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Die narrative Anamnese im Rahmen einer biographischen Diagnostik im pflegerischen Setting der kardiologischen Rehabilitation

Eine konzeptuelle Entwicklung

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Miriam Tariba Richter

In der stationären kardiologischen Rehabilitation steht kein geeignetes diagnostisches Instrument zur Verfügung, um individuelle und psychosoziale Probleme und Ressourcen der Rehabilitand_innen einzuschätzen. Dadurch werden bestehende individuelle, soziale, geschlechts- und altersspezifische Anforderungen häufig verkannt und angestrebte Rehabilitationsziele können nur eingeschränkt erreicht werden. Durch die Entwicklung einer narrativen Pflegeanamnese und biographischen Pflegediagnostik können im Gegensatz zur herkömmlichen Diagnostik subjektive und kontextspezifische Bedeutungsstrukturen erhoben und vielfältige Verstehensprozesse gefördert werden. Damit gelingt es, wichtige Rehabilitationsziele an die subjektiven Anforderungen der Rehabilitand_innen anzupassen sowie deren Partizipation zu fördern.
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3. Die Biographieorientierung

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„It is important that we know where we come from, because if you do not know where you come from, then you don´t know where you are, and if you don´t know where you are, then you don´ t know where you´re going. And if you don´t know where you´re going, you´re probably going wrong.” (Pratchett 2011, 423)

Das Konzept der Biographieorientierung hat in den letzten Jahren geradezu Konjunktur. In vielen Forschungsbereichen und Berufsfeldern soll nun das Biographische aufgedeckt, und damit neue Perspektiven und Sichtweisen auf das Individuum gewonnen werden. Es ist zu einem spezifischen Kennzeichen der Moderne geworden, die Biographie bewusst einzusetzen und zu fordern, sei es von den Biograph_innen selbst oder ihrem gesellschaftlichen Umfeld. Dabei ist die Ansicht zentral, dass alles, was das Individuum tangiert, durch eine biographische Genese geprägt ist. Was wir sind und wie wir sind und vor allem, weshalb wir wie handeln, wird von vergangenen Erfahrungen geprägt. Nicht nur in der Forschung, auch in der professionellen Praxis sozialer Berufe wird die Bedeutung der Biographie in den unterschiedlichsten Kontexten erkannt. Es ist als professionelles Handeln anzusehen, wenn die Biographie von Patient_innen oder Klient_innen mitberücksichtigt wird, da damit eine „ganzheitliche“ Sichtweise auf den Menschen verbunden ist. Diese erweiterte Perspektive kann meines Erachtens das Handlungsfeld der Pflege ergänzen und dadurch die Möglichkeit gewonnen werden, komplexere und stärker an das Individuum orientierte Interventionen zu planen und umzusetzen.

Angesichts der Tatsache,...

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