Show Less
Restricted access

Die insolvenzrechtliche Erfassung von Bankgeschäften und Finanzdienstleistungsverträgen

Series:

Kevin Stephan

Wie die Finanzmarktkrise eindrücklich gezeigt hat, versetzt die Insolvenz eines Kredit- bzw. eines Finanzdienstleistungsinstituts alle Beteiligten in eine schwierige Lage. Diese Arbeit ist an der Schnittstelle zwischen Bank- und Insolvenzrecht angesiedelt und bietet einen umfassenden Überblick über die insolvenzrechtliche Abwicklung der in § 1 Abs. 1 S. 2,Abs. 1a S. 2 KWG aufgeführten Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen. Es werden die Besonderheiten derartiger Verträge herausgearbeitet und deren Auswirkungen im Insolvenzverfahren aufgezeigt. Im Vordergrund der Studie steht dabei die Frage, ob die Insolvenzordnung sowie das Insolvenznebenrecht, insbesondere mit Blick auf den Gläubigergleichbehandlungsgrundsatz, diese Besonderheiten berücksichtigen kann oder sogar muss.
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 1: Einleitung

Extract



A. Die Krise von Finanzintermediären

„Ich beantrage die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über mein Vermögen“1. Mit diesem unterschriebenen Satz beginnt für den Antragsteller eine ungewisse Reise. Er legt sein wirtschaftliches Schicksal in die Hände des zuständigen Insolvenzgerichts. Viele Betroffene zögern aber vor diesem Schritt. Dabei schieben sie die Antragstellung nicht aus Ungewissheit über die sich anschließende Insolvenzabwicklung hinaus. Vielmehr muss der Antragsteller, bevor er eine Insolvenzeröffnung als mögliche Lösung seiner wirtschaftlichen Probleme erkennt, sich sowohl der Probleme selbst als auch der eigenen Unfähigkeit zu ihrer Überwindung bewusst werden. In der Regel hat der Insolvenzschuldner aber bereits den genauen Überblick über seine Vermögenslage verloren mit der Folge, dass der Eröffnungsbeschluss erst in einer Situation ergehen kann, bei der eine sinnvolle Sanierung des Insolvenzschuldners nahezu ausgeschlossen ist. Die Grundausrichtung des neuen Insolvenzrechts, wonach das Scheitern eines Wirtschaftssubjekts nicht zwangsweise dessen Marktaustritt zur Folge haben muss, sondern der Betroffene auf einen wirtschaftlichen Neuanfang hoffen kann, bleibt so den meisten unternehmerischen Insolvenzschuldnern verwehrt.

Dabei sind die Ursachen für die wirtschaftliche Zwangslage der Antragsteller so unterschiedlich, wie es auch die einzelnen Antragsteller selbst sind. Neben plötzlicher Arbeitslosigkeit gepaart mit falschem Konsumverhalten oder wirtschaftlichen Fehlentscheidungen bzw. Fehlinvestitionen verursachen immer wieder auch gesamtwirtschaftliche Effekte finanzielle Engpässe. Betrachtet man die veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes über die jährlichen Insolvenzen zeigt sich eine stetige Zunahme. Verzeichnete das Bundesamt 1991 noch eine Gesamtzahl von 13.323...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.