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Deutsche und kamerunische Jugendsprache im Kontrast

Untersuchungen zur lexikalisch-semantischen und pragmatischen Kreativität mit didaktischem Bezug zum DaF-Unterricht

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Eugeune Colinet Tatchouala

Jugendsprache ist heutzutage ein internationales Thema von besonderer Brisanz für die Forschung, Öffentlichkeit und Bildung. Der Beitrag zur sprachlichen Kreativität deutscher und kamerunischer Jugendlicher mit didaktischem Bezug zum Deutschunterricht zeigt deutlich aufschlussreiche Unterschiede wie aber auch überraschende Ähnlichkeiten zwischen zwei sprachlich und kulturell weit auseinanderliegenden Varietäten: der deutschen und kamerunischen Jugendsprache. Durch die vergleichende linguistische Analyse werden auch Möglichkeiten und Grenzen kontrastiver Betrachtungsweisen aufgezeigt. Anhand konkreter Beispiele aus dem Unterricht und auf Basis von Ergebnissen aus der Motivationsforschung, Mehrsprachigkeitsdidaktik und germanistischen Variationslinguistik stärkt die Studie zudem den Stellenwert der Jugendsprache als bedeutende Stütze im Sprachunterricht Deutsch. Somit verschafft diese empirische Arbeit durch ihren praktischen Bezug, ihre kontrastive Perspektive und ihre didaktische Ausrichtung einen tiefen Einblick in die Thematik Jugendsprache.
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3 Theoretische Grundlagen

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3.1 Jugendsprache als Untersuchungsgegenstand in der Linguistik: ein Forschungsüberblick

„Wir können in der Wissenschaft nicht ab ovo beginnen.“ (Revers 51999, 82)

Mit dieser Aussage macht Revers (51999, 82) deutlich, dass jede Forschungsbestrebung stets in einem Abhängigkeitsverhältnis zur eigenen und gesellschaftlichen Geschichte sowie zu vorwissenschaftlichen Erfahrungen steht. Ich stimme ihm zu, ergänze aber seinen ausschließlich lebensgeschichtlich ausgerichteten Gesichtspunkt hinsichtlich des Wissenschaftsbetriebs mit einer forschungsgeschichtlichen Perspektive: Wir können in der Wissenschaft nicht ab ovo beginnen. Von großer Bedeutung bei einer Forschung kann schließlich auch unsere vorwissenschaftliche Erfahrung sein, „die sich an der Wirklichkeit des Lebens und der Lebenssituationen gebildet hat“ (Revers 51999, 82).177 Unberührt davon bleibt jedoch als wichtigster Punkt die Forschungsgeschichte, d. h. die wissenschaftliche Erfahrung in dem ausgewählten Forschungsgebiet und das Vorwissen über den Forschungsstand zum zu behandelnden Thema. Sind diese Vorbedingungen nicht erfüllt, laufen wir Gefahr, offene Türen einzurennen, schon bekanntes Wissen zu reproduzieren oder, in der Formulierung von Dörnyei (2007, 16), das Rad erneut zu erfinden: “[…] It would be a waste of time and energy to ignore other people’s work and ,reinvent the wheel‘ again and again”.

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