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Zwischen Ideal und Ambivalenz

Geschwisterbeziehungen in ihren soziokulturellen Kontexten

Ulrike Schneider, Helga Völkening and Daniel Vorpahl

Der Sammelband bietet einen interdisziplinären Überblick über die Darstellung von Geschwisterbeziehungen und die Verwendung geschwisterbezogener Termini innerhalb abendländischer sowie antiker nahöstlicher Kulturtraditionen. Zum einen erörtern die Autoren spezifische Darstellungsformen, Prämissen und Funktionen exemplarischer Geschwisterpaare in Literatur, Bildender Kunst, Musik, Philosophie und historischer, gesellschaftspolitischer sowie religiöser Tradition. Zum anderen befassen sie sich mit den jeweiligen metaphorischen Rezeptionen und Adaptionen geschwisterlicher Termini, Motive und Zuschreibungen.
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Schwestern am Scheideweg – Zur Schwesternbeziehung in der Literatur der Restaurationszeit (Anna Glowacka)

Schwestern am Scheideweg – Zur Schwesternbeziehung in der Literatur der Restaurationszeit

Anna Glowacka

Abstract

This article discusses sister relationships within the German literature from enlightenment to the mid 19th century, focusing especially the profile of sisters in the period from 1815 to 1848. The author concluded that within this period sisters were presented with a strong physical and personal contrast. The relationship between sisters is used as a personification of harmony and also as a figuration of conflict. That contrast of sisters perfectly represents the ambivalence of the era.1

Einleitung

Die Schwesternkonstellation ist eine Beziehung, die in der Literaturgeschichte sowie in den Biographien von Frauen seit der Antike bis in die Gegenwart vorkommt. Bisher wurde jedoch der Betrachtung des Schwesternverhältnisses weniger Aufmerksamkeit in den Literatur-, Geschichts- und Sozialwissenschaften entgegengebracht als der Untersuchung von Brüderkonstellationen und dem Bruder-Schwestern-Verhältnis.2 Von wenigen Ausnahmen abgesehen (Elisabeth Fishel, Helga und Karin Kraus), bildet die Schwesternbeziehung ein Randphänomen, das erst nach der Wende zum 21. Jahrhundert ins Zentrum des Interesses rückte und intensiver untersucht wurde.3

In diesem Beitrag wird die Entwicklung der Darstellung der Schwesternbeziehung in der deutschsprachigen Literatur seit der Aufklärung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts (1848) betrachtet. Es werden einige epochenübergreifende Parallelen bzw. Charakteristika in der Darstellung der Schwesternkonstellation sowie die antiken und biblischen Schwesternmuster veranschaulicht. Im zweiten Teil befasse ich mich mit Schwesternfiguren in der Literatur der Restaurationszeit, in der Schwesternpaare überraschend oft dargestellt wurden. Ich untersuche dabei den Zusammenhang zwischen der Popularität der Schwesternthematik und den damaligen Diskursen über die Familie und die Frau. Die analysierten Texte ← 209 | 210 werden somit auf die schwesterliche Beziehung, als wichtigen Aspekt im Familien- und Geschlechterdiskurs, hin befragt. Im Beitrag wird in Anlehnung an Gertrud Maria Rösch zwischen der biologischen Schwesternschaft (Abstammung von den gleichen leiblichen Eltern) und der ethischen und emotionalen Schwesterlichkeit (eine sich in Worten und Verhalten artikulierende Nähe und Solidarität) differenziert.4

Schwestern in literarischen und kulturellen Leitbildern

Obwohl sich einige Differenzen in der Darstellung der Schwesternkonstellation in einzelnen Epochen und Perioden ergeben, lassen sich bestimmte Parallelen in der Darstellung der Schwesternbeziehung feststellen. Für die literarischen Schwesternfiguren ist eine ausgeprägte Gegensätzlichkeit kennzeichnend, die bereits für die antiken (Antigone und Ismene, Elektra und Chrysothomis) und biblischen Paare (Lea und Rachel, Marta und Maria) sowie Märchenfiguren (Schneeweißchen und Rosenrot, Goldmarie und Pechmarie, Aschenputtel und ihre Stiefschwestern) charakteristisch ist.5 Dabei ist nicht zu übersehen, dass die biblischen Schwesternpaare ebenso wie Schwestern im Märchen eher Konkurrenz, Neid, Abgrenzung und Geschwisterrivalität symbolisieren. Ihre Beziehung ist somit dichotomisch und durch ihre Grundverschiedenheit sind potenzielle Konflikte begünstigt. So werden antithetische Schwesternfiguren – gute vs. böse,6 schöne vs. hässliche, helle vs. dunkle, bodenständige vs. leidenschaftliche, widerspenstige vs. folgsame, zarte vs. starke – konstruiert.

In kulturellen Leitbildern seit der Aufklärungszeit sind jedoch die Schwestern zu Harmonie, Solidarität und schwesterlicher Liebe moralisch verpflichtet, weil die biologische Schwesternschaft mit Schwesterlichkeit verbunden wurde: „Schwesterliches Verhalten erhält […] den Rang eines Ideals, denn es bezeich ← 210 | 211 net indirekt ein positiv besetztes menschliches Verhalten.“7 Mit dem Adjektiv „schwesterlich“, das auf die Gesinnung und Eigenart einer Schwester zielt, sind ausgesprochen positive Werte wie Mitgefühl, Nähe, Zusammenhalt und Hilfe verbunden,8 und diesen hohen Idealen sollten Figuren (und reale Frauen) entsprechen: „Obwohl dieser Anspruch bereits damals in Frage gestellt wurde, wird diese Erwartung bis in die Gegenwart stereotyp an Schwestern herangetragen.“9 Im Folgenden wird veranschaulicht, wie die Literatur dieses harmonische Leitbild mitgestaltete, bestätigte oder in Frage stellte.

Harmonische Schwesternbeziehung

Die Schriftsteller_innen der Aufklärung und Empfindsamkeit bis um 1800 gestalteten das Leitbild der bürgerlichen Familie mit.10 Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein neues Familienmodell: die bürgerliche Kleinfamilie.11 Innige Familiengemeinschaft wurde in der Literatur propagiert, Eheliebe und Geschwisterliebe wurden zu Idealen von allgemeiner Anziehungskraft. Das Prinzip der Blutsverwandtschaft verkörperte Antigone aus der gleichnamigen Tragödie von Sophokles, die rege rezipiert wurde und das als schönstes Drama galt.12 Um 1800 sind Geschwister omnipräsent, und es lässt sich eine Obsession in Bezug auf die Geschwisterproblematik feststellen.13 Es entwickelte sich die politische Idee der fraternité, die Schwesterlichkeit dient dagegen als Utopie einer anderen Art. Schwesterlichkeit wird hier als „eine Chiffre eingesetzt, um altruistisches Verhalten glaubhaft machen zu können“14. Zur Zeit der Aufklärung wird „die biologisch codierte Schwesternschaft mit den altruistischen Tugendpostulaten vermittelt und Schwesterlichkeit wird als Beitrag zum Humanisierungsprogramm der bürgerlichen Gesellschaft vorgestellt“15. Die Autoren und Autorin ← 211 | 212 nen inszenieren eine harmonisch-utopische Version der Schwesternschaft. Die als zärtliche Schwestern dargestellten Figuren realisieren mit tugendhafter Opferbereitschaft die hohen Ideale der Treue, Humanität und Solidarität. In dem Lustspiel Die zärtlichen Schwestern (1747) von Christian Fürchtegott Gellert erreicht schwesterliche Liebe und Treue „ein nahezu übermenschliches Maß“16. Zwischen der vernünftigen, uneigennützigen, aber unattraktiven Charlotte („Je nun, du bist freilich nicht die Schönste; aber der Himmel wird dich schon versorgen.“ – so ihr Vater, I,1,18-19) und der schönen, widerspenstigen Juliane gibt es keine Spur der Rivalität um das Erbe oder die Verehrer. Die ältere, vernünftige Schwester realisiert die Tugenden der Schwesterlichkeit, indem sie eine Intrige zu Gunsten ihrer Schwester knüpft, an deren Folgen sie letztendlich selbst leidet. Sie ist jedoch davon überzeugt, dass sie richtig handelt: „Ich mache mir eine Ehre daraus, mich an dem günstigen Schicksale meiner Schwester aufrichtig zu vergnügen und mit dem meinigen zufrieden zu sein.“ (I, 1, 18-20) In Mozarts Oper Così fan tutte (1790) werden die emotionale Treue, schwesterliche Liebe und Solidarität der beiden Schwestern Dorabella und Fiordiligi trotz eines inneren Konflikts an keiner Stelle in Frage gestellt.17

In der Erzählung von Sophie La Roche Die zwey Schwestern (1783) will die jüngere, schöne, von den Eltern geliebte Schwester Laura mit ihrer älteren Schwester Adelinde, von der sie bisher nichts gewusst hat, weil diese als ungeliebte hässliche Tochter vor vielen Jahren vom zornigen Vater von zu Hause verbannt worden ist, ihr Vermögen teilen. Das führt schließlich zur Versöhnung der älteren Schwester mit dem Vater. Auch hier wird die Schwesternschaft mit Humanität und Schwesterlichkeit gleichgesetzt. Literarische Schwesternfiguren symbolisieren Möglichkeiten einer harmonischen Lösung der Konflikte und damit „humanerer Gestaltung der bürgerlichen Gesellschaft“18.

Die ungleichen Schwestern ergänzen einander komplementär und bilden eine harmonische Beziehung ohne strikte Bipolarität. Gegenseitige Unterstützung, Erziehung und schwesterliche Liebe können mit dem Aufklärungsoptimismus alle Konflikte überwinden. So wird die positive Wirkung der Familienbände und Schwesternbunde betont und das Ideal der schwesterlichen (und zwischenmenschlichen) Solidarität und Harmonie bestätigt. ← 212 | 213

Der zerbrochene Schwesternbund

In der Literatur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Schwesternkonstellation sehr verbreitet.19 Im Rahmen der Etablierung des Bürgertums, der Privatisierung des Familienlebens und der starken Akzentuierung der Familie als Gefühls- und Werteverband nahm auch die Schwesternbeziehung an Bedeutung zu. In der Literatur der Epoche zwischen 1815 und 1848, die Restaurationszeit, Biedermeier oder Vormärz genannt wird,20 häufen sich die Schwesternpaare. Eine Akkumulation ist in den 1830ern und 1840ern zu beobachten.21 Besonders österreichische Autoren, wie Adalbert Stifter und Franz Grillparzer, bedienen sich gern des Schwesternmotivs. In zahlreichen Erzählungen von Adalbert Stifter, wie Feldblumen (1841/1844),22Der Hochwald (1842/1844), Die Schwestern (1846), Zwei Schwestern (1850), und in Franz Grillparzers Dramen Libussa (1848) und Die Jüdin von Toledo (1851) werden Schwesternkonstellationen aufgegriffen. Auch bei anderen Schriftsteller_innen wie Eduard Mörike (Lucie Gelmeroth [1839], Gedichte) und Annette von Droste-Hülshoff (Die Schwestern [1841]) ist die Schwesternproblematik präsent.

In der Literatur finden sich zahlreiche Schwesternbeziehungen, die zum einen die damalige Situation der Familie widerspiegeln, zum anderen als Muster der schwesterlichen Liebe dienen. In dieser Zeit kommt es zum ersten Höhepunkt des neuen Familienmodells und zur Entwicklung eines Familienkultes.23 Die gefühlsmäßige Bindung der einzelnen Familienmitglieder untereinander wird betont und propagiert. Die Gatten- und Geschwisterliebe wird zum elemen ← 213 | 214 taren Moment, mit dessen Hilfe die häusliche Sphäre als Gefühlsgemeinschaft dargestellt wird.24 In den literarischen Texten wird die innige Liebe und angeborene Verbundenheit der Schwestern unterstrichen. So schreibt Caroline Pichler (Die Belagerung Wiens 1828):

So waren diese beiden Schwestern durch Natur und Umstände geworden und liebten sich trotz aller Verschiedenheit des Sinns und mancher Mißverhältnisse, welche die Vorliebe der Mutter für die ältere erzeugte, herzlich.25

Weiterhin wird das Ideal des schwesterlichen Verhaltens betont, das mit positiven Werten wie Treue, Solidarität, Mitgefühl, Nähe und Zusammenhalt aufgeladen ist. Die Schwesternfiguren erscheinen oft gemeinsam, man kann sie kaum voneinander unterscheiden und verwechselt sie mitunter (z.B. Zwei Schwestern von Adalbert Stifter). Somit verkörpern sie eine ursprüngliche zwischenmenschliche Einheit, die enge Bindung zweier Hälften.

In der Literatur der Restaurationszeit befestigt sich jedoch eine strikte äußere und innere Antithetik der Schwesternfiguren, die kein völlig harmonisches Paar bilden. Besonders für viele Texte der erfolgreichsten deutschen und österreichischen Schriftstellerinnen dieser Epoche wie Caroline de la Motte Fouqué, Caroline Pichler, Luise Mühlbach und Ida Hahn-Hahn ist die Präsenz zweier antagonistischer Frauen- und Schwesternfiguren kennzeichnend.26 Das Motiv ungleicher Schwestern wird aufgegriffen, „um völlig verschiedene Frauenschicksale komplementär zueinander darstellen zu können“27. So betont Luise Mühlbach im Roman Glück und Geld (1842) die Gegensätzlichkeit der Schwestern: „Und so verschieden, wie ihre äußere Erscheinung, war auch das Wesen dieser beiden Schwestern.“28 Die Schwestern stehen am Scheideweg, müssen sich trennen und gehen einen völlig anderen Lebensweg. Eine der Schwestern wählt die Konvenienzehe und Geld, die andere Liebesehe und Glück, welche jedoch durch Armut und Krankheit bald enden. ← 214 | 215

Gegensätzliche Schwesternfiguren repräsentieren die widerspruchsvolle Epoche geradezu ideal.29 Darin erweisen sich Autoren und Autorinnen als echte Repräsentanten der Metternichschen Restauration, die „zu den uneinheitlichsten und widerspruchsvollen Epochen gehört und in der das Nebeneinander von revolutionären und reaktionären Elementen geradezu strukturbildend war.“30 Theodor Mundt wies darauf in seiner Geschichte der Literatur der Gegenwart (1842) hin:

In Deutschland hat die Julirevolution eine Meinungsrevolution zu Wege gebracht. Es bildeten sich seitdem zwei Gegensätze in einer unter den Deutschen noch nicht gekannten Weise zu förmlichen Parteirichtungen aus, die auch das Privatleben heftig berührten, und in die Literatur ganz neue Zündstoffe schleuderten. Diese eine Nachgeburt der Julirevolution war der Liberalismus […] Die andere Nachgeburt … der Reactionarismus .31

Der Dualismus von „biedermeierlich-restaurativen und liberal-avantgardistischen Tendenzen, der dieser Ära ihr Gepräge gab“32, spiegelt sich in den Figuren der gegensätzlichen Schwestern wider. Die revolutionäre Schwester erscheint an der Seite der häuslichen Schwester. Die emanzipierte Frau wird mit ihrer konventionellen Leibschwester kontrastiert, ihrem Gegenbild. Während eine der Schwestern mit ihrem Beruf als Dichterin, Künstlerin oder Schauspielerin den Ausbruch aus der den Frauen zugeschriebenen Rolle wagt, ist die andere musterhafte Hausfrau, Gattin und Mutter. So wird der künstlerisch begabten Faustine im Roman Gräfin Faustine von Ida Hahn-Hahn (1840) ihre bescheidene häusliche Schwester gegenübergestellt. In Schauspielerin (1836) von Heinrich Laube bilden die Titelheldin und ihre genügsame Schwester ebenfalls eine strikte Dichotomie. Der Protagonist wendet am Ende seine Liebe von der tätigen und ehrgeizigen Schauspielerin ab (die sich mit diesem Beruf in einer fragwürdigen Position befindet33) und der häuslichen Schwester der Komödiantin zu. Die unangepassten Schwestern enden meist unglücklich oder sterben.34 Dieses wiederkehrende Erzählschema zeigt, dass die Gesellschaft nicht bereit ← 215 | 216 für die emanzipierte Frau war bzw. eine freie Frau nicht duldete. Mit dieser Opposition werden die Konventionalität der einen Schwester und die Fortschrittlichkeit der anderen unterstrichen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die höchst gespaltene Epoche und ihre beiden ideellen Grundkonzepte ziehen.

Die Biedermeierfamilie wurde gern als Paradebeispiel der verinnerlichten zwischenmenschlichen Gemeinschaft gesehen. Das Bild, dass sich das „Bürgertum resigniert in den Innenraum der Familie zurückgezogen und dort eine Kultur bescheidener Häuslichkeit gepflegt habe“, erscheint jedoch als „ideologisches Zerrbild“35. Das Ideal biedermeierlicher Häuslichkeit und Familienidylle traf mithin auf Frauen zu, die die Familie „zu einem Ort wohlgeordneter Intimität, beschaulicher Harmonie, gediegener Entspannung“36 machen wollten: „Nach außen schien es, als ob hier nichts als Gefühl, Liebe und Zärtlichkeit residierten.“37 Man darf aber der Fiktion der unproblematisch heilen Biedermeierzeit nicht unterliegen. Obwohl z.B. Henriette Hanke in ihren Romanen ein reines Familienglück entfaltet und in ihrer Darstellung des Familienlebens die behutsam waltenden Mütter und Schwestern schildert, geriet bei den Vormärz-Autorinnen der pietätvolle Familienkult ins Wanken.38 Besonders Luise Mühlbach schildert die Pathologie der Familie (Elternfluch, Verbannung der Kinder aus dem Haus, Enterbung) und der Schwesternbeziehung, in der – im Extremfall – eine Schwester die andere verfolgt und Schuld an ihrem Selbstmord ist (Luise Mühlbach, Gisela [1845]).

Die Schwesternbeziehung dient für die Autorinnen des Vormärz als Figuration des Konflikts, der sich nicht friedlich lösen lässt und zum tragischen Ende führt. Im Zusammenhang mit der Festschreibung der Geschlechtscharaktere nahm die Schwesternbeziehung andere Qualitäten an.39 In den Schwesternfiguren „verschränken sich Stereotypen aus dem Weiblichkeitsdiskurs des 19. Jahrhunderts“40, wie die Einordnung der Frau entweder als Heilige oder Hure, asexuell kontra sexuell, keusche Madonna oder erotische Mätresse (z.B. in der Ballade Die Schwestern (1841) von Annette von Droste-Hülshoff). Anhand der Schwesternbeziehung lässt sich die Abhängigkeit der Frau von der patriarchalischen Familie und Gesellschaft und ihre Verstrickung zeigen ← 216 | 217

in fremdes Wollen – entweder in das elterliche und damit theologisch-moralische Gebot oder in das erotische und damit männliche Begehren. So verharren sie in der Schwesternschaft mit tödlichen Ausgang, statt eine von Selbstbestimmtheit geprägte, horizontale Beziehung verwirklichen zu können.41

Die Beziehung der Schwesternfiguren ist vom oppressiven Willen der Eltern (Zwang zur Heirat, Übernahme der Mutterrolle durch die ältere Schwester) oder den Handlungen der Männer (Ausnutzung, Untreue, Wechsel zwischen Schwestern) abhängig. Der anfängliche Bund der Schwesternfiguren wird gebrochen, am Anfang des Textes stehen sie häufig bereits am Scheideweg und werden getrennt. Ihre einzige Kontaktmöglichkeit bleibt oft nur der Briefwechsel (z.B. Ida Hahn-Hahn, Zwei Frauen [1845]).

Schwesternpolarität als Geschlechterpolarität

Die sich verstärkende Antithetik der Schwesternfiguren kann man als Opposition der Geschlechter im bürgerlichen Zeitalter lesen. Die gegensätzlichen Schwestern können die kulturell konstruierten Unterschiede zwischen Frau und Mann symbolisieren:

[Die] Schwesternbeziehung wird von den binären Oppositionen der weiblichen und männlichen Natur erfasst, d. h. aus dem harmonischen Verband gleichgestimmter Frauen wird ein Paar, das die kulturell codierten Gegensätze von Frau und Mann mit verkörpert. Die daraus erwachsenden Konflikte treiben vielfach auf eine tragische Lösung zu.42

Strikte Teilung und Grenzen zwischen den Geschlechtern werden in den kontrastiven Persönlichkeiten und Lebenswegen der Schwestern sichtbar. Bipolarität tritt in der Beziehung zwischen der extrem weiblichen (jüngeren, femininen, leidenschaftlichen, melancholischen, folgsamen, zarten) Schwester und der extrem männlichen (älteren, starken, vernünftigen, aktiven, lebensbejahenden) Schwester hervor. Als Beispiel kann die Erzählung Zwei Schwestern von Adalbert Stifter dienen, in der eine zarte, feminine Schwester mit ihrer starken, virilisierten Schwester kontrastiert wird.43 Die Grundverschiedenheit der Schwestern ist so groß wie die der Geschlechter.44

In der untersuchten Epoche, in der die Vorstellung der „Geschlechtscharaktere“ (Karin Hausen) stark verfestigt war, symbolisieren die Schwesternfiguren Pole, die sich nicht mehr verbinden können. Eine strikte Grenze zwischen den ← 217 | 218 Geschlechtern, die die ungleichen Schwestern symbolisieren, macht eine harmonische Verbindung unmöglich. Die Kluft zwischen den Schwestern, wie zwischen den Geschlechtern, ist zu tief; man kann die entstehenden Konflikte mit dem aufklärerischen, optimistischen Erziehungsprogramm und der gegenseitigen Therapierung nicht mehr überwinden. Die lebensbejahende, fröhliche Schwester in der Erzählung von Caroline de la Motte Fouqué Dornen und Blüthen des Lebens (1820) kann ihre zarte, melancholische Schwester nicht verstehen und ihr nicht helfen, ihre Melancholie und ihren Schwermut zu überwinden. Jede Schwester bleibt in ihrer Welt, es gibt keine Brücke, die sie verbinden könnte. In Glück und Geld von Mühlbach kann die vernünftige, stolze Schwester die leidenschaftliche Liebe ihrer Schwester zu einem enterbten jungen Mann nicht nachvollziehen. Die gegensätzlichen Schwesternfiguren gehen völlig unterschiedliche und damit getrennte Lebenswege.

Zusammenfassung

Das Idealbild der harmonischen Schwesternbeziehung erweist sich in der Literatur dieser widerspruchsvollen Epoche als nicht zu realisierendes Konstrukt, die Darstellung dichotomischer Schwesternfiguren wird vielmehr zum Spiegelbild der Jahre 1815 bis 1848. Die Frage nach der Darstellung der Schwesternbeziehung kann als eine Untersuchungsfolie dienen, um über ein scheinbares Randphänomen an zentrale Fragestellungen einer ganzen Epoche zu gelangen.45 Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Schwesternbeziehung ebenso als Bild der Solidarität als auch der Harmonie sowie als Figuration des Konflikts und als Symbol der Gegensätze metaphorisch verwendet wird.

Quellen

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1      Die Verfasserin arbeitet an der Dissertation „Das Schwesternmotiv in der Literatur des 19. Jahrhunderts“ an der Universität Wien.

2      Vgl. Onnen-Isemann, Corinna; Rösch, Gertrud Maria (Hrsg.): Schwestern. Zur Dynamik einer lebenslangen Beziehung. Frankfurt/Main 2005, S. 7f.

3      Vgl. den aktuellen Forschungsstand und die Bibliographie bei Labouvie, Eva (Hrsg.): Schwestern und Freundinnen. Zur Kulturgeschichte weiblicher Kommunikation. Köln 2009.

4      Rösch, Gertrud Maria: Die unzärtlichen Schwestern. Zur Binnendifferenzierung des Weiblichen am Beispiel der Schwesterbeziehung, in: Wiesinger, Peter (Hrsg.): Zeitenwende. Die Germanistik auf dem Weg vom 20. ins 21. Jahrhundert. Akten des X. Internationalen Germanistenkongresses. Bd. 10. Bern u.a. 2003, S. 57-66, hier S. 58.

5      Vgl. Fishel, Elisabeth: Schwestern. Liebe und Rivalität innerhalb und außerhalb der Familie. Frankfurt/Main 1980, S.167-168; Onnen-Isemann, Rösch: Schwestern, S.13; Schahadat, Schamma: Schwesternmord: Poetik, Politik und Gender in der polnischen Romantik, in: Hotz-Davies, Ingrid; Schahadat, Schamma (Hrsg.): Ins Wort gesetzt, ins Bild gesetzt: Gender in Wissenschaft, Kunst und Literatur. Bielefeld 2007, S. 234-256, hier S. 245 u. Glowacka, Anna: Sense and Sensibility im deutschsprachigen Roman. Das Schwesternmotiv in der Literatur des 19. Jahrhunderts, in: Jahrbuch des Wissenschaftlichen Zentrums der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Bd. 3 (2010–2012). Wien 2012, S. 389-401, hier S. 390-393.

6      Vgl. Schahadat: Schwesternmord.

7      Onnen-Isemann, Corinna; Rösch, Gertrud Maria: Schwesterherz Schwesterschmerz. Schwestern zwischen Solidarität und Rivalität. Heidelberg 2006, S. 23.

8      Rösch: Schwestern, S. 58.

9      Onnen-Isemann; Rösch: Schwesterherz, S. 22f.

10    Vgl. Rosenbaum, Heidi: Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverhältnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Frankfurt/Main 1982, S. 263-271.

11    Vgl. Gestrich, Andreas: Neuzeit, in: ders. u.a. (Hrsg.): Geschichte der Familie. Stuttgart 2003, S. 387-392.

12    Vgl. Steiner, George: Die Antigonen. Geschichte und Gegenwart eines Mythos. München, Wien 1988, S. 13.

13    Vgl. Frei-Gerlach, Franziska: Geschwister. Ein Dispostiv bei Jean Paul und um 1800. Berlin, Boston 2012, S. 1-22.

14    Rösch: Schwestern, S. 57.

15    Ebd., S. 65.

16    Onnen-Isemann; Rösch: Schwestern, S. 15.

17    Vgl. Kleinertz, Rainer: Schwestern auf der Opernbühne. Mozarts „Così fan tutte“ unter der Berücksichtigung der Schwesternkonstellation, in: Onnen-Isemann; Rösch: Schwestern, S. 187-208.

18    Onnen-Isemann; Rösch: Schwesterherz, S. 22.

19    Vgl. Rösch: Schwestern, S. 171.

20    Zum Begriff der ambivalenten Epoche und ihrer literarischen Strömungen herrscht keine Einstimmigkeit. „Biedermeierzeit“ von Sengle hat sich nicht durchgesetzt; als Vormärz wird sowohl die Periode 1830–1848 als auch die ganze Epoche 1815–1848 bezeichnet. Da ich die Texte von den frühen 1820ern bis 1848 behandle, entscheide ich mich für den allgemeineren Begriff. Vgl. Sengle, Friedrich: Biedermeierzeit. Deutsche Literatur im Spannungsfeld zwischen Restauration und Revolution 1815–1848. Bd. 1-3. Stuttgart 1971–1980 u. Witte, Bernd (Hrsg.): Eine Sozialgeschichte der deutschen Literatur. Bd. 6. Hamburg 1980.

21    Vgl. Bartl, Andrea: Ungleiche Zwillinge. Adalbert Stifters „Zwei Schwestern“ – mit einem anthropologischen Seitenblick auf Ernst von Feuchtersleben, in: Onnen-Isemann, Corinna; Rösch, Gertrud-Maria (Hrsg.): Schwestern. Zur Dynamik einer lebenslangen Beziehung. Frankfurt/Main 2005, S. 153-169, hier S. 153.

22    Erstdrucke in „Iris“ und überarbeitete Ausgaben in „Studien“. Die in „Iris“ publizierte Erzählung „Die Schwestern“ wurde sehr stark überarbeitet und erschien in „Studien“ unter dem Titel „Zwei Schwestern“. Vgl. Hoffmann, Werner: Adalbert Stifters Erzählung „Zwei Schwestern“. Ein Vergleich der beiden Fassungen. Marburg 1966.

23    Vgl. Rosenbaum: Familie, S. 252.

24    Vgl. Frevert, Ute: Frauen-Geschichte. Zwischen bürgerlichen Verbesserung und neuer Weiblichkeit. Frankfurt/Main 1986, S. 20.

25    Pichler, Caroline: Die Belagerung Wiens. Wien 1828, S. 13.

26    Vgl. Möhrmann, Renate: „Die Teilnahme der weiblichen Welt am Staatsleben ist eine Pflicht!“ Frauenrechte – Menschenrechte. Vormärzautorinnen ergreifen das Wort, in: Gnüg, Hiltrud; Möhrmann, Renate (Hrsg.): Frauen Literatur Geschichte. Schreibende Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Stuttgart 1999, S. 377-402, hier S. 383.

27    Möhrmann, Renate: Die andere Frau. Emanzipationsansätze deutscher Schriftstellerinnen im Vorfeld der Achtundvierziger-Revolution. Stuttgart 1977, S. 108.

28    Mühlbach, Luise: Glück und Geld. Bd. 1. Altona 1842, S. 6.

29    Als reales Beispiel der gegensätzlichen Schwestern und Schriftstellerinnen dieser Epoche können die radikale Louise Aston und die religiöse Eulalia Merx angeführt werden.

30    Möhrmann: Frau, S. 66.

31    Zit. nach: ebd., S. 40-41.

32    Ebd., S. 41.

33    Vgl. Lorenz, Dagmar: Weibliche Rollenmodelle bei Autoren des „Jungen Deutschland“ und des „Biedermeier“, in: Burkhard, Marianne (Hrsg.): Gestaltet und gestaltend. Frauen in der deutschen Literatur. Amsterdam 1980, S. 155-184, hier S. 173.

34    Dieses Muster bleibt noch 1899 aktuell in der Erzählung von Helene Böhlau „Halbtier!“, in der sich der Protagonist von der künstlerischen klugen Isolde abwendet, um schließlich deren häusliche Schwester zu heiraten.

35    Frevert: Frauen-Geschichte, S. 66. Der Begriff ,Biedermeier‘ stammt aus den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts und bezeichnete despektierlich-spöttisch die Lebensart und Kultur des Bürgertums in der Restaurationsphase. Vgl. ebd., S. 66.

36    Ebd., S. 67.

37    Ebd.

38    Vgl. Möhrmann: Frau, S. 38.

39    Vgl. Onnen-Isemann; Rösch: Schwestern, S. 15.

40    Rösch: Schwestern, S. 63.

41    Ebd.

42    Onnen-Isemann; Rösch: Schwestern, S. 15.

43    Vgl. Bartl: Zwillinge.

44    „Die jungdeutschen Männer und Frauen sind so grundverschieden“. Lorenz: Rollenmodelle, S. 168.

45    Vgl. Onnen-Isemann; Rösch: Schwestern, S. 14.