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Interferenzfehler deutschlernender Aserbaidschaner

Morpho-syntaktische und lexiko-semantische Interferenzfehler beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb

Pari Isakova

Bis Anfang der 1990er Jahre war die Erforschung des Deutscherwerbs der Aserbaidschaner aus politisch-historischen Gründen ausschließlich aus der Perspektive des Deutschen als Fremdsprache möglich. Mit der Wende und der Migration der ehemaligen Sowjetbürger, darunter auch Aserbaidschaner, in die BRD bekam Deutsch für die aserbaidschanischen Einwanderer auch den Status des Deutschen als Zweitsprache. Die aus einem theoretischen und einem empirischen Teil bestehende Arbeit erforscht den Einfluss des Aserbaidschanischen als Muttersprache auf den Erwerb des Deutschen sowohl als Fremd- als auch Zweitsprache. Unter anderem geht sie der Frage nach, ob sich die Interferenzfehler der aserbaidschanischen Deutschlernenden beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb voneinander sowohl qualitativ als auch quantitativ unterscheiden.
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2. Zweit- und Fremdsprachenerwerbstheorien

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2.1 Kontrastivhypothese

Basierend auf dem Grundgedanken der behavioristischen Lerntheorien, wurde in den 40er Jahren des 20. Jh. von Lado und Fries als ein neuer Ansatz in der Fremdsprachenerwerbsforschung die sogenannte Kontrastivhypothese entwickelt. Mit dem Erscheinen des Buches ‘Teaching and learning English as a foreign Language’ von Charles Fries (1945) nimmt diese Theorie bis in die sechziger Jahre hinein eine dominierende Position innerhalb der Spracherwerbstheorien ein. Den Ausgangspunkt der Kontrastivhypothese bildet eine kontrastive Gegenüberstellung von L1 (Muttersprache) und L2 (Zielsprache):

“The most efficient materials [to teach languages] are those that are based upon a scientific description of the language to be learned, carefully compared with a parallel description of the native language of the learner.” (Fries 1945, 9)

Ähnliche Strukturen sind laut Lado (1957, 59) leicht zu lernen, weil sie transferiert werden und in der Fremdsprache zufriedenstellend funktionieren können. Unterschiedliche Strukturen bereiten aber Schwierigkeiten, weil sie, wenn transferiert, in der Fremdsprache nicht zufriedenstellend funktionieren werden und deshalb verändert werden müssen (Oksaar 2003, 99).

Nach der Kontrastivhypothese wird der Erwerb der Zweitsprache durch die Erstsprache beeinflusst und bestimmt. Es wird angenommen, dass die Unterschiedlichkeit der Sprachsysteme von L1 und L2 für den Erwerb der zweiten Sprache von entscheidender Bedeutung ist. Bei den größeren Sprachunterschieden erwartet man mehr Lernschwierigkeiten; wenn hingegen keine Unterschiede zwischen der L1 und L2 bestehen, kann leichter gelernt werden:

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