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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Antonio Rosmini nach hundert Jahren

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In Deutschland werden selbst diejenigen, die vom Studium der Philosophiegeschichte her den Namen Rosminis kennen, gestehen müssen, dass sie von einer Bedeutung Rosminis für die Gegenwart noch nichts erfahren haben. Geistliche würden vielleicht sagen, dass dieser Priesterphilosoph des vorigen Jahrhunderts auf eigenen wegen eine Versöhnung christlichen Denkens und moderner Philosophie versuchte, sich dabei aber bedenkliche Nähe zu häretischen Positionen begeben habe, weshalb seine Lehre von der Kirche verurteilt worden sei. Und doch war er früher auch im deutschen Sprachraum hoch geschätzt, so von Franz Xaver Kraus, der seine Fünf Grundzüge der christlichen Vollkommenheit übersetzt hat. Karl Werner aber, der bedeutende österreichische Philosophiehistoriker, widmete ihm sogar den ganzen ersten Band seiner fünfbändigen Darstellung der italienischen Philosophie des neunzehnten Jahrhunderts.98

All das ist freilich lange her. Manche, die Rosminis Philosophie begegneten, rechnen ihn aber doch zu den Großen, deren Gedanken zeitlos gültig bleiben. Es wäre in der Tat falsch, ihn und seine Philosophie nur als ein Stück längst abgeschlossener italienischer Geistesgeschichte zu betrachten. Dagegen wendet sich in aller Schärfe Pietro Prini, der an die Feststellung dieses bedauerlichen Fehlurteils sofort einen Gedanken anknüpft, den man gar nicht besser formulieren könnte: „Jede Philosophie ist entweder ‚zeitgenössisch’ (ich möchte das italienische contemporaneo fast mit ‚jeder Zeit gleich nahe’ wiedergeben), wenigstens in ihrem Wesenskern, oder sie ist überhaupt keine Philosophie; denn letztlich sind sämtliche Fragen, die in der...

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