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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Antonio Rosmini

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Antonio Rosmini, der vor fast einem Jahrhundert (am 1. Juli 1855) Gestorbene, zu Lebzeiten und mehr noch nach seinem Tode heiß Umstrittene, wie auch seine Lehre ist in Italien lebendig geblieben. Außerhalb Italiens war es allerdings um den „großen Roveretaner“ still geworden, und die heftigen Kämpfe, die auch hier weit über seinen Tod hinaus gedauert hatten, sind vergessen. Demgegenüber meinen führende Köpfe des italienischen Geisteslebens wie Michele Federico Sciacca, dass seine Lehre heute mehr denn je aktuell sei und dass seine Gedanken richtungweisend sein könnten – über die Philosophie im engeren Sinne hinaus für das gesamte Geistesleben, zumal die Rechtsphilosophie, Soziologie und politische Prinzipienlehre.96

Nicht nur der ‚Philosoph’ Antonio Rosmini erschien seiner Zeit als eine markante und originale Denkerpersönlichkeit von großer Bedeutung; noch Hoffnungen ganz anderer Art, die der Geschichte seines Vaterlandes im vorigen Jahrhundert ein ganz anderes Gesicht gegeben hätten, knüpfen sich an seinen Namen. Die Perspektive: Rosmini, der Priesterphilosoph, im Purpur des Kardinals als Inspirator oder gar Lenker der Politik des Vatikans in der Zeit der italienischen Einigung, in Piemont der andere Priesterphilosoph Gioberti in der entsprechenden Stellung – man kann es kaum zu Ende denken, was das bedeutet hätte. Vielleicht dass den Katholiken Italiens wirklich Jahrzehnte leidvoller Spannung zwischen der Treue zur Kirche und der Liebe zu dem geeinten italienischen Vaterland erspart geblieben wären. Aber es kam ganz anders! Bereits zu seinen Lebzeiten (1849) waren zwei seiner kirchenpolitischen Schriften (darunter...

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