Show Less
Restricted access

Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

Series:

Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
Show Summary Details
Restricted access

Von der Künstlichkeit und von der Natürlichkeit des Lebens

Extract

24

Oft schon habe ich daran gedacht, wie unnatürlich, wie gekünstelt doch Lebensart und Lebensbedürfnisse der heutigen Menschen oder doch gar so vieler heutiger Menschen sind. Was für einen äußeren „Komfort“, hat man nicht nötig! Was für Sachen, die ebenso pompös wie überflüssig sind, meint nicht mancher sich anschaffen zu müssen. Und wenn man auch selber nicht weiß, wozu man’s braucht: der und der hat’s, also muss man’s auch haben; denn man will doch nicht zurückstehen. Wie schlicht und einfach haben demgegenüber noch die Großväter gelebt? Und sie waren doch glücklich und zufrieden dabei; glücklicher und zufriedener jedenfalls als ihre Enkel, die vor lauter Hetzen und Jagen nie die Zeit zu einer Stunde stiller, ruhiger Besinnlichkeit mehr haben. Sie kannten noch keine Autos und keine Motorräder; Sonntags am Vormittag gingen sie in die Kirche, und am Nachmittag spazierte man halt gemächlich durch die Fluren und sprach über dies und das; oder höchstens ging man in ein Dörfchen vor den Toren. Der heutige Mensch ist nicht zufrieden, wenn er nicht am Sonntag auf dem Motorrad Dutzende von Kilometern von seinem Wohnort wegsausen kann.

Gewiss, ich weiß von der Natursehnsucht im heutigen Menschen, die, wenn auch unbewusst und misskannt, ja verbogen und verzerrt, doch umso größer ist, ja unnatürlicher, aber sagen wir besser, naturfremder sein Leben ist; ich weiß auch, wie grauenhaft öde unsere heutigen St...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.