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Steueraggressivität börsennotierter und nichtbörsennotierter Unternehmen in Deutschland

Eine theoretische und empirische Analyse

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Theresa Weiß

Das Bestehen einer Steuerpflicht löst stets auch Bestrebungen aus, dieser zu entgehen. Entsprechende Verhaltensmuster großer, international agierender und häufig börsennotierter Unternehmen sind Gegenstand einer öffentlichen Debatte jüngerer Zeit. Die empirische Forschung befasst sich schon seit längerem mit dem Phänomen eines solchen Verhaltens, wobei speziell die deutsche Forschungsliteratur diesbezügliche Defizite aufweist. Diese Arbeit widmet sich der systematischen Aufarbeitung dieses Phänomens und diskutiert, inwiefern Unterschiede zwischen Unternehmen bestehen. Hierbei wird insbesondere die Frage erörtert, ob – in Deutschland – börsennotierte und nichtbörsennotierte Unternehmen unterschiedlich stark steueraggressiv agieren. Die Arbeit liefert hierzu erste empirische Befunde.
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3 Zusammenführung von Steueraggressivität und Rechnungslegung

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Im Spannungsfeld der asymmetrischen Informationsverteilung zwischen Eigenkapitalgebern und den mit der Unternehmensführung beauftragten Managern übernimmt die (externe) Rechnungslegung eine wichtige Rolle zum Abbau dieser Informationsasymmetrie.325 In einer Welt mit perfekten und vollständigen Märkten wäre Rechnungslegung dagegen überflüssig.326 Die Nachfrage nach Rechnungslegung kann auf zwei zentrale Verwendungsweisen zurückgeführt werden. Zum einen wird Rechnungslegung als Kontrollinstrument für die Tätigkeit der Manager benötigt (stewardship demand), zum anderen wird Rechnungslegung als Basis für Investitionsentscheidungen herangezogen (decision-making demand).327

Informationsasymmetrien und Prinzipal-Agent-Konflikte sind jedoch nicht nur auf die Beziehung zwischen Eigenkapitalgeber und Manager beschränkt.328 Da ein Unternehmen aufgrund seiner Eigenschaft als monolithisches Aggregat üblicherweise verschiedene Hierarchieebenen mit entsprechenden Entscheidungsträgern aufweist, die jeweils unterschiedliche Informationsausstattungen besitzen, können beispielsweise Agentur-Konflikte zwischen Topmanagement und Bereichsmanagement bestehen.329 Wird des Weiteren die Annahme einer vollständigen Eigenfinanzierung aufgehoben, so sind die fremdfinanzierungsbedingten Agentur- Konflikte zu beachten. Bei Fremdkapitalfinanzierung tritt zunächst ein Anreiz zur Wahl risikobehafteter Projekte auf, da ein Teil der Risikokosten von den Fremdkapitalgebern getragen wird, welche dieses Verhalten jedoch antizipieren und mit ← 71 | 72 → einem entsprechenden Risikoaufschlag reagieren. Für die Fremdkapitalgeber besteht auch die Möglichkeit, durch Vertragsklauseln ein entsprechendes Verhalten einzudämmen. Deren Erstellung ist jedoch mit Kosten verbunden und es entstehen – sofern das Unternehmen hierdurch nicht mehr situationsangepasst reagieren kann – Kosten durch eine reduzierte Profitabilität. Zudem gehen Vertragsklauseln mit Überwachungs- und Bindungskosten einher, so dass eine vollständige Beseitigung des Agenturproblems aufgrund der zu hoch werdenden Kosten...

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