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Lernen und Lehren in multilingualen Kontexten

Zum Umgang mit sprachlich-kultureller Diversität im Klassenraum

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Edited By Nancy Morys, Claudine Kirsch, Ingrid de Saint-Georges and Gérard Gretsch

Mehrsprachigkeit ist in Europa ebenso gesellschaftlich erwünschtes Ziel wie Realität in den Klassenräumen aller Schulformen. Sie stellt Lehrende und Lernende vor enorme Herausforderungen, eröffnet aber auch ungeahnte Chancen für einen lebensnahen, funktionalen Sprachenunterricht. Ziel des Sammelbands ist es, bestehende Sichtweisen auf den Umgang mit sprachlich-kultureller Heterogenität in der Schule bewusst zu machen, Handeln und Denken der Akteure in der Praxis zu verstehen und Erfahrungen in diversen Lernumgebungen zu reflektieren. Die Beiträge der 17 Autorinnen und Autoren sind in Unterrichtskontexten verschiedener Länder entstanden und nähern sich dem Forschungsgegenstand mit unterschiedlichen qualitativen und quantitativen Ansätzen, Methoden und theoretischen Perspektiven.
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Einleitung

1.  Perspektiven auf Mehrsprachigkeit

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Mehrsprachigkeit ist in Europa ebenso gesellschaftlich und bildungspolitisch erwünschtes Ziel wie Realität in den Klassenräumen aller Schulformen. Längst stellen sprachlich und kulturell heterogene Lerngruppen die Normalität dar. Berufliche Mobilität in einem gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum, Migration und lernbiographische, kulturelle Vielfalt bestimmen die Unterrichts-wirklichkeit. Im (Sprachen-)Unterricht lernen Erst- neben Zweitsprachlern und beginnenden Fremdsprachenlernenden. Nicht selten finden sich an einer Schule unzählige Herkunftssprachen, welche die Identität der Lernenden und den Unterrichtsalltag prägen und bereichern.

Lehrende wie Lernende stellt die Mehrsprachigkeit vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnet sie aber auch ungeahnte Chancen für einen lebensnahen, effizienten und funktionalen Sprachenunterricht. Um diese Chancen zu nutzen, sind pädagogische und didaktische Reflexionen und Konzepte für einen mehrsprachigen und mehrkulturellen Unterricht notwendig (vgl. u.a. Budach/Erfurt et al. 2008; Cichon/Cichon 2009; Fürstenau/Gomolla 2011; Kenner/Hickey 2008; Weber 2009).

Traditionellen sprachendidaktischen Theorien und Unterrichtsvorstellungen eines „Fremdsprachenlernens“ fehlen häufig die Antworten, um der dynamischen multilingualen und multikulturellen Heterogenität heutiger Lerngruppen zu begegnen. Sie bleiben verhaftet in Vorstellungen von Mehrsprachigkeit, die nicht immer den Realitäten und Herausforderungen mehrsprachiger Unterrichtskontexte des 21. Jahrhunderts entsprechen (vgl. Blackledge/Creese 2010; García 2009; García/Skutnabb-Kangas et al. 2006).

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