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Zwischen Ideal und Ambivalenz

Geschwisterbeziehungen in ihren soziokulturellen Kontexten

Edited By Ulrike Schneider, Helga Völkening and Daniel Vorpahl

Der Sammelband bietet einen interdisziplinären Überblick über die Darstellung von Geschwisterbeziehungen und die Verwendung geschwisterbezogener Termini innerhalb abendländischer sowie antiker nahöstlicher Kulturtraditionen. Zum einen erörtern die Autoren spezifische Darstellungsformen, Prämissen und Funktionen exemplarischer Geschwisterpaare in Literatur, Bildender Kunst, Musik, Philosophie und historischer, gesellschaftspolitischer sowie religiöser Tradition. Zum anderen befassen sie sich mit den jeweiligen metaphorischen Rezeptionen und Adaptionen geschwisterlicher Termini, Motive und Zuschreibungen.
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Isaak und Ismael in der islamischen Überlieferung – Ein widersprüchliches Bild (Hans-Michael Haußig)

Isaak und Ismael in der islamischen Überlieferung – Ein widersprüchliches Bild

Hans-Michael Haußig

Abstract

This article investigates the relation between Isaac and Ismael in the Quran and early Islamic tradition. Early parts of the Quran mention only Isaak as Abraham’s son, although Ismael is known and in later parts clearly identified as son of Abraham. Notwithstanding that today Muslims identify Ismael as the son Abraham was ordered to sacrifice, the Quranic story about this event does not mention the son’s name at all. This resulted in discussions among early Muslim exegetes, whether it was Isaac or Ismael. The fact, that later Islamic tradition identifies Ismael as this son can be explained by the fact, that the Quran as well as early Islamic tradition connect him with Mekka and the foundations of the pilgrimage.

Neben dem Fastenbrechen (῾īd al-fiimagesr) am Ende des Monats Ramadan ist das Opferfest (῾īd al-aimagesimagesā) das einzige kanonische Fest, das ohne Einschränkung von allen Muslimen gefeiert wird. Bei diesem Fest wird der Bereitschaft Abrahams (Ibrāhīm), seinen Sohn zu opfern, gedacht. Als Gott die große Bereitschaft Abrahams erkannte, gebot er ihm Einhalt und Abraham und sein Sohn opferten stattdessen zusammen einen Widder. Mit diesem Ereignis knüpft der Islam an die jüdische bzw. christliche Tradition an, denn die Vorlage findet sich in der Bibel in Gen 22; gleichzeitig wird aber der Opferung des Sohnes im Islam durch das Opferfest eine Bedeutung beigemessen, die sie weder im Judentum noch im Christentum besitzt, denn bei letzteren wird dieses Ereignisses nicht im Rahmen ihres rituellen Festkalenders thematisiert. Während nun aber in der Bibel und somit sowohl in jüdischer als auch christlicher Überlieferung Isaak als derjenige Sohn genannt wird, der geopfert werden sollte, ist es nach Ansicht der heutigen Muslime Ismael gewesen. Somit stellt das Thema der Opferung des Sohnes Abrahams ein zentrales heilsgeschichtliches Ereignis dar, an dem sich die drei abrahamitischen Religionen scheiden. Dies trifft auch auf die generelle Bewertung der beiden Söhne Abrahams zu. Während die Bewertung Ismaels im Judentum ambivalent ist, dominiert im Christentum eine eindeutig negative Auffassung seiner Person, die bereits in den Schriften des Neuen Testaments angelegt ist.1 Demgegenüber findet sich in der islamischen Überlieferung keine negative Sichtweise Isaaks (Isimagesāq). Dies hängt nicht nur damit zusammen, dass der Islam dem eigenen Selbstverständnis nach die Offenbarungen des Judentums und des Christentums in sich einschließt, sondern ist nicht zuletzt auch in einer ← 117 | 118 positiven Sichtweise Isaaks im Offenbarungsbuch des Islam, dem Koran, begründet. Es mag nun aber geradezu überraschen, dass der Koran an keiner Stelle den Namen des Sohnes bei der Wiedergabe der Opfererzählung erwähnt. Darüber hinaus hält aber der Koran auch an der aus der jüdischen Tradition herrührenden Abfolge Abraham – Isaak – Jakob fest; zudem lassen die frühen Suren des Koran noch überhaupt keinen Bezug zwischen Abraham und Ismael (Ismā῾īl) erkennen. Dies ist natürlich auch den muslimischen Exegeten nicht entgangen und so zeigt sich hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Isaak und Ismael nicht nur im Koran ein widersprüchliches Bild, sondern auch in der frühen islamischen Tradition. Erst allmählich sollte sich dann Ismael gegenüber Isaak als der entscheidende Sohn Abrahams durchsetzen. Im Folgenden soll die Entwicklung des Verhältnisses der beiden Brüder innerhalb der frühen islamischen Überlieferung exemplarisch skizziert werden. Den Ausgangspunkt bildet dabei der Koran. Im Anschluss wird auf die spätere historiographische Tradition sowie die hierzulande wenig bekannte Gattung der Prophetenerzählungen eingegangen.

Koran

Sowohl Isaak als auch Ismael werden zwar an mehreren Stellen des Koran erwähnt, doch treten sie im Vergleich zu anderen biblischen Gestalten nicht allzu häufig auf. Biographische Einzelheiten werden so gut wie gar nicht überliefert. Während von Isaak praktisch nur der Name genannt wird, finden sich über Ismael einige wenige Aussagen. Dennoch wird im Koran nicht einmal die Erzählung darüber, wie Hagar (imagesar) und Ismael nach Mekka gelangten, nichts von der Suche Hagars nach Wasser für ihren Sohn und auch nichts von der Entdeckung des Brunnens Zamzam erzählt. Diese Ereignisse, die immerhin im Rahmen der Wallfahrt (imagesaimagesimages) nach Mekka eine Rolle spielen, werden erst in nachkoranischen Quellen überliefert.2 Darüber hinaus scheint der Bezug Ismaels zu Abraham in den frühen Suren noch überhaupt nicht präsent zu sein. Vielmehr überwiegt hier die auch aus der Bibel bekannte Abfolge über Isaak, so etwa in der Sure al-Anbiyā’ (Die Propheten – Sure 21), die der späten zweiten mekkanischen Periode zugerechnet wird. Dort findet sich eine Aufzählung der biblischen Propheten – einige außerbiblische Propheten werden ebenfalls genannt –, die hier gewissermaßen als Vorläufer Muhammads erscheinen und wie dieser zu ihrem Volk gesandt wurden, um es vor dem drohenden Gericht zu warnen und ← 118 | 119 zur Umkehr aufzurufen. Ein längerer Abschnitt referiert die Geschichte Abrahams (21,51-73), wobei auch zahlreiches außerbiblische Material, so etwa aus dem frühjüdischen Jubiläenbuch, eingeflossen ist. Interessant sind in unserem Zusammenhang nun aber die letzten beiden Verse des Stückes (72-73):3

Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob dazu. Und jeden machten Wir rechtschaffen. Und Wir machten sie zu Vorbildern, die (die Menschen) nach unserem Befehl leiteten Und wir offenbarten ihnen, die guten Werke zu tun, das Gebet zu verrichten und die Abgabe zu entrichten. Und Uns haben sie gedient.

Hier ist von Ismael nicht die Rede. Vielmehr wird hier nur die Nachfolgelinie über Isaak erwähnt. Doch auch Ismael taucht in der vorliegenden Sure auf, allerdings erst einige Verse danach (21,85-86):

Und (erwähne) Ismael und Idrīs und Dhū l-Kifl. Jeder (von ihnen) gehörte zu den Geduldigen. Und Wir ließen sie in unsere Barmherzigkeit eingehen. Wahrlich, sie gehören zu den Rechtschaffenen.

Hier erscheint Ismael also in einer Aufzählung rechtschaffener Propheten. Während Idrīs im Allgemeinen mit dem biblischen Henoch identifiziert wird, sind sich die Kommentatoren bezüglich der Identität von Dhū l-Kifl uneinig. In jedem Fall erscheint Ismael hier ganz unabhängig von Abraham. Weder wird erwähnt, dass er Abrahams Sohn ist, noch steht er anderweitig mit ihm in einer Beziehung. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen in dieser Sure genannten Propheten werden über ihn auch keine biographischen Details mitgeteilt.

Ein ähnliches Bild finden wir in der ebenfalls aus der zweiten mekkanischen Periode stammenden Sure Maryam (Maria – Sure 19), wo in 41-50 von Abraham die Rede ist und sich in Vers 49 folgende Aussage findet:

Als er sich [gemeint ist Abraham, H.-M.H.] von ihnen und von dem, was sie anstelle Gottes verehrten, abgesondert hatte, schenkten Wir ihm Isaak und Jakob; und beide machten Wir zu Propheten.

Auch hier wird zunächst nur die Nachfolgereglung über Isaak und Jakob erwähnt. Ismael taucht wiederum ohne Bezug zu Abraham erst einige Verse später (19,54) auf, nachdem zuvor (19,51-53) von Moses die Rede war:

Und gedenke im Buch des Ismael. Er war treu zu seinem Versprechen, und er war ein Gesandter und Prophet.

Hier erfahren wir zunächst zwei Dinge, die zwar mit Ismael, aber niemals mit Isaak im Koran in Verbindung gebracht werden: (a) Ismael hat ein Buch erhal ← 119 | 120 ten; (b) Ismael war sowohl Gesandter (rasūl) als auch Prophet (nabī). Insofern kommt ihm hier schon eine etwas herausgehobenere Rolle zu, denn keineswegs alle biblischen Propheten werden im Koran auch als Gesandte bezeichnet.4 Dennoch ergibt sich aus den beiden genannten Stellen der zweiten mekkanischen Periode insgesamt der Eindruck, dass, wie Walter Beltz es formulierte, „Mohammed an einer besonderen Betonung der Rolle Ismaels zunächst nicht interessiert war“5.

Auch gegen Ende der mekkanischen Periode (620–622) hat sich die Sichtweise des Korans auf Isaak und Ismael nicht grundlegend gewandelt. So paraphrasiert die Sure Hūd (Sure 11) in den Versen 69-76 die aus Gen 18 bekannte Erzählung vom Besuch der Boten bei Abraham und erwähnt in Vers 71, dass diese Abrahams Frau – ihr Name Sara wird im Koran an keiner Stelle erwähnt, ebenso wenig der Name Hagars, der Mutter Ismaels – „Isaak, und nach Isaak Jakob“ verkündeten.6 Im Gegensatz zum ansonsten viel ausführlicheren biblischen Bericht fällt auf, dass Abraham hier nicht nur ein Sohn, sondern gleichzeitig auch der Enkel verkündet wird und darüber hinaus beide mit Namen erwähnt werden. Von der in der Bibel zuvor (Gen 16) berichteten Geburt Ismaels ist allerdings an keiner Stelle die Rede. In der aus der gleichen Periode stammenden Sure Ibrāhīm (Abraham – Sure 14) wird allerdings erstmals Ismael neben Isaak als Sohn Abrahams genannt (14,39):

Lob sei Gott, der mir trotz meines Alters Ismael und Isaak geschenkt hat! Mein Herr erhört das Rufen.

Speyer vertrat die Ansicht, dass Muhammad „sich im Unklaren darüber befunden hat“, ob Jakob der Sohn Abrahams oder dessen Enkel war. Er habe in mekkanischer Zeit „eine unklare Vorstellung von der Aufeinanderfolge der biblischen Stammväter gehabt“, deren Namen zwar durch die Liturgie bei den Juden überaus populär waren, ihn „aber im Zweifel darüber ließen“, wo er in der ← 120 | 121 Reihe der Namen Ismael unterbringen sollte, den weder Juden noch Christen zu den Erzvätern zählten und der nach Muhammads Lehre doch zu ihnen gehörte.7

Vollends scheint die Zuordnung Ismaels zu Abraham jedoch dann in der medinensischen Periode etabliert zu sein, wo er in der Sure al-Baqara (die Kuh – Sure 2) mehrfach zusammen mit Abraham, Isaak und Jakob erwähnt wird8 so etwa in Vers 136:

Sprecht: Wir glauben an Gott und an das, was zu uns herabgesandt wurde, und an das, was herabgesandt wurde zu Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, und an das, was Mose und Jesus zugekommen ist, und an das, was den (anderen) Propheten von ihrem Herrn zugekommen ist. Wir machen bei keinem von ihnen einen Unterschied. Und wir sind ihm ergeben [muslimün].

Dies ist offensichtlich eine Polemik gegen Juden und Christen, denen gegenüber Muhammad seine Gemeinschaft nun als eigenständige wahre Religion versteht,9 durch die der reine Monotheismus, der nichts von den Streitereien zwischen den von ihm gleichermaßen anerkannten Propheten weiß, wiederhergestellt werden soll. In diesem Sinne fährt auch Vers 140 entsprechend fort:

Oder wollt ihr sagen, dass Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und die Stämme Juden oder Christen gewesen sind? Sprich: Wisst ihr es besser oder Gott?

Diese Sure überliefert auch ein wichtiges biographisches Detail, nämlich dass Gott Abraham und Ismael auftrug, sein Haus – gemeint ist die Ka’ba – „für diejenigen, die den Umlauf vollziehen und die eine Einkehrzeit einlegen und die sich verneigen und niederwerfen“ (Vers 125), zu reinigen. Hier wird auf die Riten der Wallfahrt (imagesaimagesimages) angespielt.

Von wesentlicher Bedeutung für die islamische Überlieferung ist nun das Ereignis der Opferung des Sohnes. Dieses bildet, wie bereits erwähnt, die Grundlage des islamischen Opferfestes, das auch mit der alljährlichen Wallfahrt nach Mekka in Verbindung steht. Die Geschichte findet sich in der Sure al-Sāffāt (die sich reihen – Sure 37), 101-113, die in die Anfänge der zweiten mek ← 121 | 122 kanischen Periode datiert wird. Zum besseren Verständnis der Problematik sei der Text hier im vollen Wortlaut wiedergegeben:

101 Da verkündeten Wir ihm einen langmütigen Knaben. 102 Als dieser das Alter erreichte, dass er mit ihm laufen konnte, sagte er: „Mein lieber Sohn, ich sehe im Schlaf, dass ich dich schlachte. Schau jetzt, was du meinst.“ Er sagte: „O mein Vater, tu, was die befohlen wird. Du wirst finden, so Gott will, dass ich zu den Standhaften gehöre.“ 103 Als sie sich beide ergeben gezeigt hatten und er ihn auf die eine Stirnseite niedergeworfen hat, 104 da riefen Wir ihm zu: „O Abraham, 105 du hast das Traumgesicht wahr gemacht.“ So entlohnen Wir die Rechtschaffenen. 106 Das ist die offenkundige Prüfung. 107 Und Wir lösten ihn mit einem großen Schlachtopfer aus. 108 Und Wir ließen seinen Ruf unter den späteren Generationen fortbestehen. 109 Friede sei über Abraham! 110 So entlohnen Wir die Rechtschaffenen. 111 Er gehört zu unseren gläubigen Dienern. 112 Und Wir verkündeten ihm Isaak als einen Propheten von den Rechtschaffenen. 113 Und Wir segneten ihn und Isaak. Unter ihren Nachkommen gibt es welche, die rechtschaffen sind, und welche, die sich selbst offenkundig Unrecht tun.

Der Bericht ist im Vergleich zur biblischen Erzählung recht kurz gehalten. Problematisch für die frühe Generation der muslimischen Exegeten war aber, dass der Sohn, der Abraham in Vers 101 verkündet wird und den er zu opfern bereit ist, namentlich nicht genannt wird. Dies sollte nun dazu führen, dass unter den frühen Generationen der Muslime darüber debattierte wurde, ob es sich nun um Isaak oder Ismael handelte. Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage mag nun Vers 112 sein, wo explizit von Isaak die Rede ist. Man könnte hierin einen neuen Abschnitt sehen, wodurch die vorangehenden Verse zwangsläufig auf Ismael zu beziehen wären. Der ganze Abschnitt kann aber auch als Abschluss des ganzen Stücks gelesen werden und somit wäre es dann der zuvor nicht namentlich erwähnte Sohn Isaak gewesen. In der frühislamischen Diskussion sind beide Möglichkeiten erwogen worden, doch scheint einiges eher auf die zweite Möglichkeit hinzuweisen. Wie bereits erwähnt, ist Ismael in der zweiten mekkanischen Periode zwar als Prophet bekannt, doch erfolgt an keiner Stelle eine Zuordnung zu Abraham. Die einschlägigen Stellen zu Abraham und seinen Nachkommen aus dieser Periode erwähnen vielmehr nur die Nachkommenschaft über Isaak und Jakob und halten sich somit an das heilsgeschichtliche Modell der Bibel. Daher spricht vieles dafür, auch an dieser Stelle anzunehmen, dass bei dem zu opfernden Sohn zunächst an Isaak gedacht wurde.

Insofern ergibt sich aus den koranischen Erzählungen das Bild, dass Isaak und Ismael zwar ab der zweiten mekkanischen Periode belegt sind, doch sind die Berichte über sie äußerst spärlich. In jedem Fall lässt sich in der Frühphase noch keine Beziehung zwischen Abraham und Ismael erkennen, die erst in der dritten mekkanischen Periode Gestalt zu gewinnen scheint. Während über Isaak ← 122 | 123 nicht viel mehr gesagt wird, als dass er zu den rechtschaffenen Nachkommen Abrahams gehörte und ein Prophet war, erfahren wir von Ismael in den späteren Versen wenigstens, dass er seinem Vater bei der Wiederherstellung der Ka’ba geholfen hat.

Die nachkoranische Traditionsliteratur

Ein deutlich erweitertes Bild des Verhältnisses zwischen Isaak und Ismael gibt uns die nachkoranische Literatur. Die im Koran erwähnten Prophetengestalten tauchen in nahezu allen Literaturgattungen auf, jedoch sind es im wesentlichen vier Genres, die in dieser Hinsicht das wesentliche Material in sich vereinigen: (1) Korankommentare (tafsīr); (2) Traditionen des Propheten Muhammad (sunna), die in den sogenannten Hadithen übermittelt werden; (3) Historiographie und (4) Prophetengeschichten. Alle diese Literaturgenres enthalten außerkanonisches Material über die Propheten, das sich auf weiten Strecken überschneidet, jedoch in den einzelnen Texten eine unterschiedliche Funktion wahrnimmt. Beim Korankommentar dient dieses Material zur Erklärung und Vervollständigung der im Koran meist nur fragementarischen Berichte über die Propheten. Ziel der Hadithe ist wiederum die Erläuterung einer religiösen Praxis oder eines Glaubensgrundsatzes, die, sofern das Heilige Buch nicht eindeutige Aussagen enthält, nur dann als legitim gelten, wenn sie auf den Propheten zurückgeführt werden können. Im Rahmen dieser kurzen, meist in Erzählform gehaltenen Hadithe werden nun auch einige Erzählungen über vorislamische Propheten überliefert.10 In den beiden genannten Quellen werden allerdings die Berichte nicht chronologisch fortlaufend übermittelt, denn im Falle der Korankommentare sind die entsprechenden Berichte der Anordnung des Korantextes untergeordnet, wogegen im Falle der Hadithe das jeweils behandelte Thema der übermittelten Tradition das Ordnungsprinzip darstellt. Demgegenüber ist das Material sowohl innerhalb der Historiographie als auch in den Prophetengeschichten nach chronologischen Gesichtspunkten geordnet.

Da hier nicht das Auftreten von Isaak und Ismael in sämtlichen Literaturgattungen besprochen werden kann, werden sich die folgenden Ausführungen auf das Auftreten Isaaks und Ismaels in Historiographie und Prophetengeschichten beschränken.

Historiographie

Im Gegensatz zu den Korankommentaren und den Hadithen ist die Historiographie (ta’rīimages) am Gang der Erzählung orientiert. Der Ausdruck ta’rīimages wird im ← 123 | 124 Allgemeinen als 'Geschichte“' übersetzt, doch handelt es sich hierbei tatsächlich nicht um eine strenge Historiographie in modernem Sinne, sondern um eine chronologisch geordnete Zusammenfassung nach heilsgeschichtlicher Vorgabe. Demgemäß orientiert sich die Auswahl und Beschreibung der Ereignisse am Koran und bemüht sich, die dort nur fragmentarisch enthaltenen Angaben unter Heranziehung anderer Quellen zu einer weltgeschichtlichen Darstellung auszubauen. Fehlendes wurde dabei aus der Bibel und anderen Quellen ergänzt, soweit das dort enthaltene Material dem Koran nicht widersprach. Demgegenüber blieb der Rückgriff auf antike heidnische und christliche Schriftsteller ausgeschlossen, da ihre Werke im Gegensatz zur Bibel keinen Bezug zur vorislamischen Heilsgeschichte aufwiesen. Weltgeschichte war nur insofern von Interesse, als sie auf den Islam vorbereitete. Eine Ausnahme bildete diesbezüglich allerdings die Geschichte des vorislamischen Irans, bei der islamische Vorstellungen auf die vorislamischen Verhältnisse zurückprojiziert wurden, was wohl der Tatsache geschuldet war, dass die bedeutendsten frühislamischen Historiker Iraner waren.11

Dies gilt auch für die ta’rīimages ar-rusul wa-l-mulūk (Geschichte der Propheten und der Könige) des Abū imagesa far al-imagesabarī (839–923), die wohl als der bedeutendste Entwurf der frühislamischen Historiographie gelten kann.12 Das Werk stellt, gemäß chronologischem Aufbau, die Geschichte der Welt von ihren Anfängen bis zur Zeit des Autors dar, wobei die Geschichte der alten Israeliten und der alten Perser synchron behandelt wird. Dem liegt eine ganz grundlegende Geschichtsauffassung zugrunde: Wie den Israeliten das Prophetenamt, so kam den Persern das Königtum als von Gott gegeben zu; Prophetenamt und Königtum konvergieren dann in dem von Gott eingesetzten Kalifat.13

Im Zusammenhang mit der Geschichte der alten Israeliten überliefert uns imagesabarī nun auch einiges über Isaak und Ismael. imagesabarīs Darstellung ist zwar einerseits chronologisch geordnet, doch führt er alle ihm bekannten Überlieferungen zu den jeweiligen Geschichten an, zunächst ohne die identischen Meinungen zusammenzufassen oder eingehender zu diskutieren. Insofern wird ein bestimmtes Ereignis mehrfach berichtet, jeweils aus der Sicht unterschiedlicher Überlieferer. Dies ist für den Gang der Erzählung zwar störend, doch der Tatsache geschuldet, dass nach Ansicht der islamischen Traditionswissenschaft eine Aussage oder ein geschildertes Ereignis in erster Linie dadurch Glaubwürdigkeit besitzt, dass es sich auf zuverlässige Überlieferer stützen kann. Insofern fügt ← 124 | 125 sich imagesabarīs Darstellung in den Rahmen der üblichen Traditionswerke ein, doch hebt es sich von diesen dadurch ab, dass es in quantitativer Hinsicht, zumindest hinsichtlich der Isaak- und Ismael-Erzählungen, die bei weitem meisten Traditionen zu den einzelnen Ereignissen zusammengestellt hat.14 Dies ist, insgesamt gesehen, dennoch ziemlich wenig. Über Isaak wird so gut wie kein eingehenderes biographisches Material überliefert, aber selbst die Berichte über Ismael sind nicht sehr umfangreich, was etwa bei der Geschichte über die Geburt Ismaels auffällt, die, insbesondere wenn man sie mit dem biblischen Bericht vergleicht, äußerst knapp gehalten ist. Dies entspricht der generellen Darstellung der Geburt Ismaels innerhalb der Traditionsliteratur, die von diesem Ereignis auch sonst eher beiläufig berichtet.15 Es dürfte aber auch darin begründet liegen, dass die wesentliche Person bei all diesen Ereignissen Abraham ist, dessen segensreiches Wirken hier beschrieben werden soll. Die ganze Geschichte wird inhaltlich mit der im Buch Genesis in zwei Fassungen übermittelten Erzählung über Abrahams Aufenthalt bei einem Gewaltherrscher, wo er Sarah als seine Schwester ausgab, verknüpft.16 Es wird dann berichtet, dass Abraham und Sarah, nachdem sie der Gewaltherrscher ziehen ließ, neben anderen Dingen auch die Dienerin Hagar mitgegeben wurde. Wie auch im biblischen Bericht veranlasst Sarah hier ihren Mann Abraham, mit Hagar den Beischlaf zu vollziehen, damit diese ihm einen Sohn gebäre.17 Nicht unwesentlich scheint in diesem Zusammenhang auch die von imagesabarī angeführte Tradition von Hagar und Ismael als Stammmutter bzw. Stammvater der Araber,18 ein Topos der im Koran überhaupt nicht angesprochen wird, jedoch in späteren innerislamischen Auseinandersetzungen eine Rolle spielen sollte.19 ← 125 | 126

Im Folgenden wird nun die Erzählung über den Besuch der drei Engel bei Abraham wiedergeben. Hier bringt imagesabarī gegenüber der koranischen Erzählung keine wesentlichen Erweiterungen. Von größerem Interesse als die Verkündigung der Nachkommenschaft scheint im Zusammenhang mit diesem Bericht für den Autor jedoch die Ankündigung des Strafgerichts über das Volk Lots zu sein.

Im Folgenden ist nun von Isaak überhaupt nicht mehr die Rede. Die von imagesabarī angeführten Berichte erzählen nur davon, wie Ismael mit seiner Mutter Hagar von Abraham nach Mekka gebracht wird und fahren dann mit den Erzählungen über sein dortiges Wirken fort. Lediglich eine von Jabarī angeführte Tradition erwähnt, dass Isaak und Ismael miteinander stritten und Sarah wegen Ismael auf Hagar eifersüchtig wurde.20 In jedem Fall befahl Gott Abraham, Hagar und Ismael nach Mekka zu bringen. Hier wird nun von dem Lauf Hagars zwischen den Hügeln as-Safā und al-Marwah berichtet, wo sie nach Wasser für ihren Sohn sucht, und der Entdeckung des Brunnens Zamzam. Dieses Ereignis ist notwendigerweise bedeutsam, denn es sollte in den späteren Riten zur Wallfahrt (imagesaimagesimages) verarbeitet werden. imagesabarī berichtet des Weiteren von der Heirat Ismaels mit zwei Frauen der Ğumhuriten21 und den Besuchen Abrahams bei ihm. Von wesentlicher Bedeutung ist dann auch der Bericht über die Wiedererrichtung der Ka'ba, die Abraham zusammen mit Ismael vornimmt. Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht jedoch eindeutig Abraham, wogegen Ismael dabei eine eher nebensächliche Rolle zukommt. Zum Ende der gesamten Erzählungen über Ismael geht Jabarī dann auf das zentrale Ereignis der Opferung des Sohnes ein, wofür er sowohl Traditionen anführt, die Isaak als den zu opfernden Sohn ansehen, als auch Traditionen, die diese Rolle Ismael zuschreiben:

Die Altvorderen (salaf) unter den Gelehrten der Nation unseres Propheten – Gott segne ihn und schenke ihm Heil – waren unterschiedlicher Meinung darüber, welchen der beiden Söhne Abraham zu opfern befohlen wurde. Einige sagen, dass es Isaak, der Sohn Abrahams, war, wogegen andere meinen, dass es Ismael, der Sohn Abrahams, war. Beide Ansichten werden durch Aussagen, die sich auf die Autorität des Gesandten Gottes – Gott segne ihn und schenke ihm Heil – zurückführen, unterstützt. Wenn beide Gruppen von Aussagen gleichermaßen zuverlässig (imagesaimagesīimages) sind, da sie ja beide vom Propheten Gottes – Gott segne ihn und schenke ihm Heil – ← 126 | 127 stammen, kann nur der Koran als Beweis dafür dienen, dass die Überlieferung, die Isaak nennt, eindeutig die zuverlässigere der beiden ist.22

Hier wird von imagesabarī nun eindeutig Isaak favorisiert, was aus heutiger Sicht überraschend scheinen mag. Dennoch ist seine Ansicht ganz durch die methodischen Vorgaben der traditionellen Überlieferungswissenschaft bestimmt, die der Aussage des Heiligen Buches in jedem Fall das Primat über die Aussagen der Überlieferung gibt. Freilich ist eben die Aussage des Koran, wie wir gesehen haben, nicht so eindeutig. Insofern stellt sich die Frage, wie imagesabarī seine Sichtweise begründet.

Zunächst werden einige Traditionen angeführt, nach denen Isaak derjenige Sohn war, den zu opfern Abraham befohlen war; anschließend folgen einige Meinungen, nach deren Ansicht es Ismael gewesen ist. Interessanterweise führen sowohl die einen als auch die anderen immer wieder den Koranvers 37,107 als Beweis für ihre jeweilige Ansicht heran: „Und Wir lösten ihn mit einem großen Schlachtopfer aus.“ – Bemerkenswert unter den Vertretern der Ansicht, dass Ismael der Sohn gewesen sei, ist in einem Fall auch die genealogische Komponente, von der im Koran noch nicht die Rede war:

Dann sandte er23 nach einem Mann, der bei ihm in Syrien24 war, einem ehemaligen Juden, der zum Islam konvertiert und ein guter Muslim geworden war. Er wurde als einer der größten jüdischen Gelehrten angesehen. 'Umar ibn 'Abd ul-'Azīz befragte ihn darüber: . . . Er sagte zu ihm: „Welchen seiner beiden Söhne ist Abraham zur Opferung befohlen worden?“ Der Mann antwortete: „Ismael, bei Gott, o Fürst der Gläubigen! Die Juden wissen das, aber sie sind auf euch neidisch, o Araber, denn es war euer Vater, der in Gottes Befehl genannt wurde und dem Gott den Verdienst für seine Standfestigkeit im Gehorsam gegenüber seinem Befehl zuerkannte. Sie weisen das zurück und behaupten, dass es Isaak war, weil Isaak ihr Vater war.“25

Es ist merkwürdig, dass die Polemik hier nur gegen die Juden geführt wird, da auch die Christen aufgrund der biblischen Vorgabe daran festhalten, dass Isaak der Sohn war, der zur Opferung bestimmt wurde. ← 127 | 128

Neben dem genealogischen Argument werden aber von den Anhängern der unterschiedlichen Auffassungen weitere Argumente zur Stützung ihrer jeweiligen Ansicht vorgebracht. Da der Koran nicht nur nicht den Namen des zu opfernden Sohnes nennt, sondern sich auch hinsichtlich der Chronologie der Ereignisse und der Lokalisierung des Opfers ausschweigt, kreisen ihre Argumente in erster Linie um die Erläuterung der Frage, ob das Opfer in Syrien stattgefunden habe – was für Isaak spräche – oder in Mekka – was für Ismael spräche. Von den Anhängern der Ismael-These wird geltend gemacht, dass Abraham in 37,112 Isaak und Jakob verheißen werden und dass sein Sohn Isaak ein Prophet sein werde. Würde Gott jedoch nach dieser Verheißung Abraham befehlen, Isaak zu opfern, stünde dies im Widerspruch zu seiner Verheißung und insofern kann der Sohn, den Abraham zu opfern befohlen wurde, nur Ismael gewesen sein.26

Gegen Ende seines Überblicks über die verschiedenen Traditionen kommt imagesabarī dann zur Begründung seiner eigenen Position, die Isaak als denjenigen Sohn, der geopfert werden sollte, favorisiert und dabei einige der bereits genannten Argumente zugunsten Isaaks aufnimmt:

Hinsichtlich des Beweises des Korans, den wir angeführt haben, ist [die Ansicht, dass es] Isaak war, zuverlässiger. Gottes Wort (37,101) überliefert seines Freundes Abrahams Gebet, [das er sprach] als er sich von seinem Volk trennte, um zusammen mit seiner Frau Sarah zu seinem Herrn in Syrien zu emigrieren: „Er sagte: ,Ich gehe zu meinem Herrn. Er wird mich rechtleiten. O mein Herr, schenk mir einen von den Rechtschaffenen/“ (37, 99-100). Dies war, bevor er Hagar kannte und bevor sie die Mutter von Ismael wurde. Dann antwortete unser Herr auf das Gebet mit der Verkündigung eines rechtschaffenen Sohnes und der Schilderung der Vision Abrahams, wonach er diesen Jungen opfern würde, wenn er „das Alter erreichte, dass er mit ihm laufen könnte.“ (37,102) Das Buch erwähnt keinerlei Verheißungen eines männlichen Kindes, das Abraham gegeben wird außer in dem Fall, wo es sich auf Isaak bezieht . . . Einige sagen, Gott hätte nicht Isaak zu opfern befohlen, weil er seine Geburt und die von Jakob danach vorausgesagt habe, bevor es geschah. Diese Behauptung beweist jedoch nicht notwendigerweise, dass ihre Ansicht korrekt ist. Gott befahl Abraham Isaak zu opfern, „als er mit ihm laufen konnte“ und es ist vorstellbar, dass Jakob ihm geboren sein könnte, bevor seinem Vater befohlen wurde, ihn zu opfern. Einige sagen auch, dass das Widderhorn in der Ka’ba gesehen wurde (was annehmen ließ, dass das Opfer an einem Platz nahe Mekka stattgefunden habe und daher Ismael darin involviert war, denn Isaak war in Syrien). Auch dies ist kein vernünftiges Argument, da das Horn von Syrien zur Ka’aba gebracht und dort aufgehängt worden sein könnte.27 ← 128 | 129

imagesabarī, obwohl er intensiv die Ansichten beider Parteien anführt, neigte also zu der Ansicht, dass Isaak der Sohn war, der geopfert werden sollte. Damit repräsentiert dieser frühe große islamische Historiker eine Ansicht, die sich langfristig nicht durchsetzen sollte.

Prophetengeschichten (qiimagesaimages al-anbiyā’)

Die sogenannten Prophetengeschichten (qiimagesaimages al-anbiyā’) haben sich im Laufe der Zeit als ein eigenes Genre herauskristallisiert, das erzählerisches Material über die Propheten der Hebräischen Bibel, Jesus und einige außerbiblische Materialien enthält. Dabei sind zahlreiche Stoffe, sowohl aus der jüdischen als auch aus der christlichen Überlieferung, eingeflossen, jedoch sind die Einflüsse auch in umgekehrter Richtung gegangen.28 Unter den Werken der Prophetengeschichten ragt dasjenige des Abū Isimagesāq Aimagesmad b. Muimagesammad b. Ibrāhīm aimages-imagesa῾labī aus dem 11. Jahrhundert eindeutig hervor und kann wohl als das bedeutendste Werk dieser Gattung angesehen werden, dessen bis heute anhaltende Popularität auch daran deutlich wird, dass es aus dem Arabischen in zahlreiche andere Sprachen innerhalb der islamischen Welt übersetzt worden ist.29 Über das Leben des Autors ist nicht allzu viel bekannt; er hat neben den Prophetengeschichten noch einen Korankommentar verfasst, der jedoch nur teilweise erhalten ist. imagesa῾labī greift zu einem großen Teil auch auf diejenigen Traditionen zurück, die bereits imagesabarī verwendet hat. Er weist auf die unterschiedlichen Ansichten hin, favorisiert jedoch stets eine bestimmte. Auch wenn dabei die einzelnen Tradenten genannt werden, dominiert bei imagesa῾labī die erzählerische Darstellung und insofern ist der Gang der Erzählung flüssiger als bei imagesabarī, dem es auf eine Zusammenstellung der unterschiedlichen Traditionen ankam. Wie bei imagesabarī steht auch hier die Person Abrahams im Mittelpunkt der Handlung, wogegen seine Söhne eher eine Nebenrolle spielen.

Wie auch in einer von imagesabarī angeführten Tradition wird bei imagesalabī betont, dass Hagar die Stammmutter der Araber ist, denn Abraham wohnte ihr bei und ← 129 | 130 sie gebar ihm Ismael.30 Er berichtet dann von dem Besuch der Engel und der Verkündigung von Isaak und Jakob.31 Obwohl bereits erwähnt wurde, dass Hagar Ismael geboren hatte, wird nun unmittelbar im Anschluss daran berichtet, dass Sarah und Hagar beide zusammen ihre Söhne gebaren.32 Dies stellt nun einen wesentlichen Unterschied zur biblischen Überlieferung dar, wonach Ismael dreizehn Jahre älter als sein Bruder Isaak war.

Nur wenig umfangreicher als bei imagesabarī wird die Geschichte des Verhältnisses von Ismael und Isaak beschrieben, an deren Ende es schließlich dazu kam, dass Abraham Hagar und Ismael nach Mekka brachte. Es wird berichtet, dass die Jungen heranwuchsen und als beide eines Tages miteinander um die Wette liefen. Abraham, der sich an diesem Wettlauf beteiligte, nahm, nachdem er Ismael eingeholt hatte, diesen auf den Schoß und setzte Isaak daneben. Sarah ärgerte sich daraufhin und „wurde eifersüchtig, wie das bei den Frauen so üblich ist“33. Zur Strafe durchbohrte Sarah Hagar die Ohrläppchen, wodurch dies bis heute eine Sitte bei Frauen wurde.34 Bei dieser Erzählung scheinen jedoch weniger Ismael und Isaak im Mittelpunkt zu stehen, als vielmehr die Spannungen zwischen den beiden Frauen.

Dies ist zunächst auch bei dem Bericht über die zwangsweise erfolgte Migration Hagars und Ismaels der Fall. Eines Tages balgten sich Ismael und Isaak, „wie Kinder das tun“. Sarah wurde darüber sehr zornig gegen Hagar und befahl Abraham schließlich, sie fortzuschicken. Gott seinerseits befahl Abraham nun, Hagar und ihren Sohn nach Mekka zu bringen. Im Folgenden steht dann, wie auch bei imagesabarī, Hagar im Mittelpunkt der Erzählung, die nun von dem Lauf zwischen den beiden Felsen al-imagesafā und al-Marwa und der Entdeckung des Zamzam-Brunnens berichtet.35 Schließlich kehrt die Erzählung nochmals kurz zu Ismael zurück und berichtet davon, dass er eine Frau der Ğurhum heiratete, deren Sprache annahm und durch sie zum Araber wurde; „seine Kinder sind Araber, die das Arabertum angenommen haben“36. Anschließend wird die auch bei imagesabarī überlieferte Erzählung von den zwei Frauen Ismaels und der Begeg ← 130 | 131 nung Abrahams mit ihnen berichtet, in der von Ismael selbst allerdings gar nichts vorkommt.

Intensiv setzt sich imagesalabī nun mit der Frage auseinander, welchen Sohn Abraham geopfert hat. Die Feststellung, dass „die älteren muslimischen Theologen . . . unterschiedlicher Meinung“ waren, „welchen von seinen beiden Söhnen Abraham opfern sollte“,37 lässt erkennen, dass sich die Frage der Identität des Sohnes zu Zeiten des Autors bereits erledigt und sich die Ansicht, dass Ismael derjenige Sohn sei, durchgesetzt hat. Dennoch sieht sich imagesalabī genötigt, ähnlich wie imagesabarī, die unterschiedlichen Ansichten zugunsten des einen wie des anderen Sohnes anzuführen. Verwiesen wird bei ihm auch darauf, dass die Schriftbesitzer einhellig der Meinung sind, dass es Isaak gewesen sei. Im besonderen Maße werden jedoch für diese Ansicht bei imagesalabī die Juden der Lüge beschuldigt. Daraus wird deutlich, dass imagesalabī die Ansicht vertritt, dass Ismael derjenige Sohn war, der zum Opfer bestimmt war.38 Schließlich berichtet imagesalabī die eigentliche Geschichte von der Opferung Ismaels, wobei hier zahlreiche Motive eingeflossen sind, die auch im Zusammenhang der jüdischen Aggadah, allerdings mit Bezug auf Isaak, auftauchen. Unerwähnt bleibt der Hinweis aus der Bibel, dass Isaak und Ismael zusammen ihren Vater begruben (Gen 25,7-11). Demgegenüber bringt er eine Tradition, wonach Ismael kurz vor seinem Tod, seinem Bruder Isaak das Vermächtnis hinterlassen haben soll, seinen Sohn Esau mit seiner, Ismaels, Tochter, zu verheiraten, womit deutlich wird, dass er annahm, dass ein einvernehmliches Verhältnis zwischen den beiden Brüdern herrschte.39

imagesalabīs Beschreibung zeigt also, dass sich zu seiner Zeit bereits diejenige Meinung durchgesetzt hat, die auch für die zukünftigen Generationen der Muslime die maßgebliche Ansicht bleiben sollte, nämlich dass Ismael derjenige Sohn war, den zu opfern Abraham befohlen wurde. Dies schließt eine positive Sicht auch auf Isaak nicht aus, der jedoch nicht dieselbe heilsgeschichtliche Relevanz wie Ismael besitzt, da mit ihm nicht die für den Islam zentralen Riten der Wallfahrt und des Opferfestes in Verbindung gebracht werden können.

Fazit

Weder im Koran noch in der nachkoranischen Literatur wird allzu viel über Isaak und Ismael erzählt. Es findet sich in den islamischen Berichten nur ein schwaches Echo von den umfangreichen Erzählungen innerhalb der Hebräischen Bibel. Von den speziell auf Isaak bezogenen Geschichten, etwa der Beziehung ← 131 | 132 mit Rebekka oder der Frage des Erstgeburtsrechts, findet sich weder im Koran noch in den angeführten nachkoranischen Quellen etwas. Lediglich die Frage, um welchen Sohn es sich bei der Opferung handelt, und die eigentliche Opferungsgeschichte werden intensiver erzählt, was sich dadurch erklären lässt, dass dieses Ereignis in den Riten der Wallfahrt (imagesaimagesimages) nach Mekka, einer der zentralen rituellen Handlungen des Islam, gedacht wird. Im Wesentlichen steht bei allen Erzählungen aber die Person Abrahams im Mittelpunkt, wogegen dessen Söhne eher eine Nebenrolle spielen.

Das Verhältnis zwischen beiden Brüdern ist im Koran unklar; die nachkoranische Literatur erwähnt aber kleinere Auseinandersetzungen. Diesen wird jedoch nicht die Schärfe zuerkannt, die sie in den jüdischen und christlichen Überlieferungen besitzen, was durch den Hinweis „wie Kinder das tun“ deutlich wird. Sowohl Isaak als auch Ismael werden aber als Propheten und zur Familie Abrahams gehörig angesehen. Der Islam weiß auch nichts von einem Gegensatz zwischen den beiden Brüdern, wie wir ihn im Judentum und vor allem im Christentum finden. Im Gegenteil dazu lässt sich z.T. sogar die Tendenz beobachten, jegliche Polarisierung zu überbrücken, wie etwa bei imagesa'labī durch die Tradition über das Vermächtnis Ismaels, dass Isaak seinen Sohn mit seiner Tochter verheiraten möge, deutlich wird.

Auch wenn im Koran kaum von Ismael die Rede ist, war seine Dominanz gegenüber Isaak in der nachkoranischen Literatur vielleicht schon dadurch angelegt, dass er in der späteren Sure 2 seinem Vater bei der Wiederherstellung der Ka’ba assistiert hat. Dadurch entstand eine enge Beziehung zwischen Ismael und Mekka, die ebenfalls in der nachkoranischen Literatur inhaltlich noch ausgebaut wurde und die insofern bedeutsam ist, als dass die Wallfahrt, eine der fünf Grundpflichten des Islam, dorthin stattfindet und eben nicht nach Jerusalem. Durch die Zuordnung nach Mekka war es langfristig möglich, Ismael als den geopferten Sohn anzusehen, denn das in die Wallfahrt inkorporierte Opferfest gedenkt der Opferung des Sohnes. Es wäre dann jedoch wenig sinnvoll gewesen, in Isaak den zu opfernden Sohn zu sehen, der mit Mekka und dem Heiligtum der Ka’ba und den Wallfahrtsriten überhaupt nicht in Verbindung gebracht wird; ebenso wenig schiene es sinnvoll, in Mekka eines Ereignisses zu gedenken, dass, wenn es sich bei dem zu opfernen Sohn um Isaak gehandelt hätte, in Palästina stattgefunden haben müsste. Insofern liegt in der Auffassung, dass Ismael der zur Opferung bestimmte Sohn war, eine gewisse logische Konsequenz.

Ismaels Rolle konnte zudem auch dadurch gegenüber Isaak gestärkt werden, als er als der Stammvater der Araber angesehen wurde (und somit letztendlich auch als der Stammvater der Muslime) und in gewissem Sinne auch polemisch ← 132 | 133 ein Gegengewicht zu dem von Juden und Christen beanspruchten Isaak darstellen konnte.

Quellen

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1      Vgl. Löhr, Helmut: Isaak, Jakob, Esau, Josef, in: Öhler, Markus (Hrsg.): Alttestamentliche Gestalten im Neuen Testament. Darmstadt 1999, S. 86-88.

2      Zwar werden im Koran die beiden Hügel as-Safā und al-Marwa als Teil der Wallfahrt erwähnt (2,158), jedoch wird nicht der Grund für dieses Ritual genannt, nämlich die Erinnerung daran, dass Hagar zwischen ihnen auf der Suche nach Wasser für ihren Sohn hin- und hergelaufen sein soll.

3      Die Zitate aus dem Koran erfolgen nach der Ausgabe Der Koran. Arabisch – Deutsch. Übers. u. komm. v. Adel Theodor Khoury. Gütersloh 2004.

4      Vgl. zur Unterscheidung zwischen Prophet und Gesandter Tottoli, Roberto: Biblical Prophets in the Qur’ān and Muslim Literature. London, New York 2002, S. 71-79. Insbesondere die spätere islamische Theologie hat die Unterschiede zwischen beiden eingehend diskutiert.

5      Beltz, Walter: Sehnsucht nach dem Paradies. Mythologie des Korans. Berlin 1979, S. 107.

6      Die Geschichte taucht bereits in den mekkanischen Suren 15,51-60 und 51,24-38 auf, allerdings wird an beiden Stellen nicht der Name des Sohnes, der Abraham verheißen wird, erwähnt.

7      Speyer, Heinrich: Die biblischen Erzählungen im Qoran. Gräfenhainchen 1931, Nachdr. Hildesheim u.a. 1988, S. 170-171.

8      Entsprechende Stellen finden sich auch in den medinensichen Suren 3,84 und 4,163.

9      Entsprechend könnte der letzte Satz „Und wir sind ihm ergeben“ verstanden werden. Das Partizip ,muslim‘ (Pl. ,muslimūn‘) bedeutet zunächst nichts anderes als „ergeben“, gewinnt aber, wie auch der Infinitiv islām, im Rahmen der Auseinandersetzungen mit Juden und Christen immer mehr die Bedeutung einer eigenständigen Religionsbezeichnung, mit der sich Muhammad und seine Anhänger gegenüber anderen als eigenständige Gemeinschaft abgrenzen konnten. Vgl. dazu Haußig, Hans-Michael: Der Religionsbegriff in den Religionen. Studien zum Selbst- und Religionsverständnis in Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam. Berlin, Bodenheim bei Mainz 1999, S. 196-204.

10    Tottoli: Prophets, S. 83-84.

11    Vgl. Busse, Heribert: Arabische Historiographie und Geographie, in: Gätje, Helmut (Hrsg.): Grundriß der Arabischen Philologie II: Literaturwissenschaft. Wiesbaden 1987, S. 264-297, hier S. 269.

12    Vgl. Tottoli: Prophets, S. 132.

13    Busse: Historiographie, S. 271.

14    Vgl. Tottoli: Prophets, S. 133; Firestone, Reuven: Journey in Holy Lands. The Evolution of the Abraham-Ishmael Legends in Islamic Exegesis. Albany 1990, S. 144.

15    Vgl. Firestone: Journey, S. 39-40. Dort findet sich auch eine intensive Diskussion der einzelnen Traditionsquellen, die mehreren Traditionswerken zugrunde liegen und auf die hier nicht im Einzelnen eingegangen werden kann.

16    Bei imagesabarī findet sich hier die Bezeichnung malik aimages-imagesil „König des Schattens“, das in den hier verwendeten Übersetzungen meist als „tyrant“ (Brimmer) oder „Gewaltherrscher“ (Busse) wiedergegeben wird. In der Bibel wird die Geschichte in einem Fall auf den Pharao, im anderen Fall auf Abimelech aus Gerar bezogen.

17    Vgl. The History of al-imagesabarī. Vol. II: Prophets and Patriarchs. Transl. and annot. by William M. Brinner. Albany 1987, S. 65.

18    Vgl. ebd.

19    Vgl. Bakhos, Carol: The Family of Abraham. Jewish, Christian, and Muslim Interpretations. Cambridge (Massachusetts), London 2014, S. 142-146. Sie weist darauf hin, dass im 9. Jh. in den Auseinandersetzungen der sogenannten Šu'ūbiyya, als es um die Frage ging, ob die Araber gegenüber anderen Muslimen einen besonderen Vorzug genössen, Perser argumentiert haben, dass im Gegensatz sogar die Nichtaraber einen Vorzug genössen, da sie eine Abkunft von Isaak geltend machen könnten.

20    Vgl. History, S. 72.

21    Die Ğumhuri ten werden innerhalb der arabischen Historiographie als einer der ältesten Stämme angesehen, der zur Zeit Abrahams und Ismaels in Mekka siedelte. Sie haben im Rahmen der Erzählung die Funktion, Ismael in den kulturellen Rahmen der Araber zu integrieren. Vgl. Firestone: Journey, S. 72.

22    al-imagesabarī, Abu Ğa'far Muhammad ibn Ğarīr: ta’rīh ar-rusul wa-l-mulūk. Bd. 1. o.O., o.J, S. 135 u. History, S. 82.

23    Gemeint ist 'Umar ibn 'Abd ul-'Azīz (etwa 680–720), der 717–720 als achter Kalif der Umayyaden-Dynastie amtierte und von dem zuvor die Rede war.

24    In den islamischen Quellen umfasst der Begriff „Syrien“ (aš-Šām) diejenigen Gebiete, die im neuzeitlichen politischen Diskurs als „Großsyrien“ bezeichnet werden und die Territorien der heutigen Staaten Syrien, Libanon, Jordanien, Israel, die West-Bank und einige türkische Provinzen umfassen. Vgl. Bosworth, Charles: Art. Shām, in: Encyclopaedia of Islam. 2nd Edition. Bd. 9. Leiden 1997, S. 261-262, hier S. 261.

25    al-imagesabarī, S. 138-139 u. History, S. 88.

26    Vgl. al-imagesabarī, S. 138 u. History, S. 88.

27    al-imagesabarī, S. 139 u. History, S. 89; vgl. Firestone: Journey, S. 136-137.

28    Vgl. Nagel, Tilman: Die Qiimagesaimages al-anbiyā’. Ein Beitrag zur arabischen Literaturgeschichte. Bonn 1967; Nagel: Tilman: Art. imagesiimagesaimages al-anbiyā’, in: Encyclopaedia of Islam. 2nd Edition. Bd. 5. Leiden 1986, S. 180-181; Schussman, Aviva: Stories of the Prophets in Muslim Tradition. Mainly on the basis of „Kisas al-Anbiya“ by Muhammad b. 'Abdallah al-Kisa’ī. Jerusalem 1981, S. 1-2 u. Tottoli: Prophets, S. 138. Die Geschichten sind, sofern es sich um die altisraelitischen Propheten handelt, auch als ,isrā’īliyyāt‘ bekannt. Vgl. Bakhos: Family, S. 46.

29    Vgl. Tottoli: Prophets, S. 146 u. 151. Erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang jedoch auch noch Muimagesammad ibn 'Abdullah al-Kisā’ī, dessen Werk eine ähnliche Bedeutung zukommt, wie demjenigen aimages-imagesalabīs. Vgl. dazu ebd., S. 151-155.

30    Vgl. aimages-imagesa'labī, Abū Isimagesaq Aimagesmad b. Muimagesammad b. Ibrāhīm: Islamische Erzählungen von Propheten und Gottesmännern. Qiimagesaimages al-anbiyā’ oder 'Arā’is al-mağālis von Abū Isimagesaq Aimagesmad b. Muimagesammad b. Ibrāhīm aimages-imagesa'labī. Übers. u. komm. v. Heribert Busse. Wiesbaden 2006, S. 108.

31    Vgl. ebd., S. 109.

32    Vgl. ebd.

33    Ebd., S. 109-110.

34    Vgl. ebd.

35    Vgl. ebd., S. 110.

36    Ebd., S. 111.

37    Ebd., S. 121.

38    Vgl. ebd., S. 123f.

39    Vgl. ebd., S. 135.