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Materialität und Medialität der sprachlichen Kommunikation - Materiality and Mediality of Linguistic Communication

Akten des 47. Linguistischen Kolloquiums in Olsztyn 2012 - Proceedings of the 47 th Linguistics Colloquium in Olsztyn 2012

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Edited By Ewa Zebrowska, Mariola Jaworska and Dirk Steinhoff

Dieser Band versammelt Beiträge des 47. Linguistischen Kolloquiums an der Universität Olsztyn (Polen) zum Thema Materialität und Medialität der sprachlichen Kommunikation. In den beiden letzten Jahrzehnten haben die Medien in allen Lebensbereichen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Wahl des Rahmenthemas trägt dem Rechnung und macht zugleich deutlich, dass sich auch die sprachwissenschaftliche Forschung zunehmend für Formen und Inhalte medialer Kommunikation interessiert, indem sie sprachliche Äußerungen in ihrem kommunikativen, funktionalen und kulturellen Kontext zum Gegenstand der Untersuchung macht.
This volume encompasses contributions of the 47 th Linguistics Colloquium at the University of Olsztyn (Poland) concerning the Materiality and Mediality of Linguistic Communication. In the last two decades, linguists have expressed a growing interest in the increasing presence of the media in all areas of life. Against this background, linguistic utterances in their communicative, functional, medial and cultural context have become subjects of research.
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Zur prekären Beziehung von Materialität und Bedeutung sprachlicher Äußerungen

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Alexander Scholz (Bochum)

Die Diagnose, der Begriff der Materialität sei aus der Reflexion über Zeichen und Kommunikation bislang ausgesperrt, gibt in den späten 1980er-Jahren Anlass dazu, mögliche „Semantiken der Materialität“1 zu erforschen. Die Formulierung dieses Desiderats befördert Untersuchungen zur diskursiven Rolle und Relevanz von Materialität in medienhistorischen Kontexten. Die seit Lessing dominante Auffassung der Trennung der Künste anhand der sinnlichen Reaktionen auf ihre materielle Stofflichkeit wird erneut virulent und zeitigt Untersuchungen zur kulturgeschichtlichen Rolle verschiedener Medientechniken. Friedrich Kittlers bekannter Slogan, man müsse den Geist aus den Geisteswissenschaften austreiben2, vermag eine Ahnung des problematischen Verhältnisses und des umkämpften diskursiven Feldes um Semantik und Materialität zu geben.

Die alphabetische Schrift als sichtbare Verstofflichung der sprachlichen Äußerung kommt im Rahmen dieser Fragestellungen durch verschiedene, jedoch komplementäre Funktionen in den Blick: Denn jenseits ihrer primären Kommunikationsabsicht exponiert sie unter anderem als Schriftbild die „klassifikatorische[ ] Ordnung der Dinge“3 in der sie Signifikate zur Verfügung stellt. Diese Ordnung in den Blick zu nehmen, heißt eine medienhistorische Herangehensweise zu wählen, die Zeichenproduktion auf die Entwicklung ihrer technischen Determinanten hin befragt. Lautet der Befund daraufhin, Körper, Apparate und Medien seien noch nicht adäquat als sinnhafte Voraussetzung von Sinnproduktion verstanden4, gibt dies Anlass zur Weiterentwicklung des tradiaten strukturalen Zeichenmodells. Die Schwierigkeiten und Lösungsansätze, einen Begriff von Materialität in eine Reflexion über semantische Ordnungen und semiotische Modelle zu integrieren, sind Gegenstand dieses...

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