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Psychotraumatherapeutische Behandlung von Patienten nach Akutem Herzinfarkt

Eine Psychotherapievergleichsstudie in der stationären Rehabilitation

Klaus Thomsen

Der Akute Herzinfarkt ist für die betroffene Person ein beängstigendes Erlebnis. Oft tritt er ohne Vorwarnung ein. Jeder siebente Patient entwickelt danach eine Posttraumatische Belastungsstörung mit psychischen Symptomen wie Ängstlichkeit, Depressionen, Reizbarkeit und Flashbacks. Dies ist ein weiteres Risiko für einen erneuten Infarkt und beeinträchtigt den Heilungsverlauf. Kann Psychotraumatherapie mit Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) diesen Patienten helfen, sich schneller und nachhaltiger emotional zu stabilisieren?
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1. Epidemiologie der Koronaren Herzkrankheit (KHK)

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Das Herz ist ein Hohlmuskel, der durch Druck und Saugbewegungen das Blut durch den Körper bewegt. Der Herzmuskel (Myokard) wird von einem Netzwerk von Arterien und Venen umschlossen, den Herzkranzgefäßen bzw. den Koronarien. Unter Koronarer Herzkrankheit (abgekürzt KHK) versteht man eine Mangeldurchblutung des Herzmuskels aufgrund einer Verengung oder Verstopfung einer oder mehrerer Koronararterie/n. Die häufigste Ursache sind leichte Verletzungen an Gefäßinnenwänden, wo sich Plaques aus Blut-, Körper- und Fettzellen ablagern. Diesen Vorgang bezeichnet man als Arteriosklerose oder umgangssprachlich als Arterienverkalkung. In Folge dieses Prozesses können sich Herzkranzgefäße verengen und gar verschließen und der Herzmuskel erleidet eine Mangeldurchblutung (Ischämie), die seine Funktion herabsetzt oder unterbricht.

Klinische Erscheinungsformen der Koronaren Herzerkrankung sind die Angina Pectoris (chronische und/oder belastungsabhängige Brustschmerzen aufgrund von Mangeldurchblutung des Pumpmuskels), der akute Myokardinfarkt (nach einem plötzlichen Verschluss einer Herzkranzarterie, zumeist durch einen Thrombus) und der plötzliche Herztod nach einem koronaren Verschluss. Die Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) ist häufig Folge der beschriebenen Gefäßerkrankungen. Die Pumpleistung sinkt und damit die körperliche Leistungsfähigkeit.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat sich in seiner Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2006 ausführlich mit dem Auftreten der Koronaren Herzkrankheit und des akuten Myokardinfarkts in Deutschland beschäftigt (RKI 2006). Weil Krankenhausdiagnosedaten die Morbidität und Mortalität der KHK unterschätzen, greift das RKI bei seiner Analyse primär auf die deutschen Ergebnisse des WHO-Projekts MONICA (Monitoring Trends and Determinants in Cardiovascular Disease) in der...

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