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Kollokationen im Zivilrecht Polens in den Jahren 1918–1945 mit besonderer Berücksichtigung der deutschsprachigen Zivilgesetzbücher

Eine kontrastive Studie

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Felicja Ksiezyk

Die Autorin befasst sich mit den rechtssprachlichen Kollokationen in Zivilgesetzbüchern, welche in Polen nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit in Geltung blieben, bevor sie einem einheitlichen polnischen Recht den Platz räumten. Die entsprechenden Gesetzestexte werden von ihr in einem sprachkontrastiven Ansatz analysiert, samt ihren Übertragungen ins Polnische. Welches der großen Gesetzeswerke ist am prägendsten für die polnische Rechtssprache gewesen? Inwiefern stimmen die analysierten Übersetzungen mit der heutigen polnischen Sprache überein? Die Analyse verdeutlicht, dass Übertragungen der deutschsprachigen Texte in einem wesentlich höheren Grad mit der polnischen Gegenwartssprache konform sind als das französisch-polnische Recht.
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4. Methodische Herangehensweise

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Die Entwicklung der Korpustechnologie ermöglicht seit einiger Zeit, diese Erkenntnisse auf eine umfassende empirische Basis zu stellen. Den heuristischen Wert von Korpusdaten bestreitet heute wohl kaum noch jemand. In Textkorpora findet man geronnenes sprachliches Wissen. (Steyer 2004: 92)

Zur Verfolgung der in der Einleitung dargelegten Ziele wurden die im Kapitel 3.4. beschriebenen drei Teilkorpora zunächst mit Hilfe von OCR-Software digitalisiert. Aufgrund der Tatsache, dass bei der Kollokationsforschung dem Frequenzkriterium eine besondere Bedeutung beigemessen wird, erschien es nämlich nicht denkbar, die Vorkommenshäufigkeit der einzelnen Belege manuell ermitteln zu können. Darüber hinaus wurde der österreichische und deutsche Gesetzestext mit dem jeweiligen polnischen Übersetzungstext parallelisiert, sodass die polnischen Entsprechungen unter Nutzung konventioneller Suchanfragen mit Hilfe sog. regulärer Ausdrücke mit extrahiert werden konnten. „Da eine detaillierte Beschreibung von Kollokationen voraussetzt, daß Aspekte der Lexik und Aspekte der Grammatik gemeinsam betrachtet werden […], man muß in der Lage sein, morphosyntaktische, distributionelle und syntaktische Informationen (Valenz) aus Texten zu extrahieren, damit man zu einer gegebenen Kollokation die relevanten Eigenschaften mit angeben kann“ (Heid 2005: 98), daher wurden auch die konkreten Realisierungsformen der Kollokationskandidaten jeweils verzeichnet, um eventuelle Rückschlüsse auf deren morphosyntaktische Restringiertheit bzw. Präferiertheit ziehen zu können.

Bei der Analyse wurde korpusbasiert vorgegangen, d.h. „mit im Vorhinein aufgestellten Hypothesen und Fragen an das Korpus“ (Steyer 2009: 119). Dabei geht es darum, „Korpusdaten zur nachträglichen Erklärung, Veranschaulichung und/oder Überprüfung einer Theorie zu...

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