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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

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Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
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Der Staat – Diener am Menschen

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Was ist Recht? Gemeinhin antwortet man auf diese Frage: Recht ist das, was vom Staate als Recht verkündet ist, was in den Gesetzbüchern steht. Und in den normalen Zeiten, oder in den Zeiten, die wir als normale empfinden, kommt es vielen gar nicht einmal zum Bewusstsein, dass das, was in den Gesetzbüchern steht, was also vom Staate als Recht verkündet ist, nicht unbedingt Recht zu sein braucht. Erst die Totalstaats-Erfahrungen der letzten Zeit, in denen staatliche Gewalten, selber entschieden, was Recht und Unrecht sein sollte, haben es viele, denen es sonst kaum aufgegangen wäre, erkennen lassen, dass Gesetz und Recht nicht immer dasselbe sind, dass unter Umständen ein sehr großer Unterschied zwischen Gesetz und Recht bestehen kann, ja dass Gesetze sogar höchst ungerecht sein können.

Das vorige Jahrhundert war erfüllt von dem Streit zwischen den Verteidigern des alten Naturrechtgedankens und den Anhängern des Rechtspositivismus, welche letztere nur das als Recht gelten lassen wollte, was vom Staat als Recht verkündet war. Ein Recht, das vor dem Staate schon da war, das von staatlicher Verkündigung unabhängig wäre, wollte man nicht gelten lassen. Im allgemeinen waren die Anhänger dieses sogenannten Rechtspositivismus in der Mehrheit; und die Anhänger des alten Naturrechts-Gedankens, wonach es ein natürliches, dem Staate voraufgehendes, weil mit der Natur des Menschen selber gegebenes Recht gäbe, waren in der Minderheit und in die Verteidigung gedrängt; recht oft...

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