzt es, verletzt sich leicht und beginnt zu weinen. Mutter oder Vater haben es gesehen und eilen zu dem Kind. Wie reagiert die elterliche Bezugsperson? Mit Vorwurf und Strafe als Ausdruck des spontanen Erschreckens über die Verletzung des Kindes? Oder mit Besserwisserei, so nach dem Motto: „Siehst du, wie oft habe ich dir gesagt…!“ Oder – auch das wäre ja eine Möglichkeit – nimmt Vater oder Mutter den weinenden Übeltäter zunächst tröstend in den Arm, um Schmerz und Erschrecken des Kindes zu lindern. Vielleicht wäre es so leichter, anschließend in ruhigem Ton und einfühlend mit dem Kind über den Vorfall zu reden.

Eltern, Großeltern, Erzieher oder auch Lehrerinnen kennen solche Situationen, die Stress auslösen und...

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