Show Less
Restricted access

Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 1- Bildung – Begeisterung – Freiheit

Series:

Tomasz Stepien

Im Gesamtwerk von Anton Hilckman nimmt die Konzeption der Sinnphilosophie mit der Frage nach dem Sinn von Freiheit, Bildung, Politik, Technik und Geschichte eine besondere Stelle ein. Im Mittelpunkt steht die Konzeption des Menschen als eines für die Freiheit begeisterten Wesens. Freiheit bedeutet aber auch moralische Verpflichtung, womit Hilckman auf die Bedeutung von Bildung bei der Verwirklichung des menschlichen Wesens – der Humanitas – verweist. Seine Sinnphilosophie erscheint als ein Manifest für Freiheit und Würde des Menschen. Zum Teil als Erstveröffentlichungen schließen die in diesem Band erstmalig zusammengestellten sinnphilosophischen Arbeiten Anton Hilckmans eine Forschungslücke in der Philosophie und den Geisteswissenschaften des 20. Jahrhunderts.
Show Summary Details
Restricted access

Anthropologische Geschichtsauffassung

Extract

61

Das Interesse, das die sog. „weitesten Kreise“ vor einigen Jahren, in der unmittelbaren Nachkriegszeit, an Oswald Spenglers Untergang des Abendlandes nahmen, ist merklich abgeflaut; es ist ja für einen Denker, der neue oder angeblich neue Lehren kündet, im Grunde genommen auch das Fatalste, was ihm begegnen kann, wenn seine Lehre von allzu begeisterten Anhängern gleich so gefeiert und gepriesen wird, als sei sie eine neue Religion, die nun alle Rätsel lösen könne. Bald merkt „man“ die Übertreibung – um nicht zu sagen den Bluff – und die dem Niederreißen der vorher allzu rasch gewundenen und falschen Lorbeerkränze schießt „man“ leicht übers Ziel hinaus, indem „man“ nun nichts mehr gelten lassen will von dem, was man noch unlängst anbetete. Dem Modephilosophen Spengler ist dies Schicksal nicht erspart geblieben; die geschichtsphilosophische Tragweite seiner Gedanken wird dadurch natürlich nicht getroffen, und die Probleme, die er aufgegeben hat – denn Lösungen hat er eigentlich gar keine geboten – werden die geschichts- und kulturphilosophischen Diskussionen noch auf lange hinaus beschäftigen.

Was sich bis jetzt, auf Grund der rasch abgeebbten Spengler-Mode, herausgestellt hat, ist nur, dass eine pessimistische Kulturgeschichtsphilosophie – und der Kern der Spenglerschen Lehren ist Pessimismus trotz des großen Fragezeichens, das er selber in einem eigenen Opus hinter dieses Wort zu machen für nötig befand – was sich herausgestellt hat, sage ich, ist, dass eine solche pessimistische Doktrin doch nicht das Zeug hat, auf längere Zeit hinaus, ein...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.