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Innovationssysteme und Wohlstandsentwicklung in der Welt

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Edited By Bernhard Seliger, Jüri Sepp and Ralph Michael Wrobel

Wer die vorherrschenden europäischen wirtschaftspolitischen Diskurse der vergangenen Jahre anschaut, könnte meinen, dass Wohlstandsentwicklung im Wesentlichen als Folge von wohlgemeinten und tiefgreifenden Staatseingriffen besteht. Egal, ob es um die Rettung von einzelnen Unternehmen oder ganzen Staaten geht, staatlich gesetzte Zielmarken ersetzen Ergebnisse des Marktes. Die Einschränkung der wettbewerblichen Freiheit wird dabei hingenommen und meistens gar nicht thematisiert. Das kann aber nur dann zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, wenn man schon das beste mögliche Ergebnis des Marktprozesses kennt und vorwegnehmen kann. Diese Problematik ist letztlich das Grundproblem der staatlichen Innovationspolitik. Aber wie kann der Staat am besten Innovationen fördern, die er nicht kennt, nicht im Sinne eines stochastischen Risikos, sondern im Sinne der von Frank Knight definierten Ungewissheit, die eben nicht vorausberechenbar ist?
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Grünes Wachstum in Südkorea - Etikettenschwindel, Neo-Keynesianismus oder ein neues Paradigma der Ordnungspolitik?

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1. Einführung

Südkorea hat in den letzten beiden Jahrzehnten eine doppelte Transformation der Wirtschaftsstruktur vollgezogen – vom „dreckigen“ Schwellenland zu einem „sauberen“ High-Tech-Land, und, in letzter Zeit, zu einem „grünen Wachstumsland“. Dieses Schlagwort hat Südkorea vielleicht nicht erfunden, hat es aber sehr geschickt genutzt und zur offiziellen wirtschaftspolitischen Vision der Regierung von Präsident Lee Myung-Bak (2008-2013) gemacht. Am 15. August 2008, am 60. Jahrestag der Gründung der Republik Korea, verkündete Präsident Lee Myung-Bak eine neue Vision des nationalen Wachstumsmodells: „Low Carbon Green Growth“ (LCGG). Die Grundlage des neuen Konzepts der Entwicklung „für die nächsten 60 Jahre“ ist ein ökologisch orientiertes Wachstum, welches die Verwendung von Kohlenwasserstoffen reduziert. “Grünes Wachstum” – das ist ein neues Entwicklungsparadigma, das neue Wachstumsmotoren und Arbeitsplätze schaffen soll unter Verwendung “grüner” Technologien und sauberer Energie. Hintergrund der politisch mit viel Elan vorgebrachten Politik ist, daß bisher jeder demokratisch gewählte südkoreanische Präsident versucht hat, seiner relativ kurzen Präsidentschaft – es gibt keine Wiederwahlmöglichkeit – seinen Stempel aufzudrücken durch eine besondere Politik.1

Die erste große politische Vision, die Lee Myung-Bak im Wahlkampf hatte, war die des Baus eines „großen Kanals“ von Seoul nach Busan, ← 251 | 252 → die ebenfalls schon Züge von Wachstumspolitik und grüner Politik durch Umleitung des Verkehrs auf Wasserstraßen hatte. Sie wurde jedoch scharf kritisiert, für technisch unmöglich gehalten, und schließlich durch das ebenfalls umstrittene Programm des...

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