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Ausbildungsabbruch und Biographie

Über Prozesse, Mechanismen und Wechselwirkungen in Lebensverläufen von Personen mit vorzeitiger Vertragslösung in der Berufsausbildung

Sebastian Klaus

Die vorzeitige Vertragslösung in außerakademischen Berufsausbildungen (Ausbildungsabbruch) ist seit Jahrzehnten ein regulärer Bestandteil des öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurses. Diese Untersuchung beleuchtet das Phänomen erstmals aus biographieanalytischer Perspektive und löst sich vom Fokus auf Gründe, Motive und Quoten. Das Ergebnis ist ein Prozessmodell eines typischen Verlaufs von der Kindheit bis hin zur biographischen und beruflichen Neuorientierung nach dem Ereignis. Das Prozessmodell zeigt nicht nur, dass die Entwicklungsgeschichte der Personen keineswegs so individuell ist, wie bislang angenommen wird. Es liefert ebenso Erklärungsmuster zu den Ursachen sowie Auswirkungen einer vorzeitigen Vertragslösung und eröffnet neue Ansatzpunkte zur Prävention beziehungsweise Kompensation.
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2.2 Zur Anlage der Untersuchung - Methodik und Forschungslogik

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„Die Komplexität der Berufsbildung als Erfahrungsobjekt und Gegenstandsbereich von [Berufsbildungsforschung]sowie deren Multidisziplinarität verhindern bisher klare und eindeutige Abgrenzungen der BBF von anderen Forschungsbereichen. Interdependenzen aller gesellschaftlichen Bereiche finden ihre Entsprechung in den Forschungen durch (unterschiedlich große) Schnittmengen miteinander verflochtener, multidisziplinär organisierter Forschungsbereiche“ (van Buer/Kell/Wittmann 2001, S. 10). An dieser Stelle soll eine weitere Herangehensweise vorgestellt werden. Die Darstellung der Methodologie und der Methoden ist in ihrer Expansion relevant, da diese in der Berufsbildungsforschung weitestgehend ungenutzt sind. Die Herangehensweise ist in dieser Forschungsdisziplin aber durchaus vielversprechend. Sie ermöglicht Erkenntnispotentiale über die Perspektive der Handelnden auf die soziale Wirklichkeit. Vor allem im Kontext der durch Individualisierung veränderten Rahmenbedingungen und Möglichkeitsstrukturen ist dieser Zugang zu dem fokussierten Ausschnitte der sozialen Wirklichkeit von Bedeutung. Es soll über die ausführliche Darstellung somit ein Beitrag zur Methodenvielfalt innerhalb der Berufsbildungsforschung geleistet werden.

Gegliedert ist die Darstellung in die Dokumentation der Forschungslogik der gegenstandsbezogenen Theoriebildung und der genutzten Datenerhebungs- und -auswertungsmethode. Jeder der drei Schwerpunkte untergliedert sich in die jeweils spezifischen theoretischen Grundlagen und die forschungsbezogene Anwendung. In den theoretischen Grundlagen werden die Herkunft und Entwicklung der Methode bzw. Methodologie ebenso aufgeführt, wie die Verankerung in der Wissenschaftstradition und der methodischen bzw. methodologischen Landschaft. Des Weiteren wird auf die Grundgedanken und kausalen Zusammenhänge, auf denen sie fußen, eingegangen. Nicht zuletzt gilt es in der Diskussion zu klären, was mit ihnen ermöglicht wird und welchen Einschränkungen sie unterliegen. Der...

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