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Ausbildungsabbruch und Biographie

Über Prozesse, Mechanismen und Wechselwirkungen in Lebensverläufen von Personen mit vorzeitiger Vertragslösung in der Berufsausbildung

Sebastian Klaus

Die vorzeitige Vertragslösung in außerakademischen Berufsausbildungen (Ausbildungsabbruch) ist seit Jahrzehnten ein regulärer Bestandteil des öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurses. Diese Untersuchung beleuchtet das Phänomen erstmals aus biographieanalytischer Perspektive und löst sich vom Fokus auf Gründe, Motive und Quoten. Das Ergebnis ist ein Prozessmodell eines typischen Verlaufs von der Kindheit bis hin zur biographischen und beruflichen Neuorientierung nach dem Ereignis. Das Prozessmodell zeigt nicht nur, dass die Entwicklungsgeschichte der Personen keineswegs so individuell ist, wie bislang angenommen wird. Es liefert ebenso Erklärungsmuster zu den Ursachen sowie Auswirkungen einer vorzeitigen Vertragslösung und eröffnet neue Ansatzpunkte zur Prävention beziehungsweise Kompensation.
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4 Fazit

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4.1 Zur Untersuchung

Das zugrunde liegende Ziel dieser Studie es, eine neue Perspektive auf das Phänomen der vorzeitigen Vertragslösung in der Berufsausbildung - sonst auch als Ausbildungsabbruch bekannt - in den wissenschaftlichen Diskurs einzubringen und somit die Theorieentwicklung in diesem Themenbereich voranzutreiben. Eng mit dieser Perspektive verbunden ist das Bestreben, hinter die Kulissen zu schauen. Nicht die Sammlung von Gründen und Motiven für die Entscheidung zu einer vorzeitigen Vertragslösung steht im Vordergrund, sondern die Einbindung des Ereignisses in die Biographie. Besonderer Wert wird demzufolge auf die Wechselwirkungen zwischen dem biographischen Verlauf der Betroffenen und der vorzeitigen Vertragslösung gelegt, die sich sowohl auf die biographische Determination vor dem Ereignis als auch auf die Auswirkungen der vorzeitigen Vertragslösung auf die biographischen Gestaltungsmöglichkeiten beziehen. Die Werdegänge der Betroffenen nach dem Scheitern in der Berufsausbildung sind dabei von besonderem Interesse, da hier die größten Forschungsdefizite bestehen. Insgesamt liegt der Studie somit die Suche nach generalisierungsfähigen Prozessen, Mechanismen und Phänomenen zugrunde, die den Biographien von Personen mit vorzeitiger Vertragslösung aus dem Forschungsfeld inhärent sind. Zielgebend ist dabei die Generierung einer Theorie über den Gegenstandsbereich, die auf der Akteursperspektive und deren Ausrichtung auf den spezifischen Ausschnitt der sozialen Wirklichkeit beruht. Die Sicht bzw. die Rekonstruktionen der Betroffenen, die der entsprechenden Gruppe zuzuordnen sind, gilt es zu erfasst und darüber Erkenntnisse über Prozesse, Mechanismen und Phänomene, die darin inbegriffen sind, analytisch zu abstrahieren, wobei die Deutungen und...

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