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Zachows Kantaten

Quellen – Stil – Kontext

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Wladimir Stadnitschenko

Zum 350-jährigen Geburtsjubiläum von F. W. Zachow erscheint erstmals in Buchform diese innovative, provokative und auch überraschende Forschungsarbeit. Zachow war Händels Lehrmeister. Die Arbeit erschließt die Handschriften der Vokalwerke Zachows mit historisch-quellenkundlicher Methodik und stellt erstmals ein Quellenverzeichnis zusammen. Sie untersucht die gattungs- und stilbildenden Aspekte seiner Kompositionen und seine musik-historische Sonderbedeutung. Außerdem erörtert sie die Bewerbung von J. S. Bach 1713 in Halle und seine Teilnahme am Orgelneubau, Bachs ideale, recht schöne und recht große Orgel. Diese Arbeit wendet sich an Kirchenmusiker, Chorleiter, Organisten und Sänger und alle, die die musica sacra des Halleschen Spätbarockkomponisten F. W. Zachow wiederentdecken möchten.
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Kapitel 6 Zum allgemeinen und besonderen Verhältnis der Vokal- und Instrumentalmusik. Melodik und Harmonik. Polyphonie

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Kapitel 6Zum allgemeinen und besonderen Verhältnis der Vokal- und Instrumentalmusik. Melodik und Harmonik. Polyphonie

Zachows melodischer Stil, d. h. seine vokale und instrumentale Melodik wurde vor allem von den drei folgenden wichtigen Faktoren beeinflußt: Vom deutschen protestantischen Kirchenlied, den spezifisch instrumentalen Techniken, sowie der Melodik der italienischen Oper und mancher anderen deutschen und italienischen Gattungen. Siehe Notenbeispiele 1–5, 10, 12, 16, 18, 19, 21, 30 und Abbildungen 10, 11. Als amtierender Kirchenmusiker war Zachow lebenslang mit dem protestantischen Choral beschäftigt. Der zitierte Cantus firmus bildet sowohl die motivisch-thematische Grundlage einer ganzen Reihe von Kantatennummern als auch zahlreiche Choralvorspielen und Variationen. Siehe Abbildung 6, 10, 11, 14. In den Fugen und fugenartigen Kompositionen wird der zitierte Cantus firmus zur Proposta gemacht. Auffallend ist dabei die Art und Weise des Zitierens: Der Choralgesang wird von Zachow oft so wiedergegeben, wie er im zeitgenössischen evangelischen Gesangbuch steht. Die Kirchentonart, in der das Lied steht, ist stets beibehalten und meistens originalgetreu wiedergegeben, der Rhythmus hingegen frei modifiziert. Siehe Notenbeispiele 10–11, 36–37. Ausnahmefall: Abbildung 10.

In den Choralfugen wird, ähnlich wie bei Buxtehude, in der Regel nur der Anfang der zitierten Choralzeile, d. h. der Themenkopf benutzt. Die Proposta hat dabei keine deutliche Kadenzierung und wird im Gegensatz aufgelöst. So zitiert Zachow frei die Lieder aus dem Gesangbuch. Die Tonart bleibt dabei erstaunlich streng gewahrt. So wird z. B. das Lied „Nun komm der Heiden Heiland“ (aeolisch) seltener in die moderne harmonische Molltonart...

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