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Blattdolmetschen in paradigmatischer Perspektive der anthropozentrischen Translatorik

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Jerzy Zmudzki

Der Autor identifiziert das Blattdolmetschen als eine autonome Translationsart, die er typologisch zuordnet. Seine Untersuchungen vollziehen sich im Paradigma der anthropozentrischen Translatorik von F. Grucza und S. Grucza. Sie stützen sich auf originelles Textmaterial, also auf Aufzeichnungen von authentischen Verdolmetschungen. Hierbei wird die Methode der Autodeskription von mentalen Prozessen während des Blattdolmetschens und der Sprechsynthesizer angewandt. Jerzy Żmudzki kommt zu einer konträren Differenzierung des Blattdolmetschens gegenüber den bisherigen Zuordnungen und Definitionen u. a. als (Stegreif-)Übersetzen. Einer wesenhaften Kennzeichnung werden im Buch auch das Controllingsystem und seine Funktionsweise im Blattdolmetschprozess unterzogen.
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15. Expansionen und Kompressionen beim Blattdolmetschen – eine empirisch angelegte Untersuchung

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Im Folgenden wird der Versuch unternommen, die für eine jede Translation typischen Erscheinungen der Expansion und Kompression im Rahmen des Blattdolmetschens, speziell im Bereich des simulativen Transfermodus als seiner funktionalen Realisierungsvariante einer empirisch angelegten Untersuchung zu unterziehen. Diese beiden Phänomene lassen sich in einem jeden Translationskontext auf der Grundlage eines einfachen Vergleichs des AS-Textes mit seinem Translat erfassen und als evident nachweisen. Bei der Festlegung des Forschungsprogramms muss ferner noch eine weitere wichtige Einschränkung vorgenommen werden, und zwar werden die Expansionen und Kompressionen als Elemente der Translationsstrategie analysiert und translationslinguistisch interpretiert. Diese Einschränkung bedeutet gleichzeitig, dass aus der Analyse der mögliche fehlerhafte Gebrauch von Expansion und Kompression im Rahmen des Blattdolmetschens ausgeschlossen bleibt. Das Ziel der Untersuchung betrifft in erster Linie die Eruierung von strategischen Funktionen/Teilfunktionen der Expansionen und Kompressionen, um damit ihre funktionale Typologisierung erstellen zu können. Denn, wie ich es an einigen Stellen zuvor erwähnt habe, sind dies Erscheinungen, die auf der sprachlich-textuellen Ausdrucksebene und v.a. in der quantitativen Dimension zu identifizieren sind.

Das Analysekorpus als empirische Materialgrundlage wurde mit Genehmigung des Vorsitzenden der staatlichen Prüfungskommission für beeidigte Dolmetscher und Übersetzer beim polnischen Justizministerium zunächst in Form von Tonaufnahmen gewonnen, die dann zu schriftlichen Äußerungen mit solchen besonderen Kennzeichen transkribiert wurden wie:

a)… - für leere Hesitationspause,

b)yy/ee für ausgefüllte Hesitationspausen mit lautlichen Füllseln,

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