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Dean Gyoyuk – Reformpädagogik in Südkorea

Jung-In Lee

Die Reformpädagogik – genannt Dean Gyoyuk – stellt eine Neubestimmung der Humanität in den pädagogischen Konzepten in Südkorea dar. Insbesondere die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit steht im Mittelpunkt des pädagogischen Handelns. Vor diesem Hintergrund strebt die Reformpädagogik eine humanitäre Gesellschaft an, in der gute Schulzeugnisse und die Höhe der formalen Bildungsabschlüsse nicht mehr der alleinige Kategorisierungsmaßstab für die Menschen sein sollen. Dean Gyoyuk markiert somit einen Wendepunkt in der bisherigen südkoreanischen Bildungsentwicklung. Diese Untersuchung befasst sich mit der Bildungsgeschichte, dem Bildungssystem sowie aktuellen reformpädagogischen Bewegungen in Südkorea. Erziehung und Bildung werden vor dem Hintergrund geschichtlicher, kultureller, gesellschaftlicher und bildungspolitischer Kontexte analysiert und interpretiert.
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5. Schlussbetrachtung

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5.1. Zusammenfassung

Mit der vorliegenden Arbeit wurde der Versuch unternommen, einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des Bildungssystems und die Entstehung sowie Entwicklung der Reformpädagogik in Südkorea zu geben. Zunächst wurde die Entwicklungsgeschichte der modernen Bildung in Südkorea seit der Befreiung des Landes aus der japanischen Kolonialherrschaft untersucht. Dabei war es die Absicht, die Wandlungsprozesse der staatlichen Bildungsziele genauer zu analysieren, um so den latenten Entstehungshintergrund der Reformpädagogik aufzuzeigen. Nach dem Abzug der Japaner kontrollierte die amerikanische Besatzungsmacht Südkorea, bis eine eigene nationale Regierung gegründet wurde. Nach dem dreijährigen Koreakrieg stand Südkorea erneut in ökonomischer wie kultureller Hinsicht unter amerikanischem Einfluss. Dieser erstreckte sich auch auf den pädagogischen Bereich: Der Aufbau von Schulen und die Modernisierung des Bildungswesens fanden unter der Leitung von US-Amerikanern statt und orientierten sich bezüglich der Struktur und Inhalte sehr stark am amerikanischen Modell. Durch diese Anlehnung versäumten es die Koreaner, pädagogische Selbstständigkeit zu erlangen. Das amerikanische Bildungssystem bildete schließlich die Grundlage des jetzigen südkoreanischen Bildungswesens.

Erst nach Einleitung des von der autoritären Militärregierung erzwungenen Modernisierungsprozesses unter Präsident Park wurden viele der durch die jahrhundertelange konfuzianische Erziehung internalisierten Werte als kulturelle Basis für die notwendige wirtschaftliche Transformation miteinbezogen (Maull/Maull 1987, S, 98f). Der traditionell hohe Stellenwert von Lernen und Bildung in Südkorea und der ausgeprägte Bildungseifer schufen die wichtige Voraussetzung dafür, dass außergewöhnlich hoch qualifizierte...

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