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Interferenzfehler deutschlernender Aserbaidschaner

Morpho-syntaktische und lexiko-semantische Interferenzfehler beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb

Pari Isakova

Bis Anfang der 1990er Jahre war die Erforschung des Deutscherwerbs der Aserbaidschaner aus politisch-historischen Gründen ausschließlich aus der Perspektive des Deutschen als Fremdsprache möglich. Mit der Wende und der Migration der ehemaligen Sowjetbürger, darunter auch Aserbaidschaner, in die BRD bekam Deutsch für die aserbaidschanischen Einwanderer auch den Status des Deutschen als Zweitsprache. Die aus einem theoretischen und einem empirischen Teil bestehende Arbeit erforscht den Einfluss des Aserbaidschanischen als Muttersprache auf den Erwerb des Deutschen sowohl als Fremd- als auch Zweitsprache. Unter anderem geht sie der Frage nach, ob sich die Interferenzfehler der aserbaidschanischen Deutschlernenden beim gesteuerten und ungesteuerten Fremdsprachenerwerb voneinander sowohl qualitativ als auch quantitativ unterscheiden.
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8. Lexiko-semantische Interferenzfehler

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Lexiko-semantische Interferenzfehler treten häufiger bei fortgeschrittenen Lernern auf. Am Anfangsstadium des Fremdsprachenerwerbs ist eher mit den phonetisch-grammatischen Interferenzerscheinungen zu rechnen als mit den lexiko-semantischen, was damit zu erklären ist, dass die in der Grundstufe behandelten einfachen lexikalischen Strukturen weniger Transfermöglichkeiten anbieten. Entsprechend der Lernstufe wächst auch der Lernwortschatz und mit der zunehmenden Zahl der lexikalischen Einheiten nimmt auch die Zahl der lexiko-semantischen Interferenzfehler zu (vgl. Rydlewska-Wiktorowicz 1982, 46f.).

Die lexiko-semantischen Fehler lassen sich von Fehlern aus dem Bereich der Grammatik nicht leicht trennen. Die lexiko-semantischen Fehler selbst sind auch „…schwerer klassifizierbar als grammatische Verstöße“ (Uhlisch 1992, 44). Laut Uhlisch liegt das unter anderem daran, dass die lexiko-semantischen Kategorien nicht in dem Ausmaß zur Verfügung stehen wie die grammatischen Kategorien.

Man unterscheidet auf dem Gebiet der Lexiko-Semantik die folgenden Transferursachen und daraus resultierende interlinguale Interferenzerscheinungen (vgl. Uhlisch 1992; Rydlewska-Wiktorowicz 1982):

In diesem Kapitel wird der Versuch unternommen, die interlingualen lexiko-semantischen Interferenzfehler der aserbaidschanischen Deutschlernenden festzustellen, sie in Kategorien einzuteilen und zu analysieren. Nach den Ergebnissen der Untersuchung lassen sich die Interferenzfehler im Bereich der Lexiko-Semantik aus beiden Korpora vier der obigen Kategorien zuordnen. Nur durch die Konvergenz entstandene Interferenzfehler konnten allerdings nicht festgestellt werden.

Insgesamt wurden im 1. Korpus 58 und im zweiten Korpus 41 Interferenzfehler registriert, was 7,5 % der Gesamtfehler des 1. Korpus und 4,6 % des 2. Korpus darstellt. Das macht 43,2 % im Korpus I und 33,8 % im...

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