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Max Brods Frauenbilder

Im Kontext der Feminitätsdiskurse einiger anderer Prager deutscher Schriftsteller

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Agata Mirecka

Ein Blick auf die Forschungslage zeigt, dass Max Brod zur Gruppe von relativ unbekannten Schriftstellern gehört. Die Gründe dafür liegen in seinem Schattendasein neben Franz Kafka. Der Nachlass Max Brods befindet sich verstreut in verschiedenen Archiven, vor allem in Israel, Deutschland und Österreich. Sekundärliteratur, die aber vorrangig die Frauenfiguren und das Weibliche bei Max Brod darstellt, gibt es kaum. Diese Monographie setzt sich die Interpretation der Frauengestalten zum Ziel, wobei sie sich auf einige ausgewählte Romane und Erzählungen bezieht. Des Weiteren wird versucht, Brods Konzeption der Weiblichkeit ähnlichen Entwürfen anderer Prager deutschen Autoren wie Franz Kafka, Franz Werfel, Oskar Baum und Ludwig Winder gegenüberzustellen. Die Autorin präsentiert die Brodsche Sichtweise hinsichtlich des Weiblichen in der gesellschaftlich stürmischen Zeit von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis zum Tode des Autors.
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8. Schlusswort

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Im letzten Kapitel dieser Arbeit wurde der Versuch unternommen, einige Frauenfiguren aus ausgewählten Werken der engsten Freunde Max Brods zu seiner Prager Zeit zu charakterisieren. Es ist natürlich schwierig, wenn man die Fülle der Werke Franz Kafkas und das spärliche Vorhandensein der Werke Oskar Baums in den Bibliotheken berücksichtigt. Die Thematik ist andererseits sehr umfangreich. Der hier aufgegriffene Versuch soll dem Leser die Spezifik und Vielfältigkeit des Themas veranschaulichen und die Unterschiede zwischen der Präsentation der Frau bei Max Brod und bei seinen Freunden aufzeigen.

In den untersuchten Werken von Max Brod wird die enge Verbindung der Weiblichkeitsentwürfe mit den Tendenzen der Zeit der Jahrhundertwende sichtbar. In ihnen spiegelt sich auch der zeitgenössische Weiblichkeitsdiskurs, der die weibliche Alterität festlegt. Die Figuren der Geliebten, die Brod zeichnet, sind alle durchweg als sinnliche, erotische Frauenschönheiten dargestellt. Mit den Protagonisten Doris aus der Erzählung Die Erziehung zur Hetäre und Franzi im Roman Franzi oder eine Liebe zweiten Ranges wird die eigenständige Sexualität der Frauen betont. Sie gipfelt in der Prostitution, die sich um die Jahrhundertwende besonders rasch entwickelte. Der Leser bemerkt in Brods Beschreibungen die große Kraft seiner Bilder. Die sehr starke Erotisierung der Frauenfiguren der Geliebten erinnert an die Frauentypen Weiningers, der die Frau als ausschließlich sexuelles Wesen definiert und ihren Objektcharakter betont.

Eine Art der entpersönlichten, auf die Sinnlichkeit reduzierten Frau stellt Annerl aus dem Roman Annerl....

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