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Zweisprachigkeit und bilingualer Unterricht

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Edited By Magdalena Olpinska-Szkieko and Loretta Bertelle

Der Band stellt die Problematik der Zweisprachigkeit und des bilingualen Unterrichts in Polen umfassend dar. Er ist in zwei sich ergänzende Teile gegliedert. Die Autoren des theoretischen Teils repräsentieren verschiedene Disziplinen, u.a. Linguistik, Psychologie, Pädagogik und unterschiedliche Forschungsperspektiven, die zusammen ein komplexes Gesamtbild der polnischen Bilingualismusforschung ergeben. Der zweite Teil des Bandes spiegelt die theoretischen Schwerpunkte des ersten Teils auf der praktischen Ebene wider. Die Autoren, u.a. praktizierende Lehrer/innen, Vertreter von Selbstverwaltungsbehörden, nichtstaatlichen Organisationen und Verbänden, erörtern die für ihre berufliche Umwelt relevanten Probleme und bringen Lösungsvorschläge ein, die sich in der Praxis bewährt haben.
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Aus der Praxis eines zweisprachigen Kindergartens

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Seit September 2009 funktioniert in Raschau ein deutsch-polnischer Kindergarten, wo die überwiegend einsprachigen (monolinguistisch polnisch oder schlesische Mundart) Kinder die zweite Sprache unter natürlichen Bedingungen erwerben. Der zweisprachige Kindergarten, arbeitet nach dem Prinzip der frühen partiellen Immersion. In dieser Form wird in der polnischen, sowie in der deutschen Sprache in etwa 50% aller Kommunikationssituationen im Kindergarten gesprochen. In dem Kindergarten ist die Sprache eindeutig getrennt, die Kinder werden von polnisch- und deutschsprachigen Erzieherinnen betreut. Dank der Immersionsmethode eine Person- eine Sprache verbinden die Kinder die jeweiligen Sprachen mit bestimmten Personen, so werden die beiden Sprachsysteme der deutschen und polnischen Sprache getrennt.

In der Einrichtung funktionieren zwei bilinguale Gruppen, wo täglich zwei Erzieherinnen gleichzeitig arbeiten, die sich mit den Kindern in der Zielsprache d. h. auf polnisch und deutsch kommunizieren. Beide Sprachen funktionieren kontinuierlich nebeneinander. Die deutsche Sprache wird direkt benutzt ohne Übersetzung in die erste Sprache der Kinder. Zusätzlich arbeitet in dem Kindergarten eine Praktikantin aus Deutschland, was ein großer Vorteil ist, da der Gehörsinn von Kindern im Kindergartenalter sehr aufnahmebereit für lautliche Details ist. Der ‚Native Speaker‘ vermittelt außer authentischen Kommunikationssituationen, die kulturellen Eigenheiten seines Herkunftslandes.

Die deutsche Sprache wird von den deutschsprachigen Erzieherinnen in dem Kindergarten durch freie Konversationen und ritualisiertes Sprechen vermittelt. Die Äußerungen der Kinder werden durch korrektes Vorsagen und Wiederholen unterstützt. Auch die polnische Wendungen oder einzelne Wörter der Kinder, werden in die deutsche Sprache übersetzt, damit sogenannte...

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