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Zweisprachigkeit und bilingualer Unterricht

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Edited By Magdalena Olpinska-Szkieko and Loretta Bertelle

Der Band stellt die Problematik der Zweisprachigkeit und des bilingualen Unterrichts in Polen umfassend dar. Er ist in zwei sich ergänzende Teile gegliedert. Die Autoren des theoretischen Teils repräsentieren verschiedene Disziplinen, u.a. Linguistik, Psychologie, Pädagogik und unterschiedliche Forschungsperspektiven, die zusammen ein komplexes Gesamtbild der polnischen Bilingualismusforschung ergeben. Der zweite Teil des Bandes spiegelt die theoretischen Schwerpunkte des ersten Teils auf der praktischen Ebene wider. Die Autoren, u.a. praktizierende Lehrer/innen, Vertreter von Selbstverwaltungsbehörden, nichtstaatlichen Organisationen und Verbänden, erörtern die für ihre berufliche Umwelt relevanten Probleme und bringen Lösungsvorschläge ein, die sich in der Praxis bewährt haben.
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Erkenntnisgewinn durch die Kampagne zur Förderung der deutsch-polnischen Zweisprachigkeit in Gebieten, die durch die deutsche Minderheit bewohnt werden

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Seit 2010 realisiert das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit (HDPZ) gemeinsam mit dem Verband der sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen eine Kampagne zur Förderung der deutsch-polnischen Zweisprachigkeit. Die Kampagne, die bis Ende 2013 unter dem Motto „Bilingua – zwei sind mehr als eine“ lief, steht nun unter dem Leitsatz „Bilingua – einfach mit Deutsch“. Die Kampagne zielt auf das historische Oberschlesien (heute die Woiwodschaft Oppeln und Schlesien) sowie das Ermland, die Masuren und Pommern ab, also die Regionen, die durch die deutsche Minderheit bewohnt werden. Das Konzept der Kampagne, das vom Bundesministerium des Innern und seit zwei Jahren auch vom polnischen Ministerium für Verwaltung und Digitalisierung unterstützt wird, beruht auf der Überzeugung, dass die Minderheitensprache in Gebieten in denen die Einwohner die deutsche Sprache aktiv verwendeten, bevor sie in den Jahren 1945–1989 gesetzlich verboten wurde, wieder „belebt“ werden sollte. Waren die in den Schulen Anfang der Neunzigerjahre eingeführten Bestimmungen zum Schutz der Minderheitensprachen, die einige Unterrichtsstunden pro Woche in der Minderheitensprache als Muttersprache ermöglichen noch als Erfolg zu verzeichnen, so kann nach fünfundzwanzigjähriger Praxis des derzeitigen Systems, das größtenteils in Form von drei zusätzlichen Stunden Minderheitenunterricht realisiert wird, nicht mehr die Rede davon sein, da eine derartige Norm nicht annähernd ausreicht. Die auf Erfahrungsberichten von jugendlichen Projektteilnehmern basierenden Erkenntnisse des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit zeigen, dass die Jugendlichen die deutsche Sprache in der Regel nicht in der Schule lernen, sondern von den Großeltern, von Zuhause oder aus dem Fernsehen kennen....

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