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Interferenzfehler deutschlernender Aserbaidschaner

Morpho-syntaktische und lexiko-semantische Interferenzfehler beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb

Pari Isakova

Bis Anfang der 1990er Jahre war die Erforschung des Deutscherwerbs der Aserbaidschaner aus politisch-historischen Gründen ausschließlich aus der Perspektive des Deutschen als Fremdsprache möglich. Mit der Wende und der Migration der ehemaligen Sowjetbürger, darunter auch Aserbaidschaner, in die BRD bekam Deutsch für die aserbaidschanischen Einwanderer auch den Status des Deutschen als Zweitsprache. Die aus einem theoretischen und einem empirischen Teil bestehende Arbeit erforscht den Einfluss des Aserbaidschanischen als Muttersprache auf den Erwerb des Deutschen sowohl als Fremd- als auch Zweitsprache. Unter anderem geht sie der Frage nach, ob sich die Interferenzfehler der aserbaidschanischen Deutschlernenden beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb voneinander sowohl qualitativ als auch quantitativ unterscheiden.
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1. Spracherwerbstheorien

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1.1 Die behavioristische Spracherwerbstheorie

Als Behaviorismus (abgeleitet vom englischen Wort behavior = Benehmen, Verhalten) bezeichnet man die psychologische Schule, die sich als eine Theorie der Wissenschaft vom Verhalten oder Verhaltensanalyse versteht.

„Psychologie, wie sie der Behaviorist sieht, ist ein vollkommen objektiver, experimenteller Zweig der Naturwissenschaft. Ihr theoretisches Ziel ist die Vorhersage und Kontrolle von Verhalten. Introspektion spielt keine wesentliche Rolle in ihren Methoden und auch der wissenschaftliche Wert ihrer Daten hängt nicht davon ab, inwieweit sie sich zu einer Interpretation in Bewusstseinsbegriffen eignen. Bei seinem Bemühen, ein einheitliches Schema der Reaktionen von Lebewesen zu gewinnen, erkennt der Behaviorist keine Trennungslinie zwischen Mensch und Tier an. Das Verhalten des Menschen in all seiner Feinheit und Komplexität macht nur einen Teil des behavioristischen Forschung aus.“

So erklärt 1913 John Broadus Watson in seinem Aufsatz „Psychology as the Behaviorist Viewes It“ die behavioristischen Ansätze. Damit bekannte er sich als erster Wissenschaftler zum Behaviorismus und gilt als Begründer dieser psychologischen Schule (Watson 1968 a, 13).

Der Behaviorismus unterscheidet sich von der introspektiven bzw. subjektiven Psychologie dadurch, dass er das Bewusstsein nicht zum Gegenstand seiner Beobachtung macht, und ist fest davon überzeugt, dass die Psychologie jeden Bezug auf das Bewusstsein aufgeben muss. Im Gegensatz also zur introspektiven Psychologie, die das Bewusstsein in den Mittelpunkt ihrer Beobachtung stellt, „vertritt der Behaviorismus die Auffassung, dass der Gegenstand der Psychologie das menschliche Verhalten ist. Der Behaviorismus behauptet, dass das Bewusstsein weder ein erklärbarer noch...

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