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Die Sprach- und Kulturmittlung in Altenbetreuungseinrichtungen

Eine empirische Forschungsarbeit

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Giovanni Bevilacqua

Die Bevölkerung in den westlichen Industrieländern altert. Das gilt auch für die Einwanderergeneration, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Heimatland aus wirtschaftlichen Gründen verlassen hat und trotz des festen Vorsatzes, nur einige Jahre in der Fremde zu verbringen, nie wieder zurückgekehrt ist. Dieses Buch beschäftigt sich mit der ersten italienischen Einwanderergeneration in der belgischen Provinz Limburg, die sich nun im Rentenalter befindet und Gebrauch der dortigen Gesundheits- und Altenbetreuungseinrichtungen macht. In dieser empirischen Forschungsarbeit wurde anhand einer teilnehmenden Beobachtung und eines Fragebogens ermittelt, welche Bedürfnisse die älteren Italiener haben, ob sich diese Bedürfnisse von denen der einheimischen Älteren unterscheiden und ob sie von den Verantwortlichen wahrgenommen und befriedigt werden.
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Schlussbemerkungen

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In diesem Kapitel, das den Titel „Schlussbemerkungen“ trägt, sollen aus den erzielten Ergebnissen einige Schlussfolgerungen abgeleitet werden, die als Ausgangspunkt für eine Diskussion über die Rolle des Sprachmittlers im Bereich der Betreuung älterer ausländischer Menschen in Flandern dienen könnten.

Die teilnehmende Beobachtung hat u.a. gezeigt, dass auch ausländische ältere Menschen an körperlichen und geistigen Gebrechen leiden. Das Betreuungsproblem wird jedoch in diesen Fällen noch schwerwiegender, weil zu einer „normalen“ altersbedingten Regression geringe oder nicht vorhandene Kenntnisse der Sprache des Aufnahmelandes kommen. Verschiedene Autoren (Talloen, 2007; Lodewijckx, 2007; Verrept, 2008) zeigen, dass ausländische ältere Menschen wegen der Sprachbarriere erschwert Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Wie eine Studie der Hocta, dem niederländischen Verband der im Gesundheitswesen Beschäftigten über demenzkranke ausländische ältere Menschen zeigt, erkennen die Familienangehörigen oft nicht (oder verdrängen es), dass ihre Eltern an Demenz erkrankt sind, weil diese Krankheit tabuisiert wird.80 Die Daten zu Flandern wurden im Dementieplan Vlaanderen 2010–2014 zusammengefasst, der am 17. September 2010 vom flämischen Gesundheitsminister Vandeurzen veröffentlicht wurde. Die Zahl der Demenzkranken beläuft sich ungefähr auf 100.000 Personen und die Schätzungen für die Zukunft sprechen bis zum Jahr 2020 von einem Anstieg um 30% (Vandeurzen, 2010b: 4). Das Ziel des „Plans“ besteht darin, den Patienten eine allumfassende Betreuung anzubieten („nicht mehr tun sondern anders“). Diese Betreuung stützt sich auf sechs Grundsätze (Ibid.: 4–6): 1) Openheid en inclusie in sociaal burgerschap...

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