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Jesus, der Kyrios?

Die Plausibilität des christlichen Bekenntnisses

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Gertrud Pechmann

« … denn wenn du mit deinem Mund bekennst: «Jesus ist der Herr» und in deinem Herzen glaubst: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt», so wirst du gerettet werden.» (Röm 10,9) So lautet eines der ältesten Glaubensbekenntnisse des Neuen Testaments, das der Apostel Paulus in seinem Römerbrief überliefert hat. Es benennt den Kern des christlichen Bekenntnisses: Gott ist in Jesus Christus ein Mensch geworden, der gestorben und auferstanden ist. Aber wer war Jesus, wie sehen und verstehen ihn das Neue Testament, die Leben-Jesu-Forschung, die Ökumenischen Konzilien, moderne Theologen wie Karl Rahner und Hans Urs von Balthasar sowie populäre Schriftsteller wie Gilbert Keith Chesterton und Clive Staples Lewis? Dieser Spur folgt das Buch. Es geht davon aus, dass die Person Jesus Christus eine Herausforderung für Glaube und Verstand ist, und möchte die Argumente christlicher Denker für die Plausibilität des christlichen Bekenntnisses darstellen.
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6. Gilbert Keith Chesterton und Clive Staples Lewis

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Karl Rahner und Hans Urs von Balthasar waren Theologen, die der Nachwelt ein umfangreiches Werk hinterlassen haben. Ob ihre Bücher heute noch von interessierten Laien verstanden werden, darf bezweifelt werden, vor allem wegen ihrer philosophisch-theologischen Fachsprache. Einem breiten Publikum werden die Veröffentlichungen deshalb nicht zugänglich sein. Das Verständnis ihrer Veröffentlichungen setzt eine theologische Bildung voraus, über die heute immer weniger Leser verfügen. Um das theologische Denken über Jesus Christus vielen Lesern zugänglich zu machen, ist also der Zugang über populäre christliche Literatur939 geeigneter als der über akademische Schriften.

Diese Idee hatten bereits zwei Zeitgenossen Rahners und von Balthasars: Gilbert Keith Chesterton (1874-1936) und Clive Staples Lewis (1898-1963).

Die beiden Schriftsteller kamen vom Atheismus zum Christentum zurück und verfassten Bücher, um den christlichen Glauben allgemeinverständlich zu erklären und mit ihrer Zeugnis- und Bekenntnisliteratur für das Christentum zu werben. Das taten sie in einer Zeit, die geistesgeschichtlich vom Darwinismus, Materialismus und dem unbedingten Glauben an den Fortschritt des Menschen und der Technik geprägt war und in der das Christentum und insbesondere die katholische Kirche keinen guten Ruf genossen.940 „Kaum jemand konnte sich vorstellen, daß der Katholizismus etwas anderes als ein Hort des Aberglaubens ← 225 | 226 →und der Irrationalität war“941, beschreibt Matthias Wörther die damalige öffentliche Meinung in Großbritannien. Damit waren Chesterton und Lewis im wahrsten Sinne des Wortes theologisch tätig. Beide Autoren waren Teil einer internationalen Bewegung an der...

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