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Die Sprach- und Kulturmittlung in Altenbetreuungseinrichtungen

Eine empirische Forschungsarbeit

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Giovanni Bevilacqua

Die Bevölkerung in den westlichen Industrieländern altert. Das gilt auch für die Einwanderergeneration, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Heimatland aus wirtschaftlichen Gründen verlassen hat und trotz des festen Vorsatzes, nur einige Jahre in der Fremde zu verbringen, nie wieder zurückgekehrt ist. Dieses Buch beschäftigt sich mit der ersten italienischen Einwanderergeneration in der belgischen Provinz Limburg, die sich nun im Rentenalter befindet und Gebrauch der dortigen Gesundheits- und Altenbetreuungseinrichtungen macht. In dieser empirischen Forschungsarbeit wurde anhand einer teilnehmenden Beobachtung und eines Fragebogens ermittelt, welche Bedürfnisse die älteren Italiener haben, ob sich diese Bedürfnisse von denen der einheimischen Älteren unterscheiden und ob sie von den Verantwortlichen wahrgenommen und befriedigt werden.
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Vorwort

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Das Thema der immer älter werdenden Bevölkerung ist eines der meist diskutierten in den Industrieländern. Der Aging Report 2012 der Europäischen Kommission besagt, dass sich aufgrund von Faktoren wie Fruchtbarkeit, Lebenserwartung und Migrationsrate die Altersstruktur der EU-Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten dramatisch verändern wird. In 50 Jahren wird die Gesamtbevölkerungszahl etwas höher sein, die Menschen sind jedoch erheblich älter. Wird ein solch starker Anstieg der Zahl älterer Menschen nicht von angemessenen Maßnahmen begleitet, so hat er sicherlich schwerwiegende Auswirkungen auf die Volkswirtschaften und Gesellschaften der Mitgliedsstaaten. Momentan kommen auf jeden über 65-Jährigen noch vier Personen im erwerbsfähigen Alter, aber für das Jahr 2060 sieht Eurostat eine Halbierung dieses Verhältnisses vorher. Der Anteil der über 65-Jährigen wird von momentan 17% auf 30% im Jahr 2060 ansteigen, während der Anteil der über 80-Jährigen 12% gegenüber 5% im Jahr 2010 betragen wird (Europäische Kommission, 2012: 26).

Die Wanderungsbewegungen der letzten 20 Jahre haben die sozio-ökonomischen Strukturen vieler europäischer Länder radikal verändert. Italien, das für mehr als ein Jahrhundert ein Auswanderungsland war, wurde nun mit dem bis dahin nie dagewesenen Phänomen der Einwanderung konfrontiert. Auf der anderen Seite stehen Länder wie Belgien, die seit je her Einwanderungsländer sind, einem ganz anderen Problem gegenüber, und zwar dem der Betreuung der alternden Einwanderergeneration, auf das sie nicht vorbereitet waren. Damals dachten die Politiker, die Anwesenheit...

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