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Jesus, der Kyrios?

Die Plausibilität des christlichen Bekenntnisses

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Gertrud Pechmann

« … denn wenn du mit deinem Mund bekennst: «Jesus ist der Herr» und in deinem Herzen glaubst: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt», so wirst du gerettet werden.» (Röm 10,9) So lautet eines der ältesten Glaubensbekenntnisse des Neuen Testaments, das der Apostel Paulus in seinem Römerbrief überliefert hat. Es benennt den Kern des christlichen Bekenntnisses: Gott ist in Jesus Christus ein Mensch geworden, der gestorben und auferstanden ist. Aber wer war Jesus, wie sehen und verstehen ihn das Neue Testament, die Leben-Jesu-Forschung, die Ökumenischen Konzilien, moderne Theologen wie Karl Rahner und Hans Urs von Balthasar sowie populäre Schriftsteller wie Gilbert Keith Chesterton und Clive Staples Lewis? Dieser Spur folgt das Buch. Es geht davon aus, dass die Person Jesus Christus eine Herausforderung für Glaube und Verstand ist, und möchte die Argumente christlicher Denker für die Plausibilität des christlichen Bekenntnisses darstellen.
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2. Röm 10,9 und drei Ausgangsfragen

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Der Römerbrief ist wohl der letzte echte Paulusbrief und könnte um 56. n. Chr. in Korinth verfasst worden sein. Mit ihm, der sich vornehmlich mit der Beziehung zu Israel beschäftigt, beginnt die Sammlung der paulinischen Schreiben im Neuen Testament. Paulus wirbt darin für sein Verständnis der Frohen Botschaft, legt also der heidenchristlichen Gemeinde in Rom seine Theologie vor, und widmet sich danach dem Leben der Christen in der (heidnischen) Gesellschaft. Der Brief lässt erkennen, dass Paulus hoffte, eine Art missionarische Partnerschaft mit den Christen in Rom aufzubauen, wo er eine Zeitlang das Evangelium verkünden wollte, um sich danach Spanien zuzuwenden. Ein Schwerpunkt des Briefes ist das universale Handeln Gottes in der Person Jesu Christi, der gestorben und auferstanden ist. Wer sich wie die Christen zu ihm bekennen kann, erfährt das Heil (10,9f: 14,9.15; 15,3). Der Brief bzw. Teile von ihm zeigten eine große Wirkungsgeschichte, etwa auf die protestantische Auffassung vom Staat (aufbauend auf 13,1-7, wo die staatliche Ordnung als Geschenk Gottes gesehen wird und deren Gewalt der Christ Folge leisten muss). Die Kapitel 9 bis 11 allerdings haben in der christlichen Bibelauslegung bis ins 20. Jahrhundert eine untergeordnete Rolle gespielt.39

Der Römerbrief wird von einem Präskript (1,1-7), dem sich eine Einleitung anschließt (1,18-17), und dem Schluss (15,14) gerahmt. Bei der theologischen Entfaltung bezieht sich der Apostel auf uraltes christliches Glaubensgut, um den gemeinsam bekannten Glauben als Basis in Erinnerung...

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