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Die Krönung Josephs II. zum Römischen König in Frankfurt am Main

Logistisches Meisterwerk, zeremonielle Glanzleistung und Kulturgüter für die Ewigkeit

Bernhard Macek

Das Buch vermittelt ein umfassendes Bild von den ebenso aufwendigen wie glanzvollen Krönungszeremonien Josephs II. zum Römischen König. Dabei kommt nicht nur die Vergangenheit zur Sprache, sehr wohl wird auch der Gegenwartsbezug hergestellt. Zahlreiche Darstellungen noch heute existierender Krönungsinsignien sowie häufige Verweise auf Sammlungen und Museen laden den Leser ein, sich auf Spurensuche zu begeben. Wien und Frankfurt sind gleichsam als Hauptdrehorte der Krönungsfeierlichkeiten im Heiligen Römischen Reich zu nennen. Als Ergebnis liegt ein Buch vor, das Vergangenes mit Gegenwärtigem verknüpft und detaillierte kulturhistorische Vorgänge auf interessante und amüsante Weise beschreibt.
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Vorwort

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Joseph II. erscheint abhängig vom politisch-intellektuellen Hintergrund der einzelnen Autorinnen und Autoren, aber auch direkt abhängig vom jeweiligen Publikationszeitpunkt entweder als juveniler Zerstörer des Traditionellen, als aufgeklärter, irenischer, menschenfreundlicher Reformer oder aber als menschenverachtender Despot, der geliebt, belächelt, verachtet oder gar von seinen Kommentatoren gehasst wird. Den Wienern ist Joseph II. im Gewand eines römischen Imperators – Mark Aurel vergleichbar – auf dem (vor dem Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek befindlichen) Josephsplatz als Reitermonument von Franz Anton Zauner (1746–1822) geläufig. Am Ende seines relativ kurzen Lebens sah sich der ursprünglich mit vielen Vorschusslorbeeren Bedachte vor einem politischen Scherbenhaufen stehend. „Der Bauern Gott, der Bürger Noth, des Adels Spott liegt auf den Tod“1, schrieben anonyme Hände als Pasquill an die Mauern der Wiener Hofburg, als der sparsame Regent und „Menschenfreund“ Joseph II. bereits todkrank daniederlag. Der Spottvers verdeutlicht die mannigfachen Schwierigkeiten, mit denen sich der eitle und exzentrische, bei seinen Untertanen als Lutheraner verschriene2 Joseph II. am Ende seines rastlosen, von ausgedehnten Reisen gekennzeichneten Lebens und seiner unermüdlichen, zentralstaatlichen Reformbestrebungen konfrontiert sah. Aufstände in den österreichischen Niederlanden und in Ungarn führten die beginnende nationalstaatliche Zerbrechlichkeit der Habsburgermonarchie vor Augen.3

Von all dem war bei der Krönung des 1741 geborenen Thronfolgers zum römisch-deutschen König Joseph II. in Frankfurt 1764 wenig zu merken4. Wie Bernhard A. Macek in seiner minutiösen Darstellung verdeutlicht, beugte sich Joseph II. trotz aller späterhin geäußerter...

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