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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

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Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
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Was ist Freiheit?

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Leichter ist es zu sagen, was Freiheit nicht ist. Wir alle, die wir unserer Freiheit beraubt waren, wir alle, die wir von einem ungerechten Tyrannenstaat eingesperrt waren, haben erfahren, was das Gegenteil von Freiheit ist. – Unfrei sind wir, wenn wir nicht tun und lassen können, was wir wollen, wenn eine äußere Macht uns vorschreibt, was wir tun sollen und uns überwacht, damit wir auch jederzeit das tun, was wir lieber nicht tun möchten. Äußerste Formen der Freiheitsberaubung sind somit das Gefangensein und die Versklavung. In dem optimistischen Fortschritts- und Glücksglauben des bürgerlichen Zeitalters hatten wir geglaubt, all das seien Dinge, die schon lange hinter uns lägen, die längst vergangenen Zeiten angehörten und die in der Gegenwart nie mehr aktuell werden würden. Dass Verbrecher und Übeltäter, die anderen Unrecht taten, von der Gemeinschaft daran gehindert und dafür bestraft werden, finden wir in der Ordnung; aber dass Menschen, die nichts Schlechtes getan haben, wegen ihrer Gesinnung ihrer Freiheit beraubt würden, das wären doch Dinge – so meinten wir – die längst vergangen wären, über die die Gegenwart bei weitem hinaus sei und die auch in Zukunft niemals mehr wiederkehren könnten.

Schmerzliche Enttäuschung. Diese optimistische und fortschrittsgläubige Zeit – es war etwa die Zeit unserer Großväter – hatte sich getäuscht, sie sollte schmerzlich enttäuscht werden. Wir, die wir die Totalstaaten unserer Tage mit allem, was dazu gehört, erlebt...

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