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Die Grafen von der Schulenburg auf Lieberose und ihr Archiv

(Rep. 37 Herrschaft Lieberose)

Series:

Udo Gentzen, Kathrin Schaper and Susanne Wittern

Über 400 Jahre, von 1519 bis 1945, war die Familie von der Schulenburg auf Lieberose, einer der bedeutsamsten Standesherrschaften der Niederlausitz, ansässig. Aufgrund ihrer bevorzugten Stellung nahm sie maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung dieses Markgraftums.
Ihre schriftliche Hinterlassenschaft in dem im Brandenburgischen Landeshauptarchiv verwahrten Bestand Rep. 37 Herrschaft Lieberose ist Gegenstand dieser Publikation. Dieses Findbuch vereint die Verzeichnung der drei Archivaliengattungen Urkunden, Akten und Karten und erläutert diese durch detaillierte Bestandsanalysen. Die Akten und Karten dokumentieren die spezifischen Funktions- und Aufgabenbereiche einer patrimonialen Herrschaft. Der Urkundenbestand wird in sehr ausführlichen Vollregesten dargeboten.
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Vorwort

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Unter Archivaren und Historikern bedarf es keiner langen Diskussion darüber, dass Adelsarchive zu den herausragenden Teilen der schriftlichen Überlieferung in Deutschland und in Europa seit dem Mittelalter gehören und dass sie zur Erkenntnis der Vergangenheit mit ihren Inhalten sowohl eingehend archivisch erschlossen als auch historisch umfassend ausgewertet werden sollten. Denn der Adel hat jahrhundertelang in politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht eine maßgebliche Rolle gespielt, und ohne die eindringliche Einbeziehung seiner vielfältigen Wirksamkeit in die geschichtswissenschaftliche Forschung sind die Verhältnisse einer monarchischen und ständischen Ordnung, wie sie bis ins 20. Jahrhundert hinein die deutsche und europäische Entwicklung geprägt haben, nicht angemessen zu verstehen. In den Ländern der Germania Slavica östlich von Elbe und Saale, die in mehreren Schüben vom 10. bis zum 13. Jahrhundert dem Deutschen Reich eingegliedert und ihm durch die im 12. Jahrhundert einsetzende deutsche Ostsiedlung, durch die Zuwanderung von Deutschen und ihre Assimilierung der vorgefundenen slawischen Bewohner, auf Dauer gesichert wurden, reichen die Anfänge adliger Herrschaftsbildung im Allgemeinen bis in das 12. und 13. Jahrhundert zurück, als einzelne Ritter und ihre Familien im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaues größere oder kleinere Besitzungen schufen und im günstigen Falle mit von ihnen gegründeten Dörfern und Städten und den dort lebenden, ihnen untertänigen, dienst- und abgabepflichtigen Bauern und Bürgern einen eigenen Herrschaftsbezirk schufen. Man kann nicht oft genug betonen, dass die mittelalterliche und frühneuzeitliche Verfassung der deutschen Territorien vom...

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