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Metaphysik und die Ordination des Bewusstseins

Sander Wilkens

Metaphysik und Logik rechnen die Beziehungen der Bewusstseinsvermögen gewöhnlich nicht zu den logischen Beziehungen. Eine Ausnahme ist Kants Unterordnung der Sinnlichkeit unter das Verstandesvermögen in der Kritik der reinen Vernunft. Die Logik lehrt außerdem, bei der Anschauung erhalte man stets nur einen einzigen Gegenstand, womit Kant die Geschichte zugleich rekapituliert und prädeterminiert. Fragt man nach der Umkehrbarkeit des Bestimmungsverhältnisses unter den Fakultäten, ergibt sich aber keine Falschheit oder Unmöglichkeit. Es eröffnet sich ein breites Feld an Möglichkeiten, die echte Determination in die Fakultäten zu verlegen und die Formen der Erkenntnis hiervon abhängig zu machen. Die Geschichte der Projektion wird in den Zeugenstand berufen, inklusive einer abschließenden Neubewertung der Korrespondenz.
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[II]. Theoretische Voraussetzungen

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Die folgende Zitatreihe (Akkolade 1) möge, zunächst im historischen Vorspann, vorführen, wie im Zeitalter des anhebenden und vollendeten Rationalismus ein Schwanken ([1] vs. [2]), wenn nicht eine wesentliche Ambiguität ([3] in sich vs. [4]) bezüglich des Status der Sinnlichkeit fundamental ist – und, am historischen Moment der eklatanten Polarität mit dem Empirismus bemessen (der mit Pasch und Helmholtz in der Mathematik wiederkehrt85), bleiben wird –, während das Organ des Bewusstseins auszubilden im Zentrum steht. Die Forderung der Tangente in einem der Dokumente zur Differentialrechnung ist – unmittelbar – auch Basistheorem der Perspektivdarstellung bei Lambert (die Tangente der Horizontale auf dem Gesichtskreis oder hemisphaera) und bezeichnet ein unschließbares Wechselverhältnis (i.e. die Interferenz) zwischen dem reinen (idealen) und empirischen Raum. Überdies aber, worauf es nunmehr vor allen ankommt, an Entitäten, die einmal ihre Geburt dem Verstand verdanken, das andere Mal und ebenso notwendig, empirischer Sensation (und Bemessung). In diesem Umfeld ‚begeht‘ Spinoza einen Pas [4], dem, wäre er Richtschnur der theoretischen Orientierung, es zukommen müsste, einen neuen fonds (i.e. Grundstück) zu richten, und somit kein faux pas, sondern juste und berechtigt. Das Prinzip, das dahinter steht – […] der Geist durch den Affect [i.e. die Empfindung] so bestimmt werde, das zu denken, was er klar und bestimmt auffasst […] –, gilt es im Folgenden herauszustellen. Der Ort, in dem die Logik im menschlichen Bewusstsein verankert ist, ist von so eklatanter Bedeutung, dass es für das Folgende und überhaupt angemessen erscheint, ihn eigens durch den beständigen...

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