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Gesammelte Werke

Schriften zur philosophischen Pädagogik Teil 2- Christliche Philosophie

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Anton Hilckman

Edited By Tomasz Stepien

Inwiefern können wir von einer christlichen Philosophie und Bildung, Kultur und Politik sprechen? Diese grundlegende Frage bildet den eigentlichen Ausgangspunkt der philosophischen Reflexion von Anton Hilckman. Den Hintergrund der Auseinandersetzung um die Philosophie und das Christentum macht die geistige und politische Situation in Europa, insbesondere in Deutschland und Italien der Zwischenkriegszeit, aus. Hilckman zeichnet in seinen Schriften ein spannungsvolles Bild des damaligen philosophischen Diskurses, der zwischen der thomistischen Neuscholastik und dem Neuidealismus italienischer Prägung oszillierte und direkt Einfluss auf die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse hatte und gleichzeitig die Aktualität für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft und Kultur bewahrt.
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Michele-Federico Sciacca

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Wenn man vor fünfzehn Jahren dem damals noch jungen Sciacca gesagt hätte, dass er einmal einer der repräsentativen christlichen Denker Italiens sein werde, so würde er selber das nicht geglaubt haben; denn an Wunder der Bekehrung glaubte er damals sowenig wie heute. Die seinige war alles andere als ein Wunder oder ein unvermittelter Bruch; Sciaccas ganzes Denken ist ja von unbedingter Folgerichtigkeit und Geschlossenheit. Es war vielmehr ein langer Weg, der ihn von Etappe zu Etappe mit logischer Konsequenz zu Christus zurückführte. Sooft er auf Teilfragen Teilantworten fand, tauchten jedes Mal neue, tiefer reichende Fragen auf und zwangen ihn unausweichlich, weiterzugehen, ohne dass er wusste, ja auch nur ahnen konnte, wohin er einmal gelangen werde. So wurde seine Entwicklung geradezu symbolisch für den Umbruch im Denken des damaligen Italien. Wenn dessen geistige Situation in den philosophisch maßgebenden Kreisen, die seit fast einem Jahrhundert im Wesentlichen außerhalb des christlichen Raumes gelebt hatten, sich von Grund auf gewandelt hat, so ist das nicht zum geringsten Teil ein Verdienst Sciaccas und seines umfassenden, vielschichtigen Werkes, das im romanischen Ausland schon lange bekannt geworden ist und zum Teil auch in französischen und spanischen Übersetzungen vorliegt.

Der Stammeszugehörigkeit nach Sizilianer, war Sciacca schon in jungen Jahren dem religiösen Glauben völlig entfremdet. Eine erste Begegnung mit Kant erschütterte jedoch schon sehr bald seinen Materialismus. Sein Lehrer in Neapel war Antonio Aliotta. Die entscheidenden geistigen (und späterhin...

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