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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

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Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
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Begeisterung und Fanatismus. Gedanken über einige Ursachen von Heil und Unheil in Leben und Geschichte

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Begeisterung und Fanatismus spielen im Leben der Menschheit eine gewaltige Rolle. Und doch sind beide durchweg nur Ausnahmezustände, wenigstens wenn man auf das Sein der Menschheit im ganzen hinschaut, wiewohl sie im Leben des Einzelmenschen oft genug über lange Zeiträume weg, ja auch ständig, zu dominieren vermögen. Menschen, deren ganzes Sein unter dem Aspekt der Begeisterung oder des Fanatismus steht, sind aber gleichwohl doch nur Ausnahmefälle; wir dürfen sie Ausnahmemenschen nennen, wobei dieses Wort zunächst weder positive noch eine negative Wertbetontheit enthält. Aber immerhin sind diese Ausnahmen oft genug von größerer Bedeutung als das breite Gleichmaß der Alltage. Begeisterung und Fanatismus zusammen bilden den Schlüssel des Verständnisses gerade für all das, was im Sein des Einzelmenschen wie ganzer Menschengruppen von eigentlich entscheidender Bedeutung ist.

Scheinbar sind Begeisterung und Fanatismus nahe miteinander verwandt, und doch sind sie von tiefster Wesensverschiedenheit. – Was ist Begeisterung? Das Wort schon deutet engste Verwandtschaft mit dem Geiste an. Begeisterung im prägnanten Sinne wäre demnach etwas wie ein Vom-Geiste-Angewehtsein; der Begeisterte wäre also der „homo numine afflatus“, um einen Ausdruck, der uns auf einem Gemälde der Sixtina begegnet, zu gebrauchen.

Wir sprechen von religiöser Begeisterung, von der Glaubensbegeisterung der Missionare, die das Christentum in fremde Kontinente tragen; es ist uns auch ganz geläufig, von der Glaubensbegeisterung ganzer Epochen, etwa des Frühchristentums oder der Zeit der Kreuzzüge, zu sprechen. Im profanen Bereich...

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